OTS: HR Hessischer Rundfunk / hr-Rundfunkrat genehmigt Jahresabschluss 2025

26.06.26 18:40 Uhr

hr-Rundfunkrat genehmigt Jahresabschluss 2025

Frankfurt am Main (ots) - Der Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks (hr) hat in

seiner öffentlichen Sitzung am Freitag, 26. Juni 2026, den Jahresabschluss für

das Jahr 2025 einstimmig genehmigt und den Verwaltungsrat sowie den Intendanten

entlastet.

Die wichtigsten Ergebnisse des Jahresabschlusses im Überblick:

- Im handelsrechtlichen Ergebnis schließt der hr das Geschäftsjahr 2025 mit

einem Gesamtüberschuss in Höhe von 52,2 Millionen Euro ab. Aufwendungen in

Höhe von 545,1 Millionen Euro stehen Erträge in Höhe von 597,2 Millionen Euro

gegenüber.

- Wie bereits im Vorjahr ergibt sich damit ein Überschuss (2024: 39,3 Millionen

Euro). Gleichzeitig konnte der nicht durch Eigenkapital gedeckte Fehlbetrag

von 329,3 Millionen Euro auf 277,1 Millionen Euro reduziert werden.

- Es handelt sich wie in den Vorjahren um einen rechnerischen Überschuss, der

den tatsächlichen finanziellen Handlungsspielraum des hr nicht erhöht.

Einordnung des Ergebnisses und finanzielle Rahmenbedingungen

Der Jahresüberschuss ist wesentlich durch Effekte geprägt, die nicht

liquiditätswirksam sind. Dazu zählen insbesondere Erträge aus den im

Rundfunkbeitrag enthaltenen Mitteln zur Finanzierung von Pensionsverpflichtungen

sowie positive Zinseffekte bei deren Bewertung. Diese erhöhen das Ergebnis,

stehen jedoch nicht für das operative Geschäft zur Verfügung.

Der Hessische Rundfunk wirtschaftet weiterhin unter hohem finanziellem Druck.

Der Rundfunkbeitrag liegt seit 2021 unverändert bei 18,36 Euro, obwohl die

zuständige KEF eine Erhöhung empfohlen hat. Unterdessen steigen die Kosten. Der

hr setzt daher seinen Konsolidierungskurs fort und richtet seine

Haushaltsplanung strikt am gültigen Finanzrahmen aus.

Aktueller Jahresbericht

Zum hr-Jahresbericht 2025 (https://www.hr.de/unternehmen/zahlen-und-fakten/jahre

sberichte-des-hessischen-rundfunks-v1,jahresbericht-100.html)

Entschlossen für eine verlässliche Finanzierung

hr-Intendant Florian Hager betonte in der Hauptversammlung: "2025 war ein Jahr

des Fortschritts: Wir haben den ARD-Vorsitz genutzt, um Reformen, Kooperation

und Dialog voranzutreiben, unsere digitalen Angebote weiter ausgebaut und mit

preisgekrönten Programmen wie unserem neuen Frankfurter 'Tatort' und einer

reichweitenstarken 'hessenschau' gezeigt, wie tief wir im Alltag der Menschen

verankert sind - vier von fünf Hessinnen und Hessen nutzen uns täglich. Zugleich

stehen wir als Hessischer Rundfunk unter wachsendem finanziellem Druck: Der

Rundfunkbeitrag ist seit Anfang 2025 eingefroren, der KEF-Empfehlung sind die

Länder nicht gefolgt - wir sind damit offiziell unterfinanziert. Bleibt es

dabei, sind Einschnitte im Programm auf Dauer nicht abzuwenden. Das bedauern wir

- und mit uns ein Publikum, das unsere Angebote millionenfach nutzt. Genau

deshalb streiten wir für eine verlässliche Finanzierung und halten zugleich

Kurs: den Auftrag erfüllen, uns reformieren, näher an die Menschen rücken und

mit jedem anvertrauten Euro verantwortungsvoll wirtschaften."

Unter schwierigen Bedingungen umsichtig gewirtschaftet

Die Vorsitzende des hr-Rundfunkrats Dr. Miriam Dangel erklärt: "Wir erleben nun

schon seit Jahren ein Ringen um die Zukunftsfähigkeit und Weiterentwicklung des

öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Der Reformstaatsvertrag ist im Dezember 2025

in Kraft getreten. Der Hessische Rundfunk hatte sich mit seinem 'Zielbild 2032'

schon sehr frühzeitig auf den Weg gemacht. Als Rundfunkrat begleiten wir die

damit einhergehenden Veränderungen und Anstrengungen intensiv und aufmerksam.

Wir begrüßen, dass beim hr regionale Nähe und der Dialog mit den Menschen in

Hessen gestärkt werden, dass Medienkompetenz gefördert und bei gleichzeitigem

Umschichten ins Digitale ein vielfältiges Programm von Kultur bis Sport, von

Information bis Unterhaltung linear und digital angeboten wird. Stellvertretend

für die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler haben wir besonders die Vielfalt

der abgebildeten Perspektiven im Blick. Sie ist eine grundlegende Voraussetzung

für die Akzeptanz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, den wir als

demokratische Gesellschaft weiter dringend brauchen. Der Hessische Rundfunk hat

unter sehr schwierigen Bedingungen umsichtig gewirtschaftet, er sollte auch

gemäß des Auftrags der Politik und der Empfehlung der KEF bedarfsgerecht

finanziert sein."

Kein Grund zur Entwarnung

Petra Rossbrey, Vorsitzende des hr-Verwaltungsrats, betont: "Der

Jahresabschluss 2025 zeigt, dass der Hessische Rundfunk solide gewirtschaftet

hat. Das Besserergebnis ist kein Grund zur Entwarnung, es ist zu großen Teilen

bilanziellen Effekten geschuldet. Wenn wir das operative Geschäft des hr

betrachten, steht am Ende des Jahres eine schwarze Null. Der hr ist aber seit

2025 nicht bedarfsgerecht finanziert, die entsprechende Empfehlung der KEF haben

die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen nicht umgesetzt. Das hat

Folgen für die Umsetzung der Strukturreformen. Die Bremsspuren bei der Planung

bei Investitionen und der digitalen Erneuerung sind sichtbar. Denn es wird nicht

mehr primär nach dem ermittelten Bedarf gesteuert, sondern nach der verfügbaren

Liquidität.

Die Jahresrechnung 2025 zeigt, dass das Haus diese Herausforderung mit großer

Verantwortung und wirtschaftlicher Solidität bewältigt. Der Verwaltungsrat wird

diesen Weg weiterhin aufmerksam begleiten. Unser Augenmerk gilt der

wirtschaftlichen Stabilität, der nachhaltigen Verwendung der Beitragsmittel, der

Transparenz der Kostenstrukturen und der erfolgreichen Umsetzung der Reformen.

Hier ziehen wir alle an einem Strang, denn am Ende entscheidet nicht die Höhe

eines Haushalts über die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks,

sondern die Qualität der Leistung, die er für die Gesellschaft erbringt."

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