ROUNDUP/Ifo: Iran-Krieg verstärkt Unsicherheit bei Unternehmen


MÜNCHEN (dpa-AFX) - Wegen des Iran-Kriegs und seiner Folgen reagieren die Unternehmen in Deutschland einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge immer zurückhaltender. "Der Krieg im Iran hat die Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft spürbar erhöht", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. "Für viele Unternehmen sind die Folgen für das eigene Geschäft derzeit schwer kalkulierbar."

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Demnach fiel es im März 78,6 Prozent der Firmen schwer oder eher schwer, ihre zukünftige Geschäftsentwicklung einzuschätzen, wie die aktuelle Ifo-Konjunkturumfrage ergab. Im Februar waren es noch 75,4 Prozent. Damit sei der Indikator für wirtschaftliche Unsicherheit so hoch wie seit Februar 2024 nicht mehr.

Starke Belastungen im Ausland

Auch die Geschäfte deutscher Unternehmen im Ausland werden vom Konflikt im Nahen Osten stark belasten. Wie die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) ermittelt hat, berichten 85 Prozent der 4.500 weltweit befragten deutschen Firmen von spürbaren Auswirkungen oder rechnen damit. Grund sind steigende Energiepreise und Störungen der Lieferketten.

"Die wirtschaftlichen Folgen treffen die Unternehmen bereits mit voller Wucht", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. "Der Konflikt wirkt global. Er erhöht den Kostendruck, verschärft die Risiken und bremst Investitionen spürbar." Treier: "Das ist kein regionales Problem, sondern ein globaler Belastungstest für die deutschen Unternehmen weltweit. Die Risiken ziehen sich durch alle Märkte und Branchen."

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Wer in Deutschland besonders betroffen ist

Vor allem in der Industrie macht sich laut Ifo Unsicherheit breit. Hier waren 87,7 Prozent der Unternehmen betroffen. "Seit Oktober 2021 liegt dieser Wert durchgehend über 80 Prozent und spiegelt auch die anhaltenden strukturellen Herausforderungen der Branche wider", hieß es in der Ifo-Mitteilung.

"Die Unternehmen sehen sich derzeit einer Vielzahl von Risiken gegenüber - von steigenden Energiepreisen bis hin zu möglichen Störungen in den Lieferketten", sagte Wohlrabe. "Je länger die Unsicherheit anhält, desto mehr geraten Investitionen und Wachstum unter Druck." Wegen des Iran-Kriegs sind die Energiekosten in den vergangenen Wochen in die Höhe geschossen, zudem sind die Lieferketten unter Druck.

In energieintensiven Industrien sind die Werte besonders hoch: In der Chemiebranche liegt die Zahl der Unternehmen mit Unsicherheit bei rund 95 Prozent, bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren bei 93,9 Prozent. Doch auch in anderen Branchen nahm die Unsicherheit deutlich zu. So stieg der Anteil der betroffenen Unternehmen im Dienstleistungssektor um gut fünf Punkte auf 72,0 Prozent, besonders in den Bereichen Transport und Logistik betroffen. Im Handel stieg die Unsicherheit auf ohnehin hohem Niveau leicht./bvi/DP/men

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