Klarna-Aktie bricht trotz starkem Quartal nach schwacher Umsatzprognose zweistellig ein
Klarna übertraf mit dem Umsatz im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Analysten deutlich, dennoch geraten die Papiere im US-Handel unter Druck.
Werte in diesem Artikel
- Starkes Quartal, schwacher Ausblick bei Umsatz und Marge
- Deutscher Markt bereitet dem Zahlungsdienstleister sichtlich Kopfzerbrechen
- Anleger erinnern sich an einen ähnlichen Kurseinbruch vom Jahresbeginn
Der Zahlungsdienstleister Klarna hat Zahlen zum zweiten Quartal 2026 vorgelegt, die Umsatz und Ergebnis je Aktie über den Erwartungen der Analysten zeigten. Gleichzeitig senkte der Zahlungsdienstleister und Anbieter digitaler Bankprodukte seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr deutlich unter den Marktkonsens. Die Aktie rauscht daraufhin abwärts.
Umsatz und Marge übertreffen die Erwartungen
Klarna meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 1,04 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 27 Prozent im Jahresvergleich und über dem Analystenkonsens von 992,82 Millionen US-Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,01 US-Dollar und damit ebenfalls über der Schätzung von minus 0,05 US-Dollar. Das Bruttowarenvolumen kletterte auf 36,6 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, während die Transaction Margin Dollars mit 446 Millionen US-Dollar um 42 Prozent zulegten. Das bereinigte operative Ergebnis verdreifachte sich nahezu auf 91 Millionen US-Dollar.
Auch beim Nettoergebnis drehte Klarna ins Positive: Nach einem Verlust von 53 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal stand nun ein Gewinn von 9 Millionen US-Dollar zu Buche. Die Zahl aktiver Konsumenten wuchs auf 120 Millionen, ein Plus von 8 Prozent, während die Zahl der angeschlossenen Händler um 54 Prozent auf über 1,2 Millionen stieg. CEO und Mitgründer Sebastian Siemiatkowski verwies darauf, dass der Umsatz je aktivem Nutzer um 24 Prozent gewachsen sei. Das vertiefte Engagement der Kunden habe laut Siemiatkowski zum Wachstum der Transaction Margin Dollars beigetragen.
Klarna-Aktie reagiert auf gesenkten Jahresausblick
Trotz der überraschend starken Quartalszahlen senkte Klarna die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 auf eine Spanne von 4,08 bis 4,16 Milliarden US-Dollar. Der Mittelwert von 4,12 Milliarden US-Dollar liegt deutlich unter dem Analystenkonsens von 4,42 Milliarden US-Dollar und auch unter der vorherigen Konzernprognose von über 4,34 Milliarden US-Dollar. Als Gründe nannte das Unternehmen Währungsumrechnungseffekte von rund 600 Millionen US-Dollar sowie eine vorsichtigere Einschätzung der Volumina in Deutschland, dem nach eigenen Angaben größten Markt des Unternehmens. Die GMV-Prognose sank entsprechend auf 149 bis 151 Milliarden US-Dollar von zuvor über 155 Milliarden US-Dollar.
Gleichzeitig hob Klarna die Prognose für die Transaction Margin Dollars auf 1,62 bis 1,65 Milliarden US-Dollar an, was rund 1,09 Prozent des Bruttowarenvolumens entspricht gegenüber zuvor über 1,04 Prozent. Für das dritte Quartal 2026 stellte das Unternehmen einen Umsatz zwischen 940 und 980 Millionen US-Dollar sowie ein bereinigtes operatives Ergebnis von 5 bis 15 Millionen US-Dollar in Aussicht.
Die Klarna-Aktie bricht an der NYSE zeitweise um 22,73 Prozent auf 15,08 US-Dollar ein
Analysten uneins, Erinnerung an Februar-Einbruch
Von 14 Analysten, die Klarna beobachten, votieren nach dem Konsensbild acht Häuser mit Buy und sechs mit Hold, ein Verkaufsvotum liegt nicht vor. Das mittlere Kursziel liegt bei 22,62 US-Dollar bei einer Spanne von 19 bis 27 US-Dollar. Ob dies auch nach der Bilanzvorlage so bleiben wird, bleibt abzuwarten.
Die Reaktion der Anleger erinnert an ein Muster, das sich bereits bei den Zahlen zum vierten Quartal 2025 zeigte: Damals hatte Klarna erstmals einen Milliardenumsatz erzielt, dennoch war die Aktie im NYSE-Handel um rund 27 Prozent eingebrochen, mit weiteren Abgaben am Folgetag. Beobachter hatten bereits im Vorfeld der aktuellen Zahlen auf vorsichtige Investoren verwiesen, nachdem das Management beim vorangegangenen Quartalsupdate ein moderateres kurzfristiges Gewinnniveau in Aussicht gestellt hatte.
Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
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