ROUNDUP/ USA: Iran-Krieg treibt Inflationsrate auf 3,8 Prozent


WASHINGTON (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg hat die Inflationsrate im April erneut nach oben getrieben. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,8 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Im März hatte die Inflationsrate noch bei 3,3 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit einem Anstieg der Rate auf 3,7 Prozent gerechnet. Die US-Notenbank strebt auf mittlere Sicht eine Inflationsrate von zwei Prozent an.

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Getrieben wurde die Preisentwicklung durch die im Zuge des Iran-Kriegs deutlich gestiegenen Energiepreise. Diese legten um 17,9 Prozent im Jahresvergleich zu. Die Benzinpreise stiegen gar um 29,2 Prozent.

Im Vergleich zum Vormonat legten die Verbraucherpreise insgesamt um 0,6 Prozent zu. Dies war so von Experten erwartet worden.

Die Kerninflationsrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, stieg stärker als erwartet. Die Jahresrate kletterte von 2,6 Prozent im Vormonat auf 2,8 Prozent. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 2,7 Prozent gerechnet.

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"Wir erwarten, dass die Gesamt-Inflationsrate im Mai auf über 4 Prozent steigt", kommentierte Christoph Balz, USA-Experte bei der Commerzbank. "Unter der Annahme, dass sich dann die Lage im Mittleren Osten entspannt und der Ölpreis wieder auf 80 Dollar fällt, sollte die Inflation im zweiten Halbjahr wieder nachlassen." Das Hauptrisiko bleibt laut Balz, dass sich die Inflation als hartnäckiger erweist.

"Spätestens mit dem heutigen Zahlenwerk dürften Zinssenkungsdebatten vom Tisch sein", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Der designierte Notenbankpräsident Kevin Warsh liebäugelt mit Zinssenkungen, doch in Anbetracht der aktuellen Inflationsentwicklung wird er davon vorerst Abstand nehmen müssen."

Die Reaktionen an den Finanzmärkten hielten sich in Grenzen. Die Renditen von US-Anleihen legten kurzzeitig zu. Sie gaben ihre Gewinne jedoch rasch wieder ab./jsl/he

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