Schlechte Prognose für Q2

Corona-Krise schlägt voll durch: Lufthansa schreibt tiefrote Zahlen - Aktie steuert auf Rekordtief zu


Corona-Krise schlägt voll durch: Lufthansa schreibt tiefrote Zahlen - Aktie steuert auf Rekordtief zu

Die in der Corona-Krise praktisch zum Erliegen gekommene Reisetätigkeit hat der Deutschen Lufthansa im ersten Quartal einen massiven Umsatzrückgang und operativen Verlust eingebracht.

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Im zweiten Quartal rechnet der DAX-Konzern mit einem noch höheren Fehlbetrag, weil nicht absehbar sei, wann der Flugbetrieb über den Rückkehrer-Flugplan hinaus wieder aufgenommen werden kann.

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Der Lufthansa-Umsatz sackte im ersten Quartal auf Basis vorläufiger Zahlen um 18 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro ab. Allein im März stand ein Einbruch von knapp 47 Prozent zu Buche.

Der bereinigte Verlust vor Zinsen und Steuern lag bei rund 1,2 Milliarden Euro nach einem Minus von 336 Millionen im Vorjahreszeitraum. Ein Nettoergebnis hat die Lufthansa noch nicht veröffentlicht, sie geht aber davon aus, dass Wertminderungen und die negative Wertentwicklung von Absicherungsgeschäften für Treibstoff das Ergebnis zusätzlich erheblich belasten werden.

Details will die Lufthansa nun erst in der zweiten Maihälfte nennen, ursprünglich war die Veröffentlichung des Quartalsabschlusses für den 30. April vorgesehen. Ein genaues Datum steht noch nicht fest.

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Lufthansa rutscht weiter in die Krise - Rekordtief im Visier

Aktien des Krisenverlierers Lufthansa sind auch am Freitag nicht zur Ruhe gekommen. Im Gegenteil, mit einem weiteren Kursrücksetzer von acht Prozent auf 7,18 Euro näherten sie sich dem Rekordtief von 2003 bei 6,80 Euro immer mehr an. Sie waren damit das Schlusslicht in einem schwachen Leitindex DAX 30. Seit Beginn des vom Coronavirus ausgelösten weltweiten Börsen-Crash hat sich der Aktienkurs mehr als halbiert.

Am Vorabend hatte der Konzern die Anleger mit der Aussage beunruhigt, dass er sich nicht mehr aus eigener Kraft aus der Corona-Krise retten kann. Im ersten Quartal habe man im operativen Geschäft 1,2 Milliarden Euro verloren und für das laufende zweite Quartal wird ein noch deutlich höheres Minus erwartet.

Am heutigen Freitag ließ Lufthansa-Chef Carsten Spohr wissen, das Unternehmen habe rechnerisch 10 000 Mitarbeiter zuviel. Die Flotte werde um etwa 100 Flugzeuge schrumpfen, sagte der Vorstandsvorsitzende in einer internen Botschaft an die Mitarbeiter.

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Der Strom negativer Analystenkommentare wurde entsprechend noch reißender. So stampften die Experten von Kepler Cheuvreux ihr Kursziel auf 2 Euro ein und begründeten dies mit zu knappen Liquiditätsreserven der Airline. Eigenen Angaben zufolge verfügt der Konzern aktuell nach erneuten Kreditaufnahmen insgesamt über 4,4 Milliarden Euro flüssige Mittel, die allerdings deutlich abnehmen würden. "Der Konzern rechnet nicht damit, den entstehenden Kapitalbedarf mit weiteren Mittelaufnahmen am Markt decken zu können", hieß es. Daher wird "intensiv" mit den Regierungen der Airline-Heimatländer Deutschland, Schweiz, Österreich und Belgien verhandelt.

Analyst Per-Ola Hellgren von der Landesbank Baden-Württemberg rechnet damit, dass die Liquidität von Lufthansa im dritten Quartal knapp wird. Er prognostizierte, "dass der Bund in diesem Fall die Lufthansa finanziell unterstützen würde".

Analyst Michael Kuhn von der französischen Société Générale drehte seine Kauf- in eine Verkaufsempfehlung um und pulverisierte sein Kursziel von 11 auf 3 Euro. Er reagierte damit auf die Abwärtsdynamik des Geschäfts der drei größten europäischen Netzwerk-Fluggesellschaften Lufthansa, Air France-KLM und IAG. Eine Erholung dürfte länger auf sich warten lassen als bislang gedacht. Morgan-Stanley-Expertin Analystin Carolina Dores hatte tags zuvor geschätzt, dass bei den Airlines erst 2022 das Niveau von 2019 wieder erreicht wird. Veränderungen im Kundenverhalten könnten dieses Ziel noch weiter in die Zukunft verschieben.

Dow Jones Newswires / dpa-AFX

Bildquellen: DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images

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