Sentix: Konjunkturerwartungen sinken zum dritten Mal in Folge


Von Andreas Plecko

FRANKFURT (Dow Jones)--Der vom Beratungsunternehmen Sentix für Deutschland erhobene Konjunkturindex ist im August gesunken. Nach Mitteilung von Sentix beurteilten die befragten Investoren die Konjunkturerwartungen deutlich schwächer als im Vormonat, ihre Beurteilung der aktuellen Konjunkturlage besserte sich allerdings leicht und erreichte den höchsten Wert seit November 2018. Der Gesamtindex sank auf 25,7 (Juli: 33,8) Punkte, der Lageindex stieg auf 38,5 (37,8) Punkte, und der Erwartungsindex fiel mit dem dritten Rückgang in Folge auf 13,5 (30,0) Zähler zurück.

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"Es wachsen Ängste, dass ab Herbst mit steigenden Infektionszahlen neue Lockdowns drohen und die Wirtschaft erneut belasten könnten", erklärte Sentix-Geschäftsführer Patrick Hussy. "Der 15. Anstieg in Folge in der Lagebeurteilung wird damit zur Randnotiz."

Der Konjunkturindex des Euroraums sank auf 22,2 (29,8) Punkte, wobei die Lagebeurteilung auf 30,8 (29,8) Punkte zulegte, während sich die Erwartungskomponente mit dem dritten Rückgang in Folge auf 14,0 (29,8) Punkte halbierte. "Die Wirtschaft in der Eurozone boomt, das Tempo verlangsamt sich jedoch merklich", kommentierte Hussy. "Die enormen Investitionen der Staaten, unterstützt von einer anhaltend expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, treiben das Wirtschaftsgeschehen in der Eurozone an und haben trotz der Corona-Lockdowns Schlimmeres verhindert."

"Volkswirte erkennen traditionell in einem dreimaligen Rückgang eine Trendwende. Demnach sollte dieser Rückgang nicht als bloßer Momentum-Verlust abgetan werden, sondern als Warnhinweis verstanden werden", mahnte Hussy. Als "First Mover" unter den Frühindikatoren kündige diese Entwicklungen deutliche Rückgänge in weiteren Frühindikatoren an. Die Entwicklung dürfte daher zu einer erhöhten Marktvolatilität in den kommenden Wochen beitragen.

DJG/apo/mgo

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