ROUNDUP/Deutschland: Industrieproduktion sinkt unerwartet - Keine Wende in Sicht


WIESBADEN (dpa-AFX) - In Deutschland zeichnet sich in der Industrie keine Trendwende ab. Im März ging die Fertigung im Verarbeitenden Gewerbe im Monatsvergleich überraschend um 0,7 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten im Schnitt hingegen ein Plus von 0,4 Prozent erwartet.

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Im Februar war der für die deutsche Wirtschaft wichtige Bereich zudem stärker als ursprünglich gemeldet geschrumpft. Die Fertigung ging nach revidierten Zahlen um 0,5 Prozent zurück. Zuerst wurde ein Rückgang von 0,3 Prozent gemeldet. Im Jahresvergleich meldete das Statistikamt für März kalenderbereinigt ein Minus von 2,8 Prozent. Auch das blieb klar hinter den Erwartungen der Experten zurück.

Am Vortag hatten Auftragsdaten noch positiv überrascht. Im März zog der Auftragseingang im Monatsvergleich überraschend deutlich um fünf Prozent an.

Ökonomen blicken angesichts der Auswirkungen des Iran-Kriegs skeptisch auf die weitere Entwicklung. "Auch für die kommenden Monate ist eher mit einem Rückgang der Produktion zu rechnen", kommentierte Commerzbank-Experte Ralph Solveen. "Denn angesichts der massiv gestiegenen Energiepreise und der in den spürbar gefallenen Stimmungsindikatoren zum Ausdruck kommenden Verunsicherung der Unternehmen durch den Iran-Krieg dürfte die Nachfrage nach deutschen Industriegütern eher wieder nachlassen."

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"Sollte die Straße von Hormus noch länger geschlossen bleiben, drohen Knappheiten - vor allem bei raffinierten Produkten", schreibt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Dies hätte dann erhebliche negative Konsequenzen für die Industrie." Bei einer raschen Öffnung der wichtigen Schiffspassage wären die wirtschaftlichen Rückschläge laut Gitzel in Anbetracht einer insgesamt robusten Weltwirtschaft aber verschmerzbar. /jha/jsl/jha/

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