OTS: The Boston Consulting Group / Unternehmen in Deutschland treiben ...


Unternehmen in Deutschland treiben KI-Strategien mit Blick auf

geopolitische Risiken und Souveränität voran

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München (ots) - Unternehmen in Deutschland reagieren auf geopolitische

Spannungen und EU-Regulierung mit einer grundlegenden Neuausrichtung ihrer

digitalen Strategien, wie eine neue Studie der Unternehmensberatung Boston

Consulting Group (BCG) zeigt. 43 Prozent der befragten, hochrangigen

Führungskräfte investieren hierzulande bereits in die Reduzierung ihrer

Abhängigkeit von nicht-europäischen Technologieanbietern, weitere 36 Prozent

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planen entsprechende Schritte. Aktuell liegt Nordamerika (42 %) für deutsche

Unternehmen zwar als wichtigster Partner für KI- und Technologie noch leicht vor

Europa (40 %), in Zukunft dürfte sich das jedoch verschieben: Europa wird

künftig nach Einschätzung der Befragten zum wichtigsten Partner für KI und

Technologie (42 %), während die Bedeutung Nordamerikas zurückgeht (34 %).

Uneinigkeit über Gründe für Souveränitätsbestreben und konkrete Investitionen

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Spätestens seit dem von den USA ausgerufenen "Liberation Day" vor etwa einem

Jahr hat das Thema Souveränität in Europa an Dynamik gewonnen: "Technologische

Souveränität entwickelt sich gerade von einer politischen Debatte zu einer

konkreten Management- und Architekturfrage", sagt Christian Kirschniak, Partner

und KI-Experte bei BCG. "Nur wer heute strategisch handelt und konsequent in

Souveränität investiert, kann die Marktposition von morgen gestalten." Dabei

zeigt die Studie allerdings deutliche Unterschiede in der strategischen

Interpretation von Souveränität: In Deutschland betrachten viele Unternehmen

technologische Souveränität bislang vor allem als Risiko- und Compliance-Thema

(68 %). Unternehmen in Osteuropa verstehen diese hingegen deutlich häufiger als

strategischen Wettbewerbsvorteil (61 % vs. 35 % in Deutschland). "Genau darin

könnte langfristig ein entscheidender Unterschied in der Wettbewerbsfähigkeit

liegen", so Kirschniak.

Was dabei jedoch für Unternehmen hierzulande zum Problem werden könnte: Zwar

traut sich eine große Mehrheit der deutschen Entscheider zu, die Auswirkungen

von technologischer Souveränität auf das eigene Unternehmen fundiert

einzuschätzen (91 %). Deutlich verhaltener fällt hingegen ihre

Selbsteinschätzung bei strategischen Investitionsentscheidungen aus. Nur etwas

mehr als die Hälfte der Befragten (58 %) fühlt sich hier wirklich sicher. "Viele

Unternehmen haben zwar inzwischen die strategische Relevanz technologischer

Souveränität erkannt. Die eigentliche Herausforderung beginnt allerdings bei der

Umsetzung", erklärt Kirsten Rulf, ebenfalls Partnerin und KI-Expertin bei BCG.

"Unternehmen müssen ihre Ambitionen jetzt in konkrete Infrastruktur-,

Architektur- und Investitionsentscheidungen übersetzen, und genau damit tun sich

aktuell noch viele schwer."

Deutschlands Souveränitätsambitionen stoßen an strukturelle Grenzen

Gleichzeitig zeigt die Studie, dass deutsche Unternehmen technologische

Souveränität häufig breiter angehen als viele andere europäische Märkte, während

Länder wie Frankreich oder das Vereinigte Königreich stärker auf einzelne

strategische Prioritäten fokussieren. Das deutet darauf hin, dass Entscheider

hierzulande technologische Souveränität inzwischen nicht mehr nur als politische

Debatte verstehen, sondern zunehmend als industrie- und standortpolitische

Wettbewerbsfrage. Und trotz der anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten zeigt

sich knapp die Hälfte der befragten deutschen Führungskräfte (48 %)

optimistisch, dass in Europa in den kommenden fünf Jahren ein global

wettbewerbsfähiges KI- und Tech-Ökosystem entstehen kann.

Als wichtigste Stellschraube (53 %) nennen die Befragten den Aufbau der

technischen Grundlage für KI, von Rechenleistung bis Dateninfrastruktur. Dafür

sehen 52 Prozent der Befragten die Fähigkeit, KI besser zu skalieren und

wirtschaftlich nutzbar zu machen, als zentrale Voraussetzung. Damit dies

gelingt, ist für 42 Prozent der Befragten eine schnellere und

innovationsfreundlichere Regulierung entscheidend. "Europa steht damit vor der

Herausforderung, technologische Souveränität nicht nur politisch zu definieren,

sondern sie auch operativ und wirtschaftlich skalierbar zu machen", so Rulf.

Über die Studie

Die Ergebnisse basieren auf einer von Statista Research im Auftrag von BCG

durchgeführten Studie mittels computerunterstützter Telefoninterviews (CATI).

Befragt wurden 555 CEOs, C-Level-Führungskräfte sowie Senior Manager in elf

europäischen Märkten, darunter 130 in Deutschland. Die Befragung fand zwischen

dem 1. April und 8. Mai 2026 statt. Je nach Markt wurden Unternehmen mit

mindestens 100, 250 oder 500 Mitarbeitenden berücksichtigt.

Pressekontakt:

Felix Kupferer

Media Relations Specialist

M +49 151 67014360

mailto:Kupferer.Felix@bcg.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/180974/6284206

OTS: The Boston Consulting Group

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