Schwaches Umfeld

LANXESS-Aktie fällt: Konzern mit schwachem Jahresstart - Seit März "leicht positives Momentum"


LANXESS-Aktie fällt: Konzern mit schwachem Jahresstart - Seit März "leicht positives Momentum"

Der Spezialchemiekonzern LANXESS hat auch im ersten Quartal 2026 spürbar unter dem schwachen konjunkturellen Umfeld gelitten.

Werte in diesem Artikel
Aktien

14.67 EUR -0.06 EUR -0.41 %

"Der Jahresstart war schwach, aber seit März sehen wir ein leicht positives Momentum", sagte CEO Matthias Zachert. "Durch den Konflikt im Nahen Osten sind die Lieferketten vieler asiatischer Wettbewerber gestört und Kunden wenden sich wieder stärker europäischen Anbietern wie LANXESS zu. Lieferfähigkeit ist derzeit ein bedeutender Wettbewerbsvorteil. Gleichzeitig haben wir für viele unserer Produkte die Preise erhöht, um die gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik weiterzugeben." Im laufenden Quartal erwartet LANXESS gegenüber dem ersten Quartal einen deutlichen Anstieg des EBITDA vor Sondereinflüssen auf 130 bis 150 Millionen Euro.

Werbung

In den Monaten Januar bis März sackte das EBITDA vor Sondereinflüssen um 29,3 Prozent auf 94 Millionen Euro ab, die entsprechende Marge verschlechterte sich auf 6,8 von 8,3 Prozent. Hier hatte die Konsensschätzung auf 92 Millionen EBITDA bzw 6,7 Prozent Marge gelautet. Unterm Strich häufte sich ein Konzernverlust von 141 Millionen Euro an nach minus 57 Millionen vor einem Jahr. Der Umsatz sank um 13,9 Prozent auf 1,378 Milliarden Euro.

Analysten hatten im Mittel 1,371 Milliarden Euro Umsatz erwartet.

Niedrigere Einstandspreise für Rohstoffe und der in einigen Geschäften anhaltende Preisdruck aus dem asiatischen Raum hätten zu geringeren Verkaufspreisen geführt, erläuterte das Unternehmen die Entwicklung im abgelaufenen Quartal. Darüber hinaus belasteten Wechselkursentwicklungen und der Portfolioeffekt durch den Verkauf von Urethane Systems zum 1. April des vergangenen Jahres.

Seine Jahresprognose bekräftigte der Kölner MDAX-Konzern. Für 2026 rechnet LANXESS demnach weiterhin mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 450 und 550 Millionen Euro. In der Mitte der Spanne wären das 10 Millionen Euro weniger als 2025.

Werbung

LANXESS-CEO: Liefersicherheit hat für Kunden zunehmend Priorität vor Preis

LANXESS-Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert sieht den Spezialchemiekonzern vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und dessen Auswirkungen in einer besseren Ausgangsposition als Wettbewerber aus Asien. Nachdem insbesondere China lange Zeit aufgrund niedrigerer Rohstoffpreise bei vielen Produkten mit Dumping-Preisen Druck auf den europäischen Markt ausgeübt habe, habe sich diese Situation seit März, April geändert, sagte Zachert in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Nun sei auch China mit höheren Rohstoffpreisen konfrontiert.

In vielen Ländern Asiens bestehe eine sehr hohe Abhängigkeit von Rohstoffzulieferern aus dem Nahen Osten. Vor diesem Hintergrund rechnet Zachert mit zunehmenden Verwerfungen in den kommenden vier bis sechs Wochen, und hob zugleich hervor, dass das Thema Lieferzuverlässigkeit ein immer stärkeres Gewicht in den Gesprächen mit den Kunden bekomme. Der LANXESS-Chef geht davon aus, dass die Lieferkettenzuverlässigkeit auch in den kommenden Wochen und Monaten ein starkes Verkaufsargument sein wird. Zachert sieht LANXESS in Sachen Rohstoffversorgung und Logistik gut aufgestellt.

Werbung

In seinen Augen ist die Belebung, die LANXESS seit März beobachtet, gepaart mit dem geringeren Preisdruck aus Asien, eine "gesunde Entwicklung". Bei der anziehenden Nachfrage handele es sich nicht um einen plötzlichen starken Anstieg auf der Basis von ein, zwei Tagen, was für "Angstkäufe" sprechen würde, so Zachert, sondern um einen graduellen Anstieg, der eine Normalisierung des Nachfrageniveaus erkennen lasse.

LANXESS will bei Moody's schnell zurück zu Investment-Grade-Niveau

Der Spezialchemiekonzern LANXESS will seine Bonitätseinstufung bei der Ratingagentur Moody's so bald wie möglich wieder auf ein Investment-Grade-Niveau zurückbringen. Wie CFO Oliver Stratmann in einer Telefonkonferenz mit Journalisten sagte, will der MDAX-Konzern so schnell wie möglich wieder Kennzahlen liefern, die mit einem Investment Grade verbunden sind. Neben dem in die Wege geleiteten Einsparprogramm - bis Ende 2028 will LANXESS die Kosten dauerhaft um rund 150 Millionen Euro senken - schaue sich das Unternehmen auch das gebundene Kapital im Working Capital an. Zudem hob Stratmann die zügige Anhebung der Verkaufspreise hervor, mit der gestiegene Kosten an die Kunden weitergegeben werden.

Konzernchef Matthias Zachert sagte, die in den vergangenen Wochen kommunizierten Preiserhöhungen würden ab April Schritt für Schritt greifen, "und dann die nächste Welle ab Mai fortlaufend".

Anfang März hatte Moody's die Bonitätseinstufung von LANXESS von "Baa3" auf "Ba1" und damit auf "Ramschniveau" gesenkt. Zur Begründung hatte die Ratingagentur auf die schwachen Kreditkennzahlen des Kölner Unternehmens verwiesen.

LANXESS enttäuscht große Hoffnung auf starke Geschäftsbelebung

Der Chemiekonzern LANXESS hat die zuletzt hohen Markthoffnungen auf eine stärkere Geschäftsbelebung am Donnerstag enttäuscht. Für das zweite Quartal rechnet LANXESS-Chef Matthias Zachert zwar mit einer Belebung des operativen Gewinns, Branchenexperten hatten sich allerdings mehr erhofft. Der Aktienkurs ging auf Talfahrt.

Der Kurs brach zum XETRA-Handelsstart prozentual zweistellig ein. Zuletzt war LANXESS mit einem Minus von 6,87 Prozent auf 16,82 Euro zeitweise größter Verlierer im Index der mittelgroßen Werte, dem MDAX.

Damit rutschte der Kurs auch aus der jüngst engen Handelsspanne, in der er seit der Erholung gegen Ende März feststeckte. Zuvor war er im März bis auf fast 11 Euro gefallen - ein Tief seit der Weltfinanzkrise 2009. So machen die träge Weltwirtschaft und seit einiger Zeit auch vermehrt Konkurrenz aus Asien Chemiekonzernen wie LANXESS das Leben schwer.

Hinzu kam dann der Iran-Krieg und damit die faktische Sperrung der Straße von Hormus, durch die sonst rund ein Fünftel des Weltölhandels läuft. Da aber vor allem Asien von den Lieferungen aus Nahost abhängig ist, steigen die Einkaufpreise für dortige Chemieunternehmen sehr stark, teils gibt es Versorgungsprobleme. Davon wiederum profitieren Hersteller aus Europa, die Kunden weiter verlässlich beliefern können und sogar die Preise teils deutlich anhoben.

In diesem Umfeld rechnet LANXESS mit weiterem Rückenwind durch die Geschäftsbelebung seit März und kalkuliert für das zweite Quartal mit 130 bis 150 Millionen Euro operativem Gewinn. Für Analyst Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan ist allerdings ein Haar in der Suppe. Während das erste Jahresviertel besser gelaufen sei als befürchtet, liege der Ausblick für das zweite in der Mitte der Spanne 12 Prozent unter der mittleren Markterwartung und sogar 25 Prozent unter seiner Prognose.

Auch Georgina Fraser von Goldman Sachs moniert den Ausblick für das zweite Quartal. Angesichts dessen brauche es eine Beschleunigung der Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr, damit LANXESS die Markterwartungen an 2026 erfüllen und die Mitte der eigenen Prognosespanne für den operativen Gewinn erreichen könne.

Dow Jones Newswires / dpa-AFX

Bildquellen: LANXESS, LANXESS

Aktuelle LANXESS Aktie News

Werbung

LANXESS Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für LANXESS nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
DatumRatingAnalyst
22.06.26 LANXESS Hold Deutsche Bank AG
18.06.26 LANXESS Underperform Jefferies & Company Inc.
09.06.26 LANXESS Hold Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
08.06.26 LANXESS Sell Goldman Sachs Group Inc.
29.05.26 LANXESS Hold Deutsche Bank AG