Sektorrotation

Aktien von Eli Lilly und J&J im Fokus: Warum der Gesundheitssektor jetzt Rekorde knackt


Aktien von Eli Lilly und J&J im Fokus: Warum der Gesundheitssektor jetzt Rekorde knackt

Während sich Anleger von heiß gelaufenen Chip- und KI-Werten verabschieden, treiben sie zwei altbekannte Namen aus dem Gesundheitssektor auf neue Höchststände.

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  • Eli Lilly und Johnson & Johnson markieren neue Rekordhochs an der Börse
  • Barclays und J.P. Morgan bekräftigen ihre Kaufempfehlung für Eli Lilly
  • Anleger rotieren aus Halbleiterwerten heraus in defensive Gesundheitsaktien
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Eli Lilly und Johnson & Johnson erreichten am Dienstag neue Höchststande, während sich der Gesamtmarkt in einer spürbaren Rotation weg von Halbleiterwerten befindet.

So stieg der US-Pharmariese und Novo Nordisk-Konkurrent Eli Lilly tags zuvor an der NYSE auf ein neues Allzeithoch bei 1.249,45 US-Dollar, bevor die Aktie letztlich 2,96 Prozent fester bei 1.235,56 US-Dollar in den Feierabend ging. Auch Johnson & Johnson schraubte sich auf ein neues Rekordhoch bei 269,43 US-Dollar hoch, ehe der Pharmakonzern den Handel 3,05 Prozent stärker bei 264,05 US-Dollar beendete. Am Mittwoch geht es für beide Werte abwärts: Lilly-Titel verloren 1,56 Prozent auf 1.216,26 US-Dollar, J&J-Aktien verloren 1,46 Prozent auf 263,35 US-Dollar. Die Aktien des dänischen Lilly-Konkurrenten Novo Nordisk gaben am Mittwoch im Heimathandel schlussendlich um 1,31 Prozent auf 323,15 DKK nach.

Für Anleger ist die Konstellation jedoch bemerkenswert: Während Chip- und KI-Werte zuletzt unter Gewinnmitnahmen litten, fließt Kapital gezielt in etablierte Gesundheitskonzerne mit stabilen Geschäftsmodellen.

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Analysten sehen bei Eli Lilly noch Luft nach oben

Den Ausschlag für die jüngste Stärke von Eli Lilly gaben vor allem zwei prominente Analystenstimmen. JPMorgan-Analyst Chris Schott bekräftigte am Dienstag seine Kaufempfehlung und hob sein Kursziel für Dezember 2026 von 1.300 auf 1.400 US-Dollar an. Laut TipRanks begründet Schott den Schritt mit der internationalen Expansion von Mounjaro, der Nachfrage nach Zepbound im US-Adipositasmarkt und der Pipeline als Fundament für Lillys Führungsrolle im mehr als 200 Milliarden US-Dollar schweren Incretin-Markt.

Am selben Tag bekräftigte auch Barclays-Analystin Emily Field ihre Kaufempfehlung mit demselben Kursziel von 1.400 US-Dollar. Bereits Ende Juni hatte Leerink Partners mit 1.232 US-Dollar zum Kauf geraten. Der TipRanks-Analystenkonsens stuft die Aktie aktuell auf "Strong Buy" ein, bei einem durchschnittlichen Kursziel von rund 1.305 US-Dollar. Damit sehen die Experten noch ein moderates Aufwärtspotenzial von rund 5,6 Prozent für das Papier.

Woher der Rückenwind für Gesundheitsaktien kommt

Der zweite Treiber hinter den Rekordständen liegt außerhalb der Pharmabranche. An der Wall Street hält seit Wochen eine Umschichtung an, bei der Investoren Gewinne aus stark gelaufenen Halbleiter- und KI-Werten mitnehmen und das Kapital in defensivere Sektoren wie Gesundheit, Finanzwerte und Industrie umleiten. Nach einem schwächer als erwarteten US-Arbeitsmarktbericht kletterte der Dow Jones Anfang Juli auf ein Rekordhoch, während der NASDAQ Composite unter der Schwäche von Halbleiterwerten litt. KKM-Financial-Gründer Jeff Kilburg bezeichnete die Rotation gegenüber CNBC als Zeichen einer gesünderen, breiter abgestützten Marktentwicklung. Johnson & Johnson profitiert von diesem Umfeld besonders stark, weil der Konzern als klassischer defensiver Qualitätswert gilt, dessen Geschäft kaum von der Bewertungsdiskussion rund um Künstliche Intelligenz abhängt.

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Nächster Beobachtungspunkt: die Quartalszahlen

Ob sich die Rekordjagd fortsetzt, dürfte sich in den kommenden Wochen an den Geschäftszahlen beider Konzerne entscheiden. Bestätigen die kommenden Berichte die von Analysten unterstellte Wachstumsdynamik im Adipositas- und Incretin-Geschäft, dürfte das die aktuelle Bewertungsprämie weiter stützen. Gerät die Rotation aus Halbleiterwerten dagegen ins Stocken und kehrt Kapital zurück in Richtung Technologie, könnte der Rückenwind für Gesundheitsaktien schnell nachlassen. Anleger dürften daher in den kommenden Handelswochen genau beobachten, ob die Sektor-Rotation an Substanz gewinnt oder ob sie sich als kurzfristiges Strohfeuer erweist.

Wer über ein Engagement in Eli Lilly oder Johnson & Johnson nachdenkt, sollte die Risiken im Blick behalten. Eli Lilly wird nach der jüngsten Kurszielanhebung mit einer sportlichen Bewertungsprämie gehandelt, die stark von einer anhaltend hohen Nachfrage nach den Abnehmspritzen abhängt. Ein schwächeres Quartal oder verzögerte Zulassungen bei neuen Wirkstoffkandidaten könnten den Kurs empfindlich treffen. Bei Johnson & Johnson bleibt zudem die Unsicherheit rund um laufende Rechtsstreitigkeiten ein Faktor, der die Aktie belasten kann, sollte sich die Nachrichtenlage verschlechtern.

Benedict Kurschat, Claudia Stephan, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: Katherine Welles /Shutterstock.com

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30.06.26 Novo Nordisk Hold Jefferies & Company Inc.
29.06.26 Novo Nordisk Neutral JP Morgan Chase & Co.
19.06.26 Novo Nordisk Hold Deutsche Bank AG
17.06.26 Novo Nordisk Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
09.06.26 Novo Nordisk Hold Deutsche Bank AG