ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Börsen leiden unter Angst vor Energiekrieg


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PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Europas Börsen sind am Donnerstag wegen der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten stark unter Druck geraten. Angriffe des Irans auf die Flüssiggasanlagen in Katar und die Androhung von Vergeltung durch US-Präsident Donald Trump verstärkten die Sorgen, dass ein Energiekrieg entsteht. Wieder angezogene Öl- und Gaspreise hielten die Inflations- und Konjunkturängste der Anleger hoch.

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Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx (EuroStoxx 50) schloss 2,14 Prozent tiefer bei 5.613,83 Punkten. Den starken Verlusten schlossen sich auch wichtige Länderindizes außerhalb der Eurozone an: Der Schweizer SMI sank um 2,40 Prozent auf 12.459,54 Punkte und der britische FTSE 100 verlor 2,35 Prozent auf 10.063,50 Zähler.

Die Europäische Zentralbank (EZB), die die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert beließ, betonte angesichts des Iran-Krieges die Gefahr eines Preisschubs in der Eurozone. "Die hohe Unsicherheit hierüber rechtfertigt die vorerst noch abwartende Haltung der EZB", schrieb der Analyst Christian Lips von der NordLB. Die negativen Erfahrungen aus dem Jahr 2022 sprächen für hohe Wachsamkeit und ein eher frühes, dafür aber maßvolles Gegensteuern.

Experten zufolge warf auch der Große Verfall an den Terminbörsen seine Schatten voraus, der am Freitag stattfindet. "Die Stimmung auf dem Börsenparkett verschlechtert sich im Gleichklang mit der abnehmenden Bereitschaft der institutionellen Anleger, weiter hohe Aktienquoten in ihren Portfolios halten zu wollen", merkte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst beim Broker CMC Markets, dazu an.

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Die Entwicklung der Einzelsektoren spiegelte die jüngste Entwicklung wider. Einziger Sektor im Plus waren Ölwerte. Entsprechend waren die beiden größten unter den wenigen Gewinnern im EuroStoxx TotalEnergies und Eni mit Anstiegen um bis zu 4,2 Prozent.

Massive Verluste erlitten dagegen energieintensive und konjunkturabhängige Werte, allen voran jene aus dem Rohstoff- und Metallsektor. Nicht nur die Gold- und Silberpreise fielen deutlich wegen schwindender Hoffnung auf sinkende Zinsen, auch bei Industriemetallen kam Druck auf. Titel des Stahlkonzerns ArcelorMittal und der Minenkonzerne Rio Tinto sowie Anglo American verloren jeweils mehr als sechs Prozent an Wert.

Auch Autowerte und der zinssensible Immobiliensektor gaben vor dem Hintergrund der Inflationsangst besonders deutlich nach. Geprägt war dies auch von einem Kursrutsch um 12 Prozent beim deutschen Unternehmen Vonovia (Vonovia SE), dem vorgelegte Zahlen nicht halfen. JPMorgan-Analyst Neil Green verwies vor allem auf die Inflationsrisiken und daher steigende Anleiherenditen, die der Branche allgemein Probleme bereiten.

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Unter den kleineren Werten gelang es DocMorris nicht, die zeitweisen Gewinne über die Ziellinie zu bringen. Aus dem Handel gingen die Papiere der Online-Apotheke 2,6 Prozent tiefer. Das Unternehmen hatte für 2025 erneut tiefrote Zahlen berichtet. Gleichzeitig wurden die Erwartungen beim operativen Ergebnis erfüllt. Zudem bekräftigte das Unternehmen seine Ziele für 2026.

Ein großer Verlierer waren im Chemiesektor noch die Titel von Akzo Nobel, die nach einer Abstufung der Investmentbank Barclays um 7,5 Prozent abrutschten. Länger hohe Ölpreise setzten den Farbenhersteller im Vergleich zu anderen Chemieunternehmen unter besonders hohen Margendruck, argumentierte die Epxertin Katie Richards. Steigende Kosten könne Akzo Nobel nur langsam weiterreichen./tih/jha/

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