Scholz will zum Schuldenabbau "Wachstum in großen Maße organisieren"
Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will mit Wachstum nach der Corona-Krise ähnlich wie nach der Finanzkrise von 2009 eine Stabilisierung der Staatsfinanzen innerhalb von zehn Jahren erreichen. "Das Wichtigste wird immer Wachstum sein", sagte Scholz im ZDF-Morgenmagazin. "Wenn die Krise etwa 2022 zu Ende ist ökonomisch, dann werden wir auch in zehn Jahren wieder eine Stabilisierung bekommen", erklärte er. "Wir müssen deshalb alles dafür tun, dass wir tatsächlich auch Wachstum organisieren in großem Maße."
Scholz verteidigte ebenso wie zuvor Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die Maßnahmen des vor einem Jahr aufgelegten Konjunkturpaketes. Deutschland sei durch die umfangreichen Hilfen "viel besser durch die Krise gekommen, als alle vorhergesagt haben", betonte Scholz. "Am Ende der Krise werden wir etwa 400 Milliarden zusätzliche Kredite aufgenommen haben", sagte er. Die Budgetplanung sieht nach 130 Milliarden im vergangenen Jahr 240 Milliarden Neuschulden in diesem und 81 Milliarden im kommenden Jahr vor.
Altmaier betonte positive Auswirkungen für den deutschen Arbeitsmarkt. "Wir haben gesagt, es soll kein Unternehmen in Insolvenz gehen müssen, es soll kein Arbeitsplatz verloren gehen müssen", sagte er. "Wir haben tatsächlich erlebt, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen niedriger ist heute als vor der Corona-Krise, und der Anstieg der Arbeitslosigkeit war einer der geringsten in ganz Europa." Die Arbeitslosigkeit sinke wieder, Millionen von Menschen hätten "dank der Kurzarbeit und dank des Konjunkturpakets ihren Arbeitsplatz behalten".
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June 03, 2021 02:57 ET (06:57 GMT)