ROUNDUP/Aktien New York: Aussicht auf Niedrigzinsen kann nicht mehr beflügeln
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NEW YORK (dpa-AFX) - Der Glaube an weiterhin großzügige Währungshüter hat den Anlegern an den US-Börsen am Donnerstag nicht mehr als Kaufargument gereicht. Am Tag nachdem der marktbreite S&P und die Nasdaq-Indizes neue Rekorde schrieben, ging es nun für alle New Yorker Indizes bergab. Der Dow Jones Industrial (Dow Jones 30 Industrial) fiel um 0,22 Prozent auf 27 210,16 Punkte, konnte sich dabei aber schon etwas vom Tagestief erholen.
Die Europäische Zentralbank machte den Anlegern zwar Hoffnung, dass ihr Glaube an eine noch lockerere Geldpolitik keine Illusion ist. Am Markt hieß es aber, dass die Wortwahl der EZB weniger entschlossen sei als von einigen für möglich gehalten - und so die Messlatte für die Fed in der kommenden Woche nicht sonderlich hoch gelegt werde. Laut dem UBS-Ökonomen Seth Carpenter ist die Frage, ob die US-Notenbank den Leitzins um 50 oder 25 Basispunkte senken wird.
Mit der jüngsten Rally hatten Anleger den Notenbanken schon viel Vorschuss gegeben. Für die weiteren New Yorker Indizes blieben neue Rekorde daher aus. Der S&P 500 gab am Donnerstag um zuletzt 0,18 Prozent auf 3014,02 Punkte nach. Der technologielastige NASDAQ 100 sank um 0,55 Prozent auf 7966,45 Zähler. Die zur Wochenmitte passierte Marke von 8000 Punkten ist damit für den Auswahlindex vorerst wieder Geschichte.
Die Berichtssaison der Unternehmen konnte dem Markt ebenfalls nicht mehr positiv ihren Stempel aufdrücken. Der anhaltende Sinkflug bei der schwergewichtigen Boeing -Aktie angesichts der Krise mit dem 737 Max gab im Dow die negative Richtung vor. Am Vortag schon waren sie wegen tiefroter Zahlen abgerutscht, nun ging es nochmals um mehr als 3 Prozent abwärts auf ein Tief seit Mitte Juni.
Bevor nachbörslich die Zahlen von Giganten wie Alphabet (Alphabet A (ex Google)), Amazon oder Intel erwartet werden, kam der Nachrichtenfluss bei den Quartalsbilanzen bei Anlegern meist negtiv an. Aktien von Dow Inc (Dow) zum Beispiel sackten um 2,6 Prozent ab, weil der Chemiekonzern im abgelaufenen Quartal die abkühlende Weltkonjunktur zu spüren bekam. Umsatz und Gewinn waren im Jahresvergleich zurückgegangen.
Negativ von sich Reden machten auch einige Autokonzerne, allen voran Tesla mit einem Kurssturz um 13 Prozent. Wegen der hohen Anlaufkosten für den Hoffnungsträger Model 3 schockte der Elektroautobauer seine Anleger mit einem überraschend hohen Verlust im zweiten Quartal.
Mit 6,8 Prozent schwer unter Druck gerieten aus der Autobranche auch die Ford (Ford Motor)-Aktien. Hier waren es hohe Kosten für den Konzernumbau, die einen heftigen Gewinneinbruch im zweiten Quartal verursachten und so die Anleger verschreckten. General Motors konnten sich dem Trend nicht entziehen, sie fielen um knapp 1 Prozent.
Mit minus 5 Prozent waren die Aktien von Paypal ein großer Verlierer unter den Technologiewerten an der Nasdaq. Der Online-Bezahldienst hat seine Anleger mit einem gesenkten Umsatzausblick vor den Kopf gestoßen. Dabei konnten sich die Ergebnisse für das abgelaufene zweite Quartal noch gut sehen lassen.
Einen Lichtblick gab es mit dem Mischkonzern 3M, dessen Aktien im Dow um 1,2 Prozent stiegen. Umsatz und Gewinn sanken zwar, allerdings nicht so stark wie befürchtet. An den bereits im April gekappten Zielen für das Gesamtjahr hält das Management fest./tih/fba
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