Prognosesenkung

Siemens Healthineers Aktie gibt nach: Prognose gesenkt - Labordiagnostik auf dem Prüfstand


Siemens Healthineers Aktie gibt nach: Prognose gesenkt - Labordiagnostik auf dem Prüfstand

Siemens Healthineers streicht nach erheblichen Umsatzeinbußen in China im abgelaufenen Quartal die Prognose für das Geschäftsjahr 2025/26 zusammen und stellt das Diagnostikgeschäft auf den Prüfstand.

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Der Medizintechnikkonzern begründete die Prognosesenkung mit einer strukturellen Veränderung des chinesischen Marktes für Labordiagnostik sowie einer gestiegenen Inflationserwartung.

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Belastend wirken im abgelaufenen Quartal überdies Handelszölle und negative Wechselkurseffekte. "Obwohl das Umfeld schwierig bleibt, ist unser synergetischer Kern aus Imaging und Precision Therapy weiter mit gutem Momentum auf Kurs", sagte Vorstandschef Bernd Montag. "Zudem ergreifen wir Maßnahmen für die Zukunft des Unternehmens: Wir leiten die nächsten Schritte zur Schaffung von Optionen für Diagnostics ein."

Im Diagnostics-Geschäft gingen die Einnahmen auf vergleichbarer Basis um 6,5 Prozent zurück und die Marge sank auf 0,9 Prozent. Konzernweit verbuchte Healthineers im abgelaufenen Quartal bei 3,1-prozentigem vergleichbarem Wachstum ein bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) von 836 Millionen Euro - ein Rückgang von 14,9 Prozent. Die entsprechende Marge lag bei 14,7 Prozent - 1,9 Punkte unter dem Vorjahreswert und unter der Markterwartung von knapp 15,1 Prozent. Nominell ging der Umsatz um 3,9 Prozent auf 5,68 Milliarden Euro zurück. Analysten hatten mit 5,77 Milliarden Euro Umsatz und 868 Millionen Euro bereinigtem EBIT gerechnet.

Im Gesamtjahr erwartet das Siemens Healthineers nunmehr 4,5 bis 5 Prozent vergleichbares Wachstum statt wie bisher erwartet 5 bis 6 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie wird in einer Größenordnung von 2,20 bis 2,30 Euro gesehen statt wie bisher zwischen 2,20 bis 2,40 Euro.

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Schwache Diagnostik lastet schwer auf Siemens Healthineers

Bei den in diesem Jahr bereits um fast ein Fünftel gesunkenen Papieren von Siemens Healthineers hat sich nach der Quartalsbilanz am Donnerstag der Abwärtsdruck verstärkt. Mit einem Abschlag via XETRA von letztlich 4,72 Prozent auf 33,93 Euro waren die Aktien hinter Hannover Rück und Rheinmetall der größte Verlierer im DAX. Allerdings ging das Minus des Rückversicherers auf den Dividendenabschlag zurück.

Die Papiere des Herstellers von Medizintechnik verhinderten gegen Mittag einen Rückfall auf das tiefste Niveau seit mehr als sechs Jahren nur knapp. Anhaltende Probleme der Labordiagnostik-Sparte in China sowie die wieder steigende Inflation lassen den Medizintechnikkonzern für das laufende Geschäftsjahr pessimistischer werden. Der Umsatz dürfte 2025/26 auf vergleichbarer Basis nur noch um 4,5 bis 5,0 Prozent steigen. Zuvor hatte das Unternehmen ein Wachstum von 5,0 bis 6,0 Prozent in Aussicht gestellt.

Die Senkung der Prognose für den Umsatz basiere auf dem Segment Diagnostik, schrieb Sven Kürten von der DZ Bank in einer ersten Einschätzung. "Diagnostics enttäuscht erneut deutlich" Ein Rückgang des vergleichbaren Wachstums um 6,5 Prozent und eine Marge vor nur 0,9 Prozent zeigten, dass die strukturelle Schwäche auf dem chinesischen Absatzmarkt ausgeprägter sei als erwartet.

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Mit einem Kursverlust von fast einem Viertel im Börsenjahr 2026 zählen Siemens Healthineers zu den größten Verlierern im DAX. Noch schlechter schnitten nur QIAGEN und SAP ab. Vom Rekordhoch vom November 2021 hat sich der Kurs mittlerweile halbiert. Auf dem niedrigen Kursniveau raten derweil 17 von 23 Analysten, die laut Bloomberg die Aktien bewerten, zum Kauf beziehungsweise zum Übergewichten im Portfolio. Verkaufsempfehlungen gibt es dagegen laut Bloomberg derzeit nicht.

Bernstein belässt Siemens Healthineers auf 'Outperform'

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat Siemens Healthineers nach Quartalszahlen auf "Outperform" mit einem Kursziel von 52,15 Euro belassen. Das Umsatzwachstum und das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) des Medizintechnikkonzerns hätten die Konsensschätzungen verfehlt, während das bereinigte Ergebnis je Aktie darüber liege, schrieb Susannah Ludwig am Donnerstag in einer ersten Reaktion. Die Ausblickssenkung wegen der Herausforderungen im Diagnostikgeschäft sowie der anziehenden Inflation komme nach entsprechenden vorherigen Signalen des Unternehmens nicht ganz überraschend. Die im Verhältnis zum Umsatz schwache Auftragslage dürfte am Markt indes mit Vorsicht betrachtet werden.

Dow Jones Newswires / dpa-AFX Broker

Bildquellen: Siemens AG, testing / Shutterstock.com

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09.07.26 Siemens Overweight JP Morgan Chase & Co.
07.07.26 Siemens Underweight Barclays Capital
07.07.26 Siemens Buy UBS AG
03.07.26 Siemens Sector Perform RBC Capital Markets
30.06.26 Siemens Hold Deutsche Bank AG