ROUNDUP/Ewigkeits-Chemikalien: Australien reicht Rekordklage gegen 3M ein


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CANBERRA (dpa-AFX) - Wegen der massiven Belastung durch sogenannte Ewigkeits-Chemikalien geht die australische Regierung juristisch gegen den US-Chemiekonzern 3Mvor. Der Staat fordert nach eigenen Angaben mehr als zwei Milliarden australische Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro) Schadenersatz wegen der Kontamination durch PFAS-haltigen Löschschaum auf Militärstützpunkten. Es handelt sich laut Regierung um die größte Schadensersatzforderung, die Australien je eingereicht hat.

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Die Klage richtet sich gegen den US-Mischkonzern und dessen australische Tochtergesellschaft. Generalstaatsanwältin Michelle Rowland sprach von einem "bedeutenden Rechtsstreit" mit weitreichenden Folgen für Umwelt und öffentliche Finanzen. "Die Regierung ist bereit, sich mit einem der größten multinationalen Konzerne der Welt anzulegen", fügte sie hinzu.

Die 3M-Aktie verlor am Donnerstag im frühen New Yorker Handel unter den schwächsten Werten im S&P 500 mehr als ein Prozent.

Was sind Ewigkeits-Chemikalien?

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) werden wegen ihrer wasser-, fett- und hitzebeständigen Eigenschaften seit Jahrzehnten unter anderem in Löschschaum, Pfannenbeschichtungen und Outdoor-Produkten verwendet. Es handelt sich um eine riesige Gruppe von über 10.000 künstlich hergestellten Industriechemikalien, die in der Natur nicht vorkommen.

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Die Stoffe bauen sich in der Umwelt und im Körper kaum ab und werden deshalb auch "Forever Chemicals" genannt. Studien bringen sie unter anderem mit Leberschäden, niedrigem Geburtsgewicht und bestimmten Krebsarten in Verbindung, wie die Verbraucherzentrale auf ihrer Webseite erläutert.

Das mutmaßliche Fehlverhalten von 3M habe "zu enormen Belastungen für das Verteidigungsministerium und die australischen Steuerzahler geführt", sagte Rowland weiter. Bislang seien bereits mehr als eine Milliarde australische Dollar für Untersuchungen und Dekontaminierung auf Militärgeländen ausgegeben worden.

Der Regierung in Canberra zufolge wurde der belastete Löschschaum an 28 Militärstandorten eingesetzt. Australien wirft 3M vor, behauptet zu haben, die Stoffe seien biologisch abbaubar und ungefährlich. Der US-Gigant habe Hinweise auf "erhebliche schädliche Umwelteffekte" zurückgehalten.

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3M will sich wehren

3M kündigte an, sich gegen die Vorwürfe vor Gericht zu verteidigen. Das Unternehmen erklärte dem Sender SBS zufolge, PFAS nie in Australien produziert und den Verkauf der betroffenen Produkte dort bereits vor rund 20 Jahren eingestellt zu haben. Das australische Militär habe die Löschschäume danach jedoch noch lange weiter verwendet.

Der Konzern sieht sich laut CNN weltweit mit Tausenden Klagen wegen PFAS-Belastungen konfrontiert. In den USA hatte sich 3M im Jahr 2023 bereits auf einen milliardenschweren Vergleich mit Wasserversorgern geeinigt./cfn/DP/men/he

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03.04.18 3M Hold Stifel, Nicolaus & Co., Inc.
15.02.18 3M Underweight Barclays Capital
13.02.18 3M Buy Deutsche Bank AG
23.01.18 3M Neutral UBS AG
10.01.18 3M Hold Deutsche Bank AG

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