Scholz lässt Vorwürfe gegen Banken in Zusammenhang mit Geldwäsche prüfen
FRANKFURT (Dow Jones)--Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat eine neue Überprüfung der von einem internationalen Journalisten-Team aufgedeckten Defizite im weltweiten Kampf gegen Geldwäsche angeordnet. "Wir schauen, ob wir aus diesen alten Fällen noch Erkenntnisse ziehen können", sagte der SPD-Politiker der Augsburger Allgemeinen. "Es handelt sich um Vorwürfe, die länger zurückliegen, vor allem in der Zeit bis 2017", betonte Scholz. Seitdem seien in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Konsequenzen gezogen worden um Geldwäsche besser auf die Schliche zu kommen, sagte der Minister.
So seien Zuständigkeit für Finanztransaktionsuntersuchungen auf den Zoll verlagert worden und die Zahl der entsprechenden Mitarbeiter auf fast 500 ausgebaut worden, ebenso die zur Verfügung stehenden technischen Mittel. "Wie notwendig es ist, hier weiterzumachen, zeigt dass sich die Zahl der Verdachtsmeldungen inzwischen mehr als verdoppelt hat", sagte der Bundesfinanzminister.
Er habe veranlasst, dass noch einmal "genau geschaut" werde und was "wir als neue Informationen bekommen", erklärte er mit Blick auf die Recherchen eines internationalen Journalisten-Netzwerks, wonach Gelder aus dunklen Quellen im weltweiten Bankennetz gewaschen worden seien. "Da die Medien ganz professionell erklärt haben, uns die Informationen nicht weiterzugeben, müssen wir andere Wege gehen, um sie herauszufinden", sagte der Finanzminister. "Wenn es um neue Informationen geht, werden wir auf die amerikanischen Behörden angewiesen sein", fügte er hinzu.
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September 22, 2020 00:23 ET (04:23 GMT)