Schwieriges Marktumfeld

Nike rechnet trotz WM-Effekt mit rückläufigen Umsätzen - Aktie dreht ins Plus


Nike rechnet trotz WM-Effekt mit rückläufigen Umsätzen - Aktie dreht ins Plus

Der Sportartikelhersteller Nike rechnet wegen der schwachen Konsumstimmung und eines schwierigen Marktumfelds mit weiter rückläufigen Umsätzen.

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Der adidas-Rivale Nike sieht trotz eines Schubs durch die Fußball-WM insgesamt eine trübe Stimmung am Sportartikel-Markt. "Unsere Kunden sind rund um die Welt unter Druck" - und das bekomme man im Sportartikel-Geschäft zu spüren, sagte Finanzchef Matthew Friend in einer Telefonkonferenz mit Analysten am Dienstagabend. Schon vor drei Monaten hatte Nike unter anderem Risiken durch den Iran-Krieg gesehen, der zu "ungeplanten Schwankungen" im Verbraucherverhalten etwa durch steigende Ölpreise führen könne. Jetzt hieß es, Nike rechne für die nächsten sechs Monate nicht mit einer Verbesserung der Stimmung.

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Aktie volatil

Die Aktie drehte an der NYSE ins Plus und steigt um 5,09 Prozent auf 43,14 US-Dollar.

Laut dem Analysten Matthew Boss von JPMorgan rechnet Nike im laufenden ersten Geschäftsquartal 2026/27 per Ende August mit einem niedrigen bis mittleren einstelligen prozentualen Umsatzrückgang. In der Tendenz bleibe Nike damit hinter der Konsensschätzung zurück, die auf ein Umsatzminus von 1,9 Prozent laute. Das sei auch deshalb bemerkenswert, so der Experte, weil die Fußball-Weltmeisterschaft großteils in das erste Geschäftsquartal falle. Der Sportartikel- und Lifestyle-Konzern rechne also trotz dieser Großveranstaltung nicht mit einem Umsatzanstieg im Vergleich zum vierten Geschäftsquartal.

Auch Analystin Brooke Roach von Goldman Sachs konstatierte, dass sich die Umsatzerholung erneut verzögere. Der vorsichtige Tenor mit Blick voraus überlagere positive Faktoren im abgelaufenen Quartal. Die Anleger müssten Geduld mitbringen.

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Mit Blick auf adidas und PUMA erkannte Analystin Monique Pollard von der Citigroup aber auch Positives. So habe Nike in China die Lagerbestände abgebaut, womit der Druck nachlasse, Preisrabatte gewähren zu müssen. Das sei positiv auch für adidas und PUMA.

Zahlen besser als erwartet

Mit den Ergebnissen für das vergangene Quartal übertraf Nike größtenteils die durchschnittlichen Analysten-Erwartungen - auch wenn es wieder einen Rückgang im wichtigen chinesischen Markt gab.

Nike-Chef Elliott Hill hob zugleich einen positiven Effekt der Fußball-WM hervor, die gerade unter anderem im Nike-Heimatmarkt USA ausgetragen wird. Schon zum Start des Turniers habe man zweieinhalbmal mehr Artikel von Nationalmannschaften verkauft als zum gleichen Zeitpunkt bei der vorherigen Weltmeisterschaft 2022, sagte er. Nike ist unter anderem Ausrüster der US-Nationalmannschaft - und löst im kommenden Jahr auch adidas bei der DFB-Auswahl ab.

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Umsatzrückgänge erwartet

Für die nächsten Monate stellte sich Nike auf Umsatzrückgänge ein. Im vergangenen Quartal sanken die Erlöse im Jahresvergleich um ein Prozent auf 10,97 Milliarden Dollar (9,6 Mrd Euro) - Analysten hatten im Schnitt mit 10,86 Milliarden Dollar gerechnet. Unterm Strich sprang der Quartalsgewinn von 211 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf 1,07 Milliarden Dollar hoch. Ein zentraler Grund dafür war allerdings der Anspruch auf die Rückzahlung von US-Importzöllen, nachdem Anordnungen von Präsident Donald Trump vom Obersten Gericht des Landes gekippt worden waren.

Mit 4,83 Milliarden Dollar Umsatz in den USA lag Nike leicht unter den Markterwartungen, die Erlöse von rund 1,3 Milliarden Dollar in China waren dagegen höher als von Experten im Schnitt vorhergesagt.

Hausgemachtes Tief

Nike sucht den Weg aus einem Tief, in das sich das Unternehmen selbst manövriert hatte. Der Konzern setzte in den vergangenen Jahren auf Kosten des Einzelhandels sehr stark auf den Direktvertrieb. Vor allem im US-Markt konnten daher konkurrierende Marken Nike den Regalplatz in den Geschäften abnehmen - die Verkäufe litten darunter. Das Unternehmen bemüht sich nun um ein besseres Verhältnis zu seinen Einzelhandelspartnern.

Konzernchef Hill verordnete dem Adidas-Konkurrenten einen stärkeren Fokus auf Sportler, nachdem der Lifestyle-Anteil am Sortiment in den vergangenen Jahren gestiegen war.

RBC belässt Nike auf 'Sector Perform' - Ziel 50 Dollar

Die kanadische Bank RBC hat die Einstufung für Nike mit einem Kursziel von 50 US-Dollar auf "Sector Perform" belassen. Das vierte Geschäftsquartal sei durchwachsen gewesen, schrieb Piral Dadhania am Dienstagabend nach einer ersten schnellen Einschätzung des Berichts. Erwartungsgemäß habe es an Umsatzdynamik gefehlt, günstige Währungsentwicklungen hätten aber etwas geholfen. In Kombination mit geringeren Ausgaben hätten die Gewinne die Erwartungen recht deutlich übertroffen. In der Telefonkonferenz seien alle Augen auf den Ausblick auf das erste Geschäftsquartal 2027 sowie das Geschäftsjahr gerichtet.

BEAVERTON (dpa-AFX)

Bildquellen: Ken Wolter / Shutterstock.com, Paolo Bona / Shutterstock.com

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