Laptopstudie versetzt Anleger in Panik: Darum haben die Aktien von D-Wave Quantum, Rigetti und IonQ nachgegeben
Erst Milliarden aus Washington, dann ein Paper vom Flatiron Institute. Der Quantensektor hatte seine stärkste Woche seit Monaten. Kurz haben D-Wave, Rigetti und IonQ gleichzeitig nach.
Werte in diesem Artikel
Nachdem die US-Regierung Fördermittel im Zuge des "CHIPS and Science Acts" bewilligt haben, ging es für die Aktien von D-Wave Quantum, Rigetti Computing und IonQ deutlich nach oben. Doch inzwischen hat sich die Stimmung geändert. Im vorbörslichen US-Handel am Donnerstag zeigten sich die Aktien noch mit deutlich roten Vorzeichen. D-Wave Quantum scheint sich nach der Verlustserie jedoch wieder zu Erholen: So gewinnen die Papiere zeitweise 7,31 Prozent auf 29,49 US-Dollar nach. Gleiches gilt für Rigetti und IonQ, die stellenweise 8,04 Prozent auf 26,60 US-Dollar beziehungsweise 7,47 Prozent auf 70,28 US-Dollar zulegen.
Was wie ein normaler Rücksetzer nach einem starken Lauf aussieht, hatte einen konkreten Auslöser: Forscher des Flatiron Institute und der Boston University veröffentlichten eine Studie in der Fachzeitschrift Science, die zeigte, dass ein klassischer Algorithmus D-Waves Kernbeweis für Quantenüberlegenheit replizieren kann, mit Berechnungen, die auf einem gewöhnlichen Laptop liefen. Dass das Papier Rigetti und IonQ gleich mit in die Verlustzone zieht, obwohl es unmittelbar nur D-Waves Behauptung betrifft, zeigt, wie sehr der gesamte Sektor an einer gemeinsamen Geschichte hängt.
Wenn ein Laptop die Kernthese in Frage stellt
D-Wave hatte im März 2025 in der Fachzeitschrift Science einen Meilenstein verkündet: Der Advantage2-Prozessor mit 5.000 Qubits könne Probleme lösen, die klassischen Rechnern verschlossen bleiben. Die Forscher des Flatiron Institute zeigten nun, dass ein klassischer Algorithmus dieselbe Aufgabe mit vergleichbarer Genauigkeit bewältigt, wobei einige der Berechnungen auf einem gewöhnlichen Laptop gelaufen sein sollen. D-Wave wies die Schlussfolgerungen zurück und argumentierte, die Flatiron-Arbeit decke nicht den vollen Umfang des original publizierten Ergebnisses ab, insbesondere nicht die schwersten Probleminstanzen auf dreidimensionalen Gittern und biclique-Topologien. Das Unternehmen sieht einen partiellen Fortschritt der klassischen Simulation, aber keine vollständige Widerlegung seines Quantenüberlegenheitsnachweises. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung dürfte sich über Monate hinziehen. Die Börsenbewertung wartet nicht darauf.
Was das für Anleger bedeutet
Analysten bewerten die Verluste weniger als Vertrauensverlust in die Quantentechnologie denn als Korrektur nach einem heißen Handelsmoment: Rally auf einen Katalysator, dann Rückbesinnung auf Verluste und den langen Weg zur Profitabilität. Das Muster hat sich 2026 mehrfach wiederholt. Die Ausgangslage macht es besonders heikel: Auf Basis des Jahresumsatzes werden IonQ mit dem 109-fachen, Rigetti mit dem 836-fachen und D-Wave mit dem 791-fachen des jeweiligen Jahresumsatzes gehandelt. Bei solchen Multiples genügt eine Erschütterung der technologischen Geschichte, um zweistellige Korrekturen auszulösen. Dabei zeigt sich ein Qualitätsgefälle im Sektor: IonQ hat messbaren Umsatz und eine angehobene Jahresprognose, D-Wave und Rigetti stehen deutlich früher in der Kommerzialisierung. D-Waves Buchungen in Rekordhöhe von 33,4 Millionen Dollar und eine Barreserve von 588,4 Millionen Dollar geben Kapitalrückhalt, aber noch keinen stabilen Umsatzboden.
Den nächsten Datenpunkt liefert D-Wave noch heute: Das Management nimmt an der TD-Cowen-Konferenz in New York teil, wo CEO Alan Baratz die Flatiron-Debatte öffentlich einordnen muss. Am 18. Juni folgt in London das Nutzerforum Qubits Europe 2026.
Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
Ausgewählte Hebelprodukte auf D-Wave Quantum
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf D-Wave Quantum
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Bildquellen: T. Schneider / Shutterstock.com
Aktuelle D-Wave Quantum Aktie News
D-Wave Quantum Analysen
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für D-Wave Quantum nach folgenden Kriterien zu filtern.
Alle: Alle Empfehlungen
Keine Analysen gefunden.
