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10.06.26 10:52 Uhr

Secure Frankfurt Financial Exchange am Start

Frankfurt (ots) -

- Internet-Pionier Harald A. Summa gibt Startschuss für quantensicheren

Finanzplatz Frankfurt

- Initiative Diplomatic Council Quantum Leap (DCQL) mit Beraterstatus bei den

Vereinten Nationen will Frankfurt zur Quantensicherheits-Hauptstadt Europas

machen in Koordination mit Finanzplatzinitiative Hessen, Roundtable Quantum

Hessen, DE-CIX, ID Quantique und anderen Trägern.

Frankfurt soll der zentrale Knotenpunkt einer weltweiten quantensicheren

Kommunikations-Infrastruktur für die Finanzbranche werden. Dieses Ziel verfolgt

die Initiative Diplomatic Council Quantum Leap (DCQL) in Kooperation mit dem

Deutschen Internet Exchance (DE-CIX). Das Diplomatic Council ist ein globaler

Think Tank mit Beraterstatus bei den Vereinten Nationen; der DE-CIX ist der

wichtigste Datenknoten Europas und eines der größten Internetdrehkreuze der

Welt.

Der DCQL-Initiator und Chairman Harald A. Summa erklärt: "Frankfurt ist das Herz

des europäischen Finanzsystems und zugleich das größte Datendrehkreuz des

Kontinents. Für einen quantensicheren Datenhub für die Finanzbranche gibt es

daher keinen besseren Standort."

Das Vorgehen wird sowohl von regionalen Institutionen wie der

Finanzplatzinitiative Hessen und dem Roundtable Quantum Hessen als auch von

internationalen Quanten-Größen wie IonQ unterstützt. IonQ war das erste reine

Quantencomputer-Unternehmen, das an die Börse ging, und zählt heute zu den

wertvollsten börsennotierten Quantenfirmen weltweit.

Quantensichere Infrastruktur-as-a-Service für die Finanzwelt

Ziel der Initiative ist die Errichtung eines Secure Frankfurt Financial

Exchange, einer quantensicheren Kommunikations-Infrastruktur für die Finanzwelt.

Die Branche fürchtet den "Q-Day", den Zeitpunkt, ab dem Quantencomputer die

Verschlüsselungssysteme der Finanzinstitute knacken können und sich die

Datenströme Hackern wie ein offenes Buch präsentieren. Der Übergang zur

Absicherung vor Quanten-Hackern ist mit zahlreichen technischen Unwägbarkeiten

behaftet und das Gros der Finanzdienstleister scheut Investitionen in eine neue

Verschlüsselungstechnologie, die sich möglicherweise im Nachhinein doch nicht

als quantensicher herausstellt. Die Einführung eines neuen

Verschlüsselungsverfahrens wäre ein mehrjähriges Mammutprojekt, weil die heutige

Banken-IT darauf in keiner Weise vorbereitet ist. "Bis vor kurzem hatte kaum

jemand die Q-Day-Gefahr auf dem Radar, weder die Banken noch die IT-Hersteller

oder Netzwerkausrüster", erklärt Harald A. Summa die Ursache für die aktuelle

Bedrohungslage.

Als Abhilfe bietet der neue Secure Frankfurt Financial Exchange (SFFE)

quantensichere Datenübermittlung "as-a-Service" an (QaaS) an. Der Vorteil für

die Institute: Sie mieten die Quantensicherheit gegen eine monatliche Gebühr und

müssen nicht selbst in eine neue technische Infrastruktur investieren. Es bleibt

Aufgabe des SFFE als Dienstleister, für eine quantensichere Kommunikation zu

sorgen und die dafür notwendige Technologie entsprechend den jeweils neuesten

Erkenntnissen über dafür geeignete Verschlüsselungsverfahren zu verwenden.

Der Hintergrund: Selbst Fachleute können derzeit nicht vorhersagen, welche

Verschlüsselungsverfahren künftigen Entwicklungen in der Quantentechnologie auf

Dauer standhalten werden. Die Lösung heißt "Krypto-Agilität", also die

Fähigkeit, die Datenverschlüsselungsmethode bei Bedarf kurzfristig zu ändern.

"Das ist mit herkömmlicher Netzwerktechnik unmöglich, weil die Verschlüsselung

in unzähligen Komponenten, Anwendungen und IT-Systemen versteckt und nicht

transparent ist. Änderungen sind von Herstellern, Softwarezyklen und komplexen

Migrationsprojekten abhängig. Daher errichten wir mit dem Secure Frankfurt

Financial Exchange eine völlig neue Infrastruktur mit inhärenter

Krypto-Agilität", erklärt Florian Fröwis, Director Quantum Security bei DCQL und

in Personalunion Fachexperte für Quantum-Safe Solutions bei ID Quantique, einem

Pionier in Sachen Quantentechnologie, der zu IonQ gehört.

Paradigmenwechsel: Kryptographie vom Netzwerk entkoppeln

DCQL errichtet hierzu am Standort Frankfurt eine neue sogenannte Key

Distribution Platform (KDP). Die für die Datensicherheit notwendigen Schlüssel

werden dabei dezentral bei den Finanzinstituten generiert und völlig unabhängig

von der Anwendung über dedizierte quantensichere Kommunikationswege verteilt.

Durch die Entkopplung von den Anwendungen und Netzwerkprotokollen lassen sich

die Verschlüsselungsverfahren jederzeit austauschen.

Dieses Konzept geht über die sogenannte Post-Quantum Cyptographie (PQC) hinaus.

PQC bezeichnet Verschlüsselungsverfahren, die aus heutiger Sicht als

quantensicher gelten. Sollten sich jedoch mit der fortschreitenden

Quantentechnologie neue Erkenntnisse ergeben, könnten sich heutige PQC-Methoden

als unzureichender Schutz vor Quantum Cyber Crime (Quanten-Cyberkriminalität)

herausstellen. Bei der durch KDP gewährleisteten Krypto-Agilität kann in diesem

Fall binnen kürzester Zeit auf ein neues Verfahren umgestellt werden.

Es gibt bereits ein Vorbild in der Finanzbranche für das vom Secure Frankfurt

Financial Exchance verfolgte Konzept: JP Morgan Chase. Die größte US-Bank

betreibt seit 2024 ein "Quantum-secured Crypto-Agile Network" (Q-CAN), das Data

Center über Glasfaser verbindet. Analog dazu sieht auch die Planung der

Initiative DCQL vor, mehrere Rechenzentren im Großraum Frankfurt über eine

quantensichere Glasfaserinfrastruktur mit dem DE-CIX zu verbinden. Der Clou:

Über den Frankfurter Internet-Knoten können die Schlüssel über die Region hinaus

weltweit verteilt werden.

DQCL-Chef Harald Summa beschreibt die Reichweite: "Der DE-CIX ist eine homogene

Plattform, die derzeit Zugangspunkte in 37 lokalen Data Centern im

Rhein/Main-Gebiet einschließt. Sie wird national und global erweitert um über

500 weitere Data Center in 70 Metro-Standorten auf fünf Kontinenten."

Zusätzliche Sicherheit will die neue Initiative schaffen, indem eine

geschlossene Benutzergruppe (Closed User Group) eingerichtet wird, die den

Datenaustausch der Finanzinstitute ausschließlich über die gesicherten

Internetknoten abwickelt. "Eine solche geschlossene Nutzergruppe bildet ein

eigenes Secure Internet", betont Harald A. Summa, "mit nur einigen wenigen

Übergängen zum offenen Internet, die gezielt überwacht werden."

Florian Fröwis fasst zusammen: "Die Banken müssen an ihren eigenen IT-Netzwerken

nichts ändern. Vielmehr wird unabhängig davon eine quantensichere Infrastruktur

geschaffen, die die Institute auf Mietbasis in Anspruch nehmen können. Das gibt

ihnen ein Maximum an Sicherheit und Flexibilität bei minimalen Investitionen."

Der Secure Frankfurt Financial Exchange (SFFE) ist eine souveräne,

quantensichere Daten-Infrastruktur- und Plattforminitiative für den

Finanzsektor. Ziel dieses Projekts ist es, unter der Führung der Initiative

Diplomatic Council Quantum Leap (DCQL), Finanzinstitute vor Cyber-Bedrohungen

durch künftige Quantencomputer zu schützen. Um sensible Finanzdaten gegen das

Knacken moderner Verschlüsselungen durch Quantencomputer abzusichern, setzt die

SFFE-Plattform auf eine quantensichere Key Distribution Platform (KDP), die dem

Finanzsektor auf Mietbasis ("as-a-Service") zur Verfügung gestellt wird. Der

SFFE ist Teil einer umfassenderen Strategie, die neben der sicheren

Dateninfrastruktur auch den Aufbau einer souveränen "KI-Fabrik Frankfurt

Rhein-Main" gemeinsam mit Nvidia umfasst.

Pressekontakt:

Presseagentur: euromarcom public relations,

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