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Studie: Die nächste schwere Flut würde Deutschland in den folgenden

drei Jahren bis zu 108 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung kosten

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Hamburg (ots) - Prävention rechnet sich vierfach

- Die direkten Flut-Schäden sind im vergangenen Vierteljahrhundert

kontinuierlich gestiegen; europaweit summieren sie sich seit 2000 auf 226 Mrd.

Euro

- Ein Hochwasserereignis 2027 könnte die deutsche Wirtschaftsleistung in den

darauffolgenden drei Jahren kumuliert um rund 108 Mrd. Euro reduzieren

- Prävention zahlt sich aus: Jeder in Hochwasserschutz investierte Euro

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vermeidet Schäden in etwa vierfacher Höhe

- Ohne zusätzliche Anpassungsmaßnahmen könnten sich die jährlichen

durchschnittlichen Flutschäden in der EU und im Vereinigten Königreich bis

2100 auf nahezu 50 Mrd. Euro pro Jahr versechsfachen

Hochwasser sind längst nicht mehr nur ein Umwelt- oder Infrastrukturproblem,

sondern entwickeln sich zunehmend zu einem erheblichen Wachstums- und

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Standortrisiko für die deutsche Wirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste

Analyse des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade. Demnach könnte

ein signifikantes Hochwasserereignis die deutsche Wirtschaftsleistung in den

darauffolgenden drei Jahren[1] kumuliert um rund 108 Mrd. Euro reduzieren.

Gleichzeitig zeigt die Studie: Investitionen in Hochwasserschutz und

Anpassungsmaßnahmen zahlen sich volkswirtschaftlich mehrfach aus.

"Hochwasser sind extrem teuer - und sie häufen sich", sagt Milo Bogaerts, CEO

von Allianz Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Flut-Schäden in

den fünf Jahren zwischen 2020 und 2025 liegen in ganz Europa rund 40 % über den

Schäden (Deutschland 184 %) im gesamten ersten Jahrzehnt des Jahrhunderts (2000

bis 2009). Ein Hochwasser ist zwar zunächst ein lokaler Schock, die ökonomische

Folgewirkungen erfassen jedoch die gesamte Volkswirtschaft. Neben den direkten

und sichtbaren Schäden sind es vor allem die wirtschaftliche Reaktionen wie

ausbleibende Investitionen, geringere Einkommen und schwächeres Wachstum, die

die Kosten von Flutereignissen in die Höhe treiben."

Investitionen zahlen sich vierfach aus - ohne Anpassung drohen enorme Schäden

Angesichts dieser erheblichen volkswirtschaftlichen Schäden besteht umso

größerer Handlungsbedarf bei der Klimaanpassung. Die ökonomische Bilanz von

Anpassungsmaßnahmen fällt eindeutig aus: Investitionen in natürliche

Rückhalteflächen, widerstandsfähige Infrastruktur und eine risikobewusste

Flächenplanung erzielen einen immensen volkswirtschaftlichen Nutzen.

"Investitionen in Hochwasserschutz zahlen sich aus", sagt Hazem Krichene, Senior

Klimaökonom bei Allianz Research. "Jeder investierte Euro spart Schäden in etwa

vierfacher Höhe. Ohne zusätzliche Anpassungsmaßnahmen könnten die jährlichen

Flusshochwasserschäden in der EU und im Vereinigten Königreich bis 2100 um den

Faktor sechs auf nahezu 50 Mrd. Euro pro Jahr[2] ansteigen. Anpassung an

Hochwasserrisiken ist viel mehr als bloße Klimapolitik - sie ist vorsorgende

Wirtschafts- und Fiskalpolitik. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Nichtstuns

werden deutlich höher sein als die Kosten wirksamer Präventionsmaßnahmen."

Deutschland trägt die höchsten Hochwasserschäden Europas

Zwischen 2000 und 2025 verzeichnete Deutschland mit rund 69 Mrd. EUR (78 Mrd.

USD) die höchsten kumulierten Hochwasserschäden aller europäischen Länder. Damit

liegt Deutschland deutlich vor Italien (37 Mrd. EUR ) und Spanien (22 Mrd. EUR).

Ursache sind nicht nur einzelne Extremereignisse wie die Flutkatastrophe im

Ahrtal 2021, sondern auch die hohe Konzentration wirtschaftlicher Werte in

gefährdeten Regionen. Europaweit summierten sich die wirtschaftlichen

Flut-Schäden seit 2000 auf 226 Mrd. Euro.

Hochwasser bremsen Investitionen und Wachstum

Ein schweres Hochwasser wirkt sich auf Investitionen, Einkommen, Konsum und

öffentliche Finanzen aus. Besonders betroffen sind die

Unternehmensinvestitionen. Eine neuerliche schwere Flut 2027 in Deutschland

würde in den Jahren bis 2030 zu einem kumulierter Rückgang der

Bruttoanlageinvestitionen von 11,9 % führen, was einem Verlust von rund 83,6

Mrd. Euro entspräche. Damit verzeichnet Deutschland den höchsten absoluten

Investitionsausfall aller untersuchten Länder.

"Sachschäden sind nur eine Komponente bei den Kosten von Hochwassern", sagt

Krichene. "Das Wirtschaftswachstum leidet langfristig. Ursache für den von uns

modellierten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um rund 0,7 %

beziehungsweise 108 Mrd. Euro sind neben den direkten Sachschäden vor allem

verzögerte Investitionen, Produktionsunterbrechungen, gestörte Lieferketten und

schwächere Konsumnachfrage."

Kaufkraft weggespült: Haushalte mit Mehrkosten und Einkommensausfällen

Neben Unternehmen geraten auch private Haushalte unter Druck. Das reale

verfügbare Einkommen in Deutschland sinkt nach einem schweren Hochwasserereignis

kumuliert um rund 4,1 %. Reparaturkosten, Einkommensausfälle und steigende

Lebenshaltungskosten belasten die Kaufkraft über mehrere Jahre hinweg.

"Fluten treffen private Haushalte besonders stark", sagt Krichene. "Zum einen

natürlich, weil das eigene Zuhause betroffen und teilweise die Existenz

gefährdet ist. Zum anderen aber auch finanziell und über viele Jahre.

Entsprechend geht auch der private Konsum zurück. Für Deutschland führt ein

Flutereignis zu einen kumulierten Konsumverlust von rund 44 Mrd. Euro.

Gleichzeitig steigt das Preisniveau leicht an, da beschädigte Infrastruktur und

Lieferkettenengpässe das Angebot von Waren und Dienstleistungen einschränken."

Zusätzliche Belastung für die öffentlichen Haushalte

Hochwasser verschlechtern zudem die finanzielle Lage des Staates. Für

Deutschland würde sich das staatliche Defizit zwischen 2027 und 2030 kumuliert

um 1,7 Prozentpunkte des BIP ausweiten. Höhere Ausgaben für Soforthilfe,

Wiederaufbau und Infrastruktur treffen dabei auf rückläufige Steuereinnahmen.

Hochwasserrisiken sind auch eine finanzpolitische Herausforderung und die

Prävention eine Form vorsorgender Fiskalpolitik.

Deutschland verbessert Rahmenbedingungen - Umsetzung bleibt aber (zu) langsam

Nach der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 wurden in Deutschland Frühwarnsysteme

ausgebaut, das Klimaanpassungsgesetz verabschiedet und Hochwassergefahrenkarten

überarbeitet. Dennoch gibt es auch weiterhin erhebliche Defizite bei der

Umsetzung konkreter Schutzmaßnahmen.

Ein Beispiel ist das Nationale Hochwasserschutzprogramm. Obwohl seit 2013

Maßnahmen im Umfang von 6 bis 7 Mrd. Euro geplant wurden, sind bislang lediglich

etwas mehr als 500 Mio. Euro tatsächlich abgeflossen. Zentrale Hindernisse sind

vor allem langwierige Genehmigungsverfahren sowie die komplexe

Aufgabenverteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen.

Die vollständige Studie (ENG, pdf) finden Sie hier:

https://bit.ly/4h2CUqv

[1] Die Berechnung basiert auf der Simulation eines Hochwasserereignisses, das

von Satelliten erkannt wird. Die Berechnung der ökonomischen Auswirkungen

bezieht sich auf ein Ereignis 2027 und die Folgen in den drei darauffolgenden

Jahren zwischen 2027 und 2030.

[2] Die Kosten wurden unter Annahme einer Klimaerwärmung von 3°C bis 2100

berechnet ohne entsprechende Anpassungsmaßnahmen.

Allianz Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und

anerkannter Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz

gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfügt über mehr als 100

Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an,

um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.

Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die

Allianz Trade Gruppe täglich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen

kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen und hat sofortigen Zugriff

auf die Daten von 289 Mio. Unternehmen in mehr als 160 Ländern. Insgesamt

umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen

Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.

Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und

gibt den weltweit über 75.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre Geschäfte

und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating

von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im

Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.

Das Unternehmen ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.900

Mitarbeiter weltweit. 2025 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen

konsolidierten Umsatz von EUR 4 Milliarden und versicherte weltweit

Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.

Weitere Informationen auf http://www.allianz-trade.de

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Allianz-Gruppe, (ii) die Entwicklung der Finanzmärkte einschließlich der

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Kreditereignisse, (iii) die Häufigkeit und das Ausmaß der versicherten

Schadenereignisse einschließlich solcher, die sich aus Naturkatastrophen

ergeben; daneben auch die Schadenkostenentwicklung, (iv) Stornoraten, (v) Ausmaß

der Kreditausfälle, (vi) Zinsniveau, (vii) Wechselkursentwicklungen

einschließlich des Wechselkurses EUR-USD, (viii) Entwicklung der

Wettbewerbsintensität, (ix) gesetzliche und aufsichtsrechtliche Änderungen

einschließlich solcher bezüglich der Währungskonvergenz und der Europäischen

Währungsunion, (x) Änderungen der Geldpolitik der Zentralbanken bzw.

ausländischer Regierungen, (xi) Auswirkungen von Akquisitionen, einschließlich

der damit verbundenen Integrationsthemen, (xii) Umstrukturierungsmaßnahmen,

sowie (xiii) allgemeine Wettbewerbsfaktoren jeweils in einem örtlichen,

regionalen, nationalen oder internationalen Rahmen. Die

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