ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Ungemütlich - Turbulenzen am Ölmarkt
FRANKFURT (dpa-AFX) - Unter dem Eindruck der Turbulenzen am Ölmarkt hat der Dax (DAX 30) am Dienstag kräftige Abschläge verbucht. In der ersten Stunde nach dem Start belief sich das Minus auf 2,39 Prozent auf 10 421,16 Punkte. Die in der vergangenen Woche erreichten 10 820 Punkte seien möglicherweise bereits der Höhepunkt der jüngsten Erholungsrally gewesen, hieß es von den Charttechnik-Experten der UBS.
Angebot und Nachfrage am Ölmarkt klaffen derzeit stark auseinander. Die Corona-Pandemie legt die ohnehin schon in billigem Öl schwimmende US-Wirtschaft lahm - der Bedarf an dem Rohstoff sinkt dadurch kräftig, die Öllager drohen überzulaufen. Sollte nun die US-Ölindustrie mit ihren vielen kleineren Unternehmen noch stärker unter Druck geraten, fürchten Experten eine Pleitewelle, die womöglich auch die Finanzbranche belasten könnte.
"Solche Preisasymmetrien wie am Ölmarkt setzen nicht nur Ölförderunternehmen unter Druck, sie ziehen oft auch größere Handelsverluste bei Investmentbanken und Hedgefonds nach sich, die dann wiederum Geld aus andere Anlagen wie etwa Aktien oder Anleihen abziehen müssen", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Ihm zufolge dürfte dies noch zu erheblichen Kursturbulenzen an den internationalen Finanzmärkten führen. Im Dax kann er sich einen weiteren Kursrückgang bis unter 10 000 Punkte vorstellen.
Für den MDAX der mittelgroßen Werte ging es im frühen Dienstagshandel um 1,27 Prozent auf 22 175,68 Punkte nach unten. Der EuroStoxx 50 (EURO STOXX 50) als Leitindex der Eurozone sank um 2,4 Prozent.
Neben den Verwerfungen am Ölmarkt kommen aktuell noch Spekulationen über die politische Entwicklung in Nordkorea ins Spiel, da der Machthaber des Landes, Kim Jong Un, sich Berichten zufolge nach einer Operation in kritischem Zustand befindet.
Die Papiere von SAP (SAP SE) sanken um gut zweieinhalb Prozent. Überrascht hat laut Börsianern die Nachricht, dass Jennifer Morgan als Co-Vorstandschefin den Softwarekonzern verlassen und somit Christian Klein der alleinige Vorstandschef sein werde, zumal die beiden als Duo erst vor gut einem halben Jahr angetreten seien. Ein Händler verwies zudem als Kursbelastung darauf hin, dass SAP die Erwartungen an den freien Cashflow nach unten geschraubt habe.
Mit 273 Euro erreichten die Aktien von Sartorius (Sartorius vz) einen weiteren Höchststand, obwohl der Konzern die Dividende auf den Prüfstand stellt. Der Pharma- und Laborausrüster verspricht den Anlegern wegen der Übernahme von Danaher-Teilen (Danaher) für das Gesamtjahr nun ein Umsatzwachstum von 15 bis 19 Prozent nach zuvor 10 bis 13 Prozent. Ein Experte hob zudem den starken Auftragseingang im Bereich Bioprozesstechnologie positiv hervor. Zuletzt gewannen Sartorius-Aktien an der MDax-Spitze fast sieben Prozent.
Angesichts der mit dem Ölpreis-Schock einhergehenden Sorgen um die Lage der Weltwirtschaft gerieten insgesamt vor allem zyklische und konjunktursensible Werte unter Druck. Im Dax zeigte sich dies an den Aktien von MTU (MTU Aero Engines), Infineon und HeidelbergCement, die als schwächste Index-Werte um bis zu fünf Prozent einbüßten. Vorne im Dax fanden sich mit Beiersdorf, Eon (EON SE) und Munich Re (Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft) defensivere Werte, wobei Beiersdorf die einzigen waren im Plus mit etwas mehr als einem Prozent./ajx/fba
DAX Analysen
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für DAX nach folgenden Kriterien zu filtern.
Alle: Alle Empfehlungen
Keine Analysen gefunden.