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Europa-Aktien im Zins- und Ölpreis-Dilemma: Darum bleibt Barclays trotzdem optimistisch


Europa-Aktien im Zins- und Ölpreis-Dilemma: Darum bleibt Barclays trotzdem optimistisch

Europas Aktien liegen fast so stark wie die der USA im Plus, doch hohe Ölpreise und Zinssorgen bremsen die Rally, während Barclays an seiner Wachstumsthese festhält.

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  • Europas Aktien liegen 2026 rund zehn Prozent im Plus
  • Barclays sieht Europas Wachstum trotz Ölpreisschub und EZB-Zinsschritt stabil
  • Die Bank bevorzugt weiter deutsche Aktien sowie Banken und Investitionsgüter
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Europäische Aktien haben sich seit Jahresbeginn deutlich verteuert und liegen nur knapp hinter den US-Börsen, doch der Vorsprung aus dem Frühsommer schmilzt zusehends dahin. So stieg der EURO STOXX 50 seit Jahresstart um 8,1 Prozent, während der S&P 500 im selben Zeitraum um 11,31 Prozent zulegte.
Steigende Ölpreise, höhere Zinsen und politische Unruhe in Frankreich und Deutschland bremsen jedoch den Schwung, den die europäischen Indizes noch im Frühsommer hatten. Barclays-Strategen um Emmanuel Cau sehen darin jedoch kein Ende der Geschichte, denn das zugrunde liegende Wachstum stehe weiter auf solidem Fundament, wie Investing.com berichtet.

Ölpreise und Zinsen bremsen den Schwung

Nach Einschätzung der Bank ist die Abschwächung des europäischen Vorsprungs bereits weitgehend abgeschlossen. Barclays positioniert sich deshalb neutral zwischen Europa und den USA. Eine jüngste Bodenbildung bei den großen US-Technologiewerten verleiht den amerikanischen Märkten zugleich neuen Auftrieb, was den relativen Rückstand Europas zusätzlich erklärt.

Deutschland treibt das Wachstum

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins am vergangenen Donnerstag wie von den Barclays-Ökonomen erwartet zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben, um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent. Anders als im Juni bewerten die Strategen das Wachstumsumfeld als robuster: Das nominale Bruttoinlandsprodukt dürfte bis 2027 über dem Trend bleiben, angeführt von Deutschland. Hochfrequente Daten verbessern sich weiter, getragen vor allem von Verteidigung, Infrastruktur und Bauwirtschaft, während die Kreditnachfrage für Investitionen zieht, weil Initiativen zur strategischen Autonomie einen breiteren Investitionszyklus stützen. Gleichzeitig drehen die Gewinnrevisionen in Deutschland von niedrigem Niveau aus wieder nach oben.

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Verbraucher stehen unter Druck

Der jüngste Anstieg der Energiepreise, ausgelöst durch den anhaltenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie niedrige Gasspeicherstände, hat jedoch Sorgen vor einer Stagflation neu belebt. Die Strategen bezeichnen den Schock als deutlich kleiner als 2022 und nicht spezifisch für Europa. Dennoch bleibt die Kehrseite der robusten Wachstumsthese sichtbar: Die real verfügbaren Einkommen der Verbraucher im Euroraum sind zuletzt ins Minus gerutscht. Barclays begründet die nun erfolgte Zinserhöhung der EZB gerade mit dem starken Wachstum, räumt aber ein, dass der Energiepreisschub laut eigener Einschätzung nicht hilfreich sei und weitere Erhöhungen Sorgen vor einem geldpolitischen Fehler schüren könnten. Die Wachstumsgeschichte trägt damit vor allem die Investitionsseite, während private Haushalte den Gegenwind aus höheren Energiekosten direkter spüren.

Deutschland vor Frankreich, Luxus abgestuft

Bei der Positionierung bevorzugt Barclays weiterhin Investitionsgüter und Banken gegenüber konsumnahen Sektoren und hat die Untergewichtung von Kommunikationsdienstleistungen geschlossen. Als Treiber nennt die Bank die strategische Autonomie Europas, KI-getriebene Investitionen und die deutschen Konjunkturimpulse, die das Gewinnwachstum der Profiteure stützen. Für den Luxussektor senkt Barclays die Einschätzung dagegen auf marktneutral, weil höhere Ölpreise und schwächere Nachfragesignale aus China belasten. Auf Länderebene bleibt Deutschland gegenüber Frankreich der Favorit: Die Strategen verweisen auf eine stärkere Haushaltslage, eine sich verbessernde Wachstumsdynamik und weiterhin moderate Bewertungen.

Ob die Rechnung aufgeht, zeigt sich in den nächsten Wochen und Monaten.

Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

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