Slowakische Opposition: Ficos Moskau-Reise ist 'Verrat'


BRATISLAVA (dpa-AFX) - Dass der slowakische Ministerpräsident Robert Fico als einziger EU-Regierungschef an der Siegesfeier in Moskau teilgenommen hat, bringt ihm zu Hause heftige Kritik ein. "Mit dieser Reise spuckt der Regierungschef unseren Verbündeten ins Gesicht", empörte sich Branislav Gröhling, der Chef der liberalen Partei Freiheit und Solidarität. Es sei ein "Verrat" an der Slowakei und der Nato, dass sich Fico "persönlich mit dem Kriegsverbrecher Wladimir Putin" treffe, während dieser einen aggressiven Krieg gegen die Ukraine führe und die Sicherheit Europas bedrohe.

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Schon im vergangenen Jahr 2025 war Fico als einziger Regierungschef eines EU-Landes zur Moskauer Feier des Sieges über den Nationalsozialismus gereist. Dagegen hatten damals Tausende in Bratislava und anderen Städten der Slowakei protestiert. In diesem Jahr organisierte die Initiative "Friede der Ukraine" (Mier Ukrajine) als Kontrastprogramm zu Ficos Moskau-Reise eine Kundgebung vor der russischen Botschaft in Bratislava. Damit wollte sie an die Opfer des russischen Angriffskriegs zu erinnern.

"Ehrerbietung" für Opfer des Nationalsozialismus

Fico selbst rechtfertigte seine Teilnahme an der Siegesfeier in Moskau als "Ehrerbietung", die allen gebühre, "die gegen den Faschismus kämpften, und jenen, die seine Opfer wurden und unglaubliches Leid ertragen mussten". Deshalb nehme er stets an Gedenkveranstaltungen in mehreren Orten in West und Ost teil, dieses Jahr seien dies neben Bratislava auch Dachau, Moskau und die Normandie. Das ehemalige Konzentrationslager Dachau hatte Fico am Donnerstag besucht, zum traditionellen Gedenken an die Landung in der Normandie will er im Juni fahren.

Auch betonte Fico, dass er bewusst nicht an der eigentlichen Militärparade teilnehme. Schon nach seiner Ankunft am Freitagabend habe er stattdessen einen Kranz an einem Gefallenendenkmal niedergelegt. Man müsse das historische Gedenken und den aktuellen Angriffskrieg in der Ukraine auseinanderhalten. Die Slowakei hat zwar stets wie andere EU-Länder die russische Invasion als Bruch des Völkerrechts verurteilt, will aber nicht auf russische Energielieferungen verzichten.

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Ficos Vorstellung einer Außenpolitik, die "in alle Himmelsrichtungen" offen sein müsse, stößt innerhalb der EU und Nato auf Skepsis und Ablehnung. So verweigerten die baltischen Länder dem Linksnationalisten den Überflug über ihr Territorium nach Moskau, Polen hatte dies schon im Vorjahr getan. Fico musste einen Umweg über Tschechien und Deutschland nehmen./ct/DP/mis

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