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Roland Berger: Die Nachfrage nach Geflügelfleisch steigt bis 2040

weiter an

Berlin (ots) - Roland Berger Geflügelstudie 2026 zeigt weiter wachsende

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Nachfrage, Vorteile für Ernährung und Klima sowie den dringenden Bedarf für mehr

heimische Produktion

- Roland Berger: Nachfrage nach Geflügelfleisch in Deutschland hält an. Bis 2040

jährliches Wachstum von bis zu 3,4 Prozent, allein bei Hähnchenfleisch. Das

sind gut 50 Prozent mehr Marktvolumen bis 2040.

- Der Trend hin zu mehr Geflügelfleisch spart zwischen 2010 und 2040 rund 25

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Prozent an C02-Emissionen.

- Der Verbrauch an Geflügelfleisch in Deutschland wächst doppelt so schnell wie

die heimische Produktion. Die Importabhängigkeit steigt weiter.

- Ohne gezielte Gegenmaßnahmen sinkt der Selbstversorgungsgrad von heute 91

Prozent bis 2040 auf 73 bis 77 Prozent.

- ZDG-Geschäftsführer Schleicher: Beste Gegenmaßnahme gegen steigende

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Importabhängigkeit ist mehr heimische Produktion. Die Branche steht für

Investitionen von mindestens einer Milliarde Euro bereit

- Studie empfiehlt schnellere Genehmigungen, digitale Bürokratie-Entlastung,

sichtbare heimische Qualität und faire EU-Rahmenbedingungen

Der Geflügelboom in Deutschland wird bis mindestens 2040 weitergehen. Das ist

das zentrale Ergebnis der Roland Berger Geflügelstudie 2026. Die Modellierung

zeigt bis 2040 ein jährliches Nachfragewachstum bei Geflügelfleisch von 2,1 bis

2,5 Prozent, bei Hähnchen sogar von bis zu 3,4 Prozent. Die Gründe laut Roland

Berger: Geflügelfleisch liefert viel natürliches und erschwingliches Protein. Es

lässt sich leicht und vielseitig zubereiten und es liefert wichtige

Mikronährstoffe. Zugleich weist es unter den Fleischarten einen besonders

günstigen CO2-Fußabdruck auf. Der Boom ist damit keine schlechte Nachricht für

Ernährung und Klima. Doch die Rahmenbedingungen in Deutschland bremsen die

heimische Erzeugung. Die Roland Berger Geflügelstudie 2026 im Auftrag des

Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) zeigt: Ohne zusätzliche

Produktionskapazitäten könnte der Selbstversorgungsgrad bei Geflügelfleisch in

Deutschland von heute 91 Prozent bis 2040 auf 73 bis 77 Prozent sinken. Dabei

hat sich der Importüberschuss zwischen 2014 und 2025 bereits verachtfacht.

Die deutsche Geflügelwirtschaft ist bereit, gegenzusteuern und eine Milliarde

Euro in moderne Ställe sowie zusätzliche Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten

zu investieren. Zentrale Voraussetzung für die Branche: verlässliche

Rahmenbedingungen, schnellere Genehmigungen und faire Wettbewerbsbedingungen in

Europa.

Die jetzt vom ZDG und Roland Berger gemeinsam vorgestellte Studie analysiert die

Entwicklung von Verbrauch, Erzeugung und Außenhandel, modelliert die Versorgung

bis 2040 und leitet aus den aktuellen geopolitischen Faktoren und

Marktentwicklungen vier konkrete politische Handlungsfelder ab.

Das Ernährungsprofil unserer Gesellschaft entwickelt sich hin zu

Geflügelfleisch: Der Geflügelboom wird weitergehen.

Die Ernährungsgewohnheiten in Deutschland verändern sich: Der gesamte

Fleischverbrauch ist zwischen 2010 und 2025 um rund 12 Prozent auf 76 Kilogramm

pro Kopf gesunken. Geflügelfleisch wächst gegen diesen Trend signifikant. Der

Pro-Kopf-Verbrauch stieg im selben Zeitraum um 28 Prozent auf rund 22 Kilogramm.

Bei Hähnchenfleisch beträgt das Plus sogar 62 Prozent. Damit ist Geflügel die

einzige große Fleischkategorie mit deutlichem Wachstum.

Gerade jüngere Menschen prägen diese Entwicklung. Nach einer aktuellen

Civey-Umfrage im Auftrag des ZDG unter jungen Erwachsenen isst jeder zweite 16-

bis 29-Jährige am häufigsten Geflügelfleisch. 80 Prozent greifen mindestens

einmal pro Woche zu Geflügelfleisch. Geschmack, Proteinreichtum und gute

Nährwerte sind die wichtigsten Gründe. Die Roland Berger Geflügelstudie ordnet

diesen Befund in einen breiteren Ernährungstrend ein: 55 Prozent der Gen Z und

der Millennials achten aktiv auf eine ausreichende Proteinzufuhr.

Geflügel verbindet dabei mehrere Anforderungen an moderne Ernährung. Hähnchen-

und Putenbrust liefern rund 23 beziehungsweise 24 Gramm Protein pro 100 Gramm

bei nur etwa ein bis zwei Gramm Fett. Bereits heute stammen nach den in der

Studie ausgewerteten Schätzungen 13 bis 14 Prozent der Proteinversorgung in

Deutschland aus Geflügelfleisch. Zugleich weist Geflügel unter den

Fleischkategorien einen niedrigen CO2-Fußabdruck und eine hohe Futtereffizienz

auf. Es ist damit proteinreich, vielseitig und für breite Bevölkerungsschichten

bezahlbar.

"Der Geflügelboom wird weitergehen. Das ist keine schlechte Nachricht für die

Menschen und für das Klima. Deutsches Geflügel gehört qualitativ zur Weltspitze.

Es ist proteinreich und gesund, bekömmlich, schmackhaft und erschwinglich", sagt

Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer des ZDG. "Wir stehen bereit, eine Milliarde

Euro und mehr in zusätzliche Kapazitäten und moderne Ställe zu investieren. Das

stärkt Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum und verbessert die

Versorgung der Menschen mit einem hochwertigen, proteinreichen Lebensmittel."

Importvolumen wächst deutlich schneller als die heimische Produktion

Zwischen 2010 und 2025 stieg der Verbrauch von Geflügelfleisch in Deutschland um

28 Prozent, die Bruttoeigenerzeugung jedoch nur um 9 Prozent. Deutschland

verbraucht mehr Geflügelfleisch, als hierzulande erzeugt wird. Der traditionell

hohe Selbstversorgungsgrad sinkt, die Importe nehmen zu. Bei Hähnchenfleisch

sinkt der Selbstversorgungsgrad seit 2010 auf heute 93 Prozent. Über alle

Geflügelarten liegt er bei 91 Prozent. Tendenz weiter fallend.

Die Lücke wird bislang über wachsende Einfuhren geschlossen. Der

Importüberschuss erhöhte sich von 55.000 Tonnen im Jahr 2014 auf 462.000 Tonnen

im Jahr 2025 und hat sich damit mehr als verachtfacht. 82 Prozent der

Geflügelfleischimporte entfallen auf Hähnchenfleisch. Besonders stark wachsen

die Einfuhren hochwertiger Teilstücke: Rund 60 Prozent der Hähnchenimporte sind

inzwischen Premium-Teilstücke wie Brustfleisch.

Internationaler Handel bleibt ein unverzichtbarer Bestandteil der Versorgung.

Die Studie warnt jedoch davor, sich bei einem strategisch wichtigen Lebensmittel

zu einseitig von wenigen Lieferregionen abhängig zu machen. Tierseuchen,

geopolitische Konflikte, Exportbeschränkungen sowie schwankende Futter-,

Energie- und Transportkosten können Lieferketten kurzfristig belasten. Eine

leistungsfähige heimische Produktion ergänzt offene Märkte deshalb um ein

belastbares Sicherheitsnetz.

Dr. Nicolas Wüthrich, Partner bei Roland Berger, beschreibt die strategische

Bedeutung der heimischen Produktion von Geflügelfleisch so: "Deutschland sollte

sich strategisch wappnen. Wir beobachten, dass Lieferketten anfälliger werden

und geopolitische Verwerfungen schneller auf Agrarmärkte und Lebensmittelpreise

durchschlagen. Deutschland verfügt zugleich über günstige natürliche Ressourcen

und Bedingungen, Know-how und eine leistungsfähige Infrastruktur. Es ist daher

strategisch sinnvoll, die heimische Geflügelproduktion als starke Säule der

Ernährungssicherheit und der Versorgung auszubauen. Dafür braucht es schnellere

Genehmigungen für neue Anlagen, digital vereinfachte Verwaltungsprozesse, eine

stärkere Sichtbarkeit heimischer Standards und vergleichbare

Wettbewerbsbedingungen in Europa."

Mehr heimische Produktion

Um die zusätzliche Nachfrage stärker aus heimischer Erzeugung zu bedienen, wären

bis 2040 bei Hähnchen 130 bis 180 neue Ställe pro Jahr erforderlich -

deutschlandweit. Ergänzend braucht es zusätzliche Kapazitäten in Schlachtung und

Verarbeitung.

Die Voraussetzungen in Deutschland sind grundsätzlich gut: Deutschland ist

aufgrund seines gemäßigten Klimas, verfügbarer Wasser- und Flächenressourcen,

qualifizierter Fachkräfte, kurzer Wege und eng vernetzter Wertschöpfungsketten

eine Gunstregion für die Geflügelfleischerzeugung. Mehr als die Hälfte der

Geflügelhalter hat bereits in Energieeffizienz investiert, etwa in Photovoltaik.

Weitere rund 30 Prozent planen entsprechende Maßnahmen.

Der Lösungsansatz: Vier Schritte für mehr Versorgungssicherheit

Die Studie beschreibt einen pragmatischen Handlungspfad, mit dem die

Investitionsbereitschaft der Branche in reale Kapazitäten übersetzt werden kann.

Ziel ist keine Abschottung des Marktes, sondern eine ausgewogene Verbindung von

internationalem Handel und einer starken, bundesweit breit aufgestellten

heimischen Produktion.

1. Genehmigungen beschleunigen und Umbauten ermöglichen

Planungs-, Bau-, Umwelt- und Immissionsschutzverfahren sollten einfacher,

digitaler und verlässlicher werden. Auch die Umnutzung leerstehender Ställe

sollte schneller möglich sein. Klare politische Leitlinien können Kommunen und

Behörden zusätzliche Entscheidungssicherheit geben.

2. Bürokratie digital reduzieren

Eine zentrale One-Stop-Agency sollte das Prinzip "einmal erfassen, mehrfach

nutzen" umsetzen. Bereits vorhandene Daten aus Qualitätssicherung,

Tierwohlprogrammen und behördlichen Meldesystemen könnten so sicher verknüpft

und Doppelmeldungen vermieden werden.

3. Heimische Qualität und Herkunft sichtbar machen

Hohe deutsche Standards bei Nachhaltigkeit, Tierwohl, Biosicherheit, Umwelt- und

Verbraucherschutz sollten im Wettbewerb erkennbar sein. Eine nachvollziehbare

Herkunftskennzeichnung - auch in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung -

ermöglicht informierte Kaufentscheidungen und honoriert heimische Qualität.

4. Faire europäische Wettbewerbsbedingungen schaffen

Tierwohl-, Umwelt-, Arbeits- und Kontrollstandards sollten im EU-Binnenmarkt

vergleichbar ausgelegt und vollzogen werden. Auch Importe aus Drittstaaten

brauchen äquivalente Anforderungen oder wirksame Ausgleichsmechanismen. So

lassen sich hohe Standards, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche

Tragfähigkeit miteinander verbinden.

"Die Bundesregierung kann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Sie kann die

Resilienz und Ernährungssicherheit Deutschlands verbessern und zugleich eine

gesunde, proteinreiche und vergleichsweise klimaeffiziente Ernährung fördern",

stellt Wolfgang Schleicher fest. "Die Branche ist bereit. Jetzt geht es darum,

gemeinsam die richtigen Weichen zu stellen."

Über die Studie

Die Roland Berger Geflügelstudie 2026 wurde im Auftrag des Zentralverbandes der

Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) erstellt. Sie wertet unter anderem Daten des

Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, des Statistischen

Bundesamts sowie weitere wissenschaftliche und marktbezogene Quellen aus. Die

Szenarien bis 2040 beruhen auf Fortschreibungen der Entwicklung der vergangenen

15 beziehungsweise 30 Jahre. Sie sind keine punktgenauen Vorhersagen, sondern

zeigen die Bandbreite möglicher Entwicklungen unter den heutigen

Rahmenbedingungen. Bitte senden Sie uns eine E-Mail an

mailto:presse@zdg-online.de, wenn Sie die vollständige Studie erhalten möchten.

Über den ZDG

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. vertritt als Dach- und

Spitzenorganisation die Interessen der deutschen Geflügelwirtschaft auf Bundes-

und EU-Ebene. Seine Mitglieder bilden die Wertschöpfungskette von der Erzeugung

über Schlachtung und Verarbeitung bis zur Eierwirtschaft ab.

Über Roland Berger

Roland Berger ist die einzige führende Strategieberatung mit europäischen

Wurzeln. Das Unternehmen vereint tiefe Industrie- und Branchenkenntnis mit

umfassender Erfahrung in zentralen Managementfunktionen und

Transformationsprojekten. 1967 gegründet und mit Hauptsitz in München,

unterstützt Roland Berger Unternehmen weltweit bei der Gestaltung und Umsetzung

komplexer Transformationen - von strategischer Neuausrichtung über

Performance-Steigerung bis hin zur Entwicklung und Anwendung datenbasierter,

KI-gestützter Lösungen. Roland Berger hat sich unternehmensweit

Net-Zero-Emissionsziele bis 2040 gesetzt, die von der Science Based Targets

Initiative validiert wurden. Über die Fortschritte berichtet das Unternehmen

jährlich in seinem ESG-Bericht. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen

Umsatz von über einer Milliarde Euro.

Pressekontakt:

Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG)

Wolfgang Schleicher | Geschäftsführer

Claire-Waldoff-Str. 7 | 10117 Berlin

Tel. 030 288831-30 | Fax 030 288831-50

E-Mail: mailto:presse@zdg-online.de | Internet: http://www.zdg-online.de

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