Commerzbank-Aktie gibt ab: UniCredit weitet Beteiligung erneut aus - Ablehnung des Angebots bekräftigt
Die UniCredit hat sich über Finanzinstrumente Zugriff auf weitere Commerzbank-Anteile gesichert.
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Wie aus einer Pflichtmitteilung hervorgeht, sind der italienischen Bank Stand Montag direkt und indirekt 38,87 Prozent der Stimmrechte zuzurechnen, nach zuvor 32,64 Prozent. Die direkte Beteiligung liegt dabei unverändert bei 26,77 Prozent. Über Finanzinstrumente sind der Bank nun 12,10 statt 5,87 Prozent zuzurechnen.
Die UniCredit hat am 5. Mai ein Übernahmeangebot vorgelegt. Dies sieht vor, dass Commerzbank-Aktionäre pro angedientem Anteilsschein 0,485 UniCredit-Aktien bekommen sollen. Bei Veröffentlichung der Offerte vor knapp zwei Wochen entsprach dies einem Abschlag von 8,7 Prozent auf den Commerzbank-Schlusskurs vom Vortag.
Die Commerzbank weist die Avancen der italienischen Bank zurück. Am Mittwoch findet die Hauptversammlung der Frankfurter Bank in Wiesbaden statt.
Commerzbank: Aktionäre sollten UniCredit-Angebot nicht annehmen
Die Commerzbank hat ihre Ablehnung des UniCredit-Angebots bekräftigt. Vorstand und Aufsichtsrat kommen in ihrer gemeinsamen begründeten Stellungnahme zu dem am 5. Mai veröffentlichten öffentlichen Übernahmeangebot zu dem Ergebnis, dass die UniCredit den Aktionären keine angemessene Prämie biete und keinen nachvollziehbaren und belastbaren strategischen Plan für einen Zusammenschluss vorgelegt habe. Die Gremien empfehlen den Aktionären, das Angebot nicht anzunehmen. Sie sehen die Bank mit ihrer auf Eigenständigkeit ausgerichteten Strategie besser aufgestellt.
"Was die UniCredit als Zusammenschluss bezeichnet, erweist sich als Restrukturierungsvorschlag, der massiv in unser bewährtes und profitables Geschäftsmodell eingreifen würde", sagte Vorstandschefin Bettina Orlopp. "Wir haben bei der Commerzbank eine klare und erfolgreiche Strategie mit einer für unsere Aktionäre attraktiven Wachstumsperspektive."
Aufsichtsratschef Jens Weidmann bezeichnete die Pläne von UniCredit als "unausgereift". Sie "bergen erhebliche Risiken und gefährden die auf Vertrauen und Verlässlichkeit aufgebauten Kundenbeziehungen der Commerzbank ebenso wie die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter", so Weidmann. "Da es sich um ein Aktientauschangebot in UniCredit-Aktien handelt, müssten die Aktionäre der Commerzbank diese Risiken als zukünftige UniCredit-Aktionäre mittragen, wenn sie das Angebot annehmen."
Das Übernahmeangebot sieht vor, dass Commerzbank-Aktionäre pro angedientem Anteilsschein 0,485 UniCredit-Aktien bekommen sollen. Am 15. Mai, dem letzten Handelstag vor der Veröffentlichung der begründeten Stellungnahme, lag der rechnerische Angebotswert laut Commerzbank mit 34,56 Euro unter dem Schlusskurs der Aktie von 36,48 Euro.
Die UniCredit hatte zudem Restrukturierungsvorschläge für die Commerzbank unterbreitet. Am 8. Mai wiederum legte die Commerzbank neue Ziele für den Strategiehorizont bis 2030 vor. Am 20. Mai findet die Hauptversammlung der Commerzbank statt.
Die Commerzbank-Aktie notiert via XETRA zeitweise 0,66 Prozent tiefer bei 36,24 Euro.
DOW JONES
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Bildquellen: Commerzbank AG, 360b / Shutterstock.com
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