Rally trifft auf Gegenwind

Schaukelbörse geht für die Cerebras-Aktie weiter: Nach Kurssprung folgen Gewinnmitnahmen


Schaukelbörse geht für die Cerebras-Aktie weiter: Nach Kurssprung folgen Gewinnmitnahmen

Die starken Kursschwankungen gehen weiter: Nach einer kräftigen Kursrally meldet sich am Dienstag bei Cerebras-Anlegern schon wieder die Skepsis zurück.

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  • Ein Analystenbericht zu einem OpenAI-Service-Tier setzt die Aktie in Bewegung
  • Kaum erholt, gerät das Papier schon wieder unter Verkaufsdruck
  • Wall-Street-Häuser bleiben trotz der Schwankungen überwiegend optimistisch
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350 Dollar war der Erstkurs der Cerebras-Aktie zum Börsengang Mitte Mai - seitdem hat der Anteilsschein rund 28 Prozent an Wert verloren. Doch diese Entwicklung verlief stark volatil: Auf Monatssicht liegt die Aktie rund 21 Prozent im Plus. Von Kursberuhigung ist auch am Dienstag keine Spur: Nach einem Aufschlag von rund 15 Prozent zum Wochenstart spielt sich an der NASDAQ bereits wieder ein sattes Minus von 13,45 Prozent auf 218,10 US-Dollar ab.

Wedbush sieht Cerebras als Compute-Backbone für OpenAI

Auslöser der Rally am Montag war ein Bericht von Wedbush Securities, der Cerebras Systems als zentralen Rechenpartner für OpenAIs neuen "Ultrafast"-Modus von GPT-5.6 Sol einordnete. Das Unternehmen hatte am 13. August offiziell bekanntgegeben, den neuen Service-Tier anzutreiben, der laut eigenen Angaben bis zu 750 Output-Tokens pro Sekunde liefert und damit bis zu 14-mal schneller arbeitet als der Standardmodus, bei gleicher Modellintelligenz. Wedbush verwies zudem darauf, dass OpenAI zur Abnahme von 750 Megawatt Cerebras-Rechenkapazität bis 2028 verpflichtet ist, wobei die Vereinbarung Optionen zur Ausweitung bis 2030 vorsieht. Grundlage ist eine geschlossene mehrjährige Liefervereinbarung über 20 Milliarden US-Dollar, zu der OpenAI zusätzlich eine Milliarde US-Dollar an Finanzierung für den Bau von Cerebras-Rechenzentren zugesagt hatte.

Wachstum bei Cerebras trifft auf hohe Verluste

In der vergangenen Woche hatte die Cerebras-Aktie mit einem kräftigen Kursrückgang auf die Zahlen zum zweiten Quartal reagiert, da der Umsatz unter den Erwartungen lag, obwohl Cerebras zugleich Rekordergebnisse und eine angehobene Jahresprognose gemeldet hatte. Der GAAP-Gesamtumsatz stieg um 74 Prozent auf 180,1 Millionen US-Dollar, der Kernumsatz auf non-GAAP-Basis kletterte um 103 Prozent auf 209,9 Millionen US-Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich das Cloud- und Servicegeschäft, dessen GAAP-Umsatz um 281 Prozent auf 126,0 Millionen US-Dollar zulegte. Dem stand ein GAAP-Nettoverlust von 450,5 Millionen US-Dollar gegenüber, nach einem Nettogewinn von 309,5 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Cerebras hob dennoch die Jahresprognose an und erwartet für 2026 nun einen Kernumsatz zwischen 880 und 890 Millionen US-Dollar. CFO Bob Komin bezifferte die offenen Auftragsverpflichtungen zum 30. Juni 2026 auf 25,4 Milliarden US-Dollar und stellte für 2027 einen mehr als verdreifachten Umsatz in Aussicht.

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Zehn Analysten stufen die Aktie unverändert als Strong Buy ein, bei einem mittleren Kursziel von 298,90 US-Dollar und einer Spanne von 275 bis 330 US-Dollar. Citi-Analyst Atif Malik bestätigte zuletzt sein Buy-Rating, senkte aber das Kursziel von 340 auf 320 US-Dollar, Craig-Hallum-Analyst Richard Shannon nannte tags zuvor 325 US-Dollar als Ziel, ebenfalls mit Kaufempfehlung.

Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

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