ROUNDUP/USA: Beschäftigung schwächelt etwas - Sorge vor höheren Zinsen gedämpft


WASHINGTON (dpa-AFX) - In den USA ist die Beschäftigung im Juni deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die Beschäftigtenzahl stieg viel schwächer als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft legte sie um 57.000 zu, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 113.000 neuen Stellen gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde zudem um insgesamt 74.000 Stellen nach unten revidiert.

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Gestützt wurde der Beschäftigungsaufbau vor allem durch den Dienstleistungssektor. Der Stellenaufbau konzentrierte sich erneut auf den privaten Gesundheitsbereich. Im Freizeit- und Gastronomiesektor wurde hingegen Beschäftigung abgebaut. "Die Fußball-Weltmeisterschaft, deren Beginn mit der Erfassungswoche für die Arbeitsmarktdaten zusammenfiel, hat wider Erwarten nicht für mehr Stellen gesorgt", sagte Bernd Weidensteiner, USA-Experte bei der Commerzbank.

Die Arbeitslosenquote fiel um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent. Volkswirte hatten im Schnitt einen unveränderten Wert von 4,3 Prozent erwartet. Grund für die positive Entwicklung der Quote ist die langsamer wachsende Arbeitsbevölkerung. So hat die Politik von US-Präsident Donald Trump zu einer geringeren Zuwanderung geführt.

Die Löhne sind wie erwartet gestiegen. Gegenüber dem Vormonat legten sie um 0,3 Prozent zu. Volkswirte hatten dies im Schnitt erwartet. Im Vormonat hatte das Lohnplus ebenfalls bei 0,3 Prozent gelegen.

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Der Arbeitsmarktbericht ist nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank keine Enttäuschung. "Auch wenn im Juni die Anzahl der neugeschaffenen Stellen geringer ausfällt als erwartet, ändert dies nichts an der Tatsache, dass sich der US-Arbeitsmarkt seit März wieder im Aufschwung befindet."

Mit Blick auf die US-Notenbank wurden Spekulationen auf eine Leitzinserhöhung gedämpft. "Die unter den Erwartungen liegenden Jobzahlen dürften die zwischenzeitlich immer wieder aufgeflammten Diskussionen um eine kurzfristige Zinserhöhung der Fed erst einmal beenden", schreibt Weidensteiner. "Dazu kommt, dass auch die Inflation wieder nachlassen dürfte." Die deutlich gefallenen Ölpreise würden bereits für eine Entlastung an der Tankstellen sorgen. "Wir sehen uns in unserer Einschätzung bestätigt, dass die Fed in diesem Jahr stillhält", schreibt Weidensteiner.

Der US-Dollar geriet nach den Daten unter Druck. Der Euro stieg auf ein Tageshoch von 1,1473 Dollar. Die Renditen von US-Staatsanleihen gaben etwas nach. Die Aktienmärkte legten kräftig zu. Der Dow Jones Industrial kletterte auf ein Rekordhoch. Auch in Europa verzeichneten zahlreiche Indizes Rekorde./jsl/la/jha/

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