Novartis-Aktie unter Druck: Neuromuskulärer Wirkstoff verfehlt Studienziel
Novartis hat mit einem experimentellen Medikament gegen die neuromuskuläre Erkrankung myotone Dystrophie Typ 1 das primäre Ziel in einer Spätphasenstudie nicht erreicht.
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Das Medikament Del-desiran sei eine von drei Therapien gewesen, die der Schweizer Pharmakonzern durch die 12 Milliarden US-Dollar schwere US-Übernahme von Avidity Biosciences in seine Pipeline aufgenommen hatte, teilte Novartis am Dienstag mit.
In der Studie habe Del-desiran im Vergleich zu einem Placebo keine signifikante Verbesserung des primären Endpunkts gezeigt, so Novartis. Gemessen wurde, wie lange Patienten mit myotoner Dystrophie Typ 1 benötigten, bis sie ihre Hand nach dem Greifen wieder öffnen konnten.
Das Unternehmen teilte mit, das Medikament habe bei anderen Endpunkten Anzeichen einer klinischen Wirksamkeit gezeigt. Zudem stünden die Sicherheitsdaten im Allgemeinen im Einklang mit früheren Studien.
Novartis wertet nach eigenen Angaben derzeit den vollständigen Datensatz aus und will das am besten geeignete weitere Vorgehen für Del-desiran mit den Gesundheitsbehörden besprechen.
Das Unternehmen bekräftigte seine Prognose für jährliches Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent im Zeitraum von 2025 bis 2030.
Novartis nach gescheiterter Studie erneut unter Druck
Die Aktien von Novartis dürften am Dienstag die Verluste vom Wochenauftakt ausweiten. Grund ist abermals eine gescheiterte Studie - dieses Mal zu einem Wirkstoff gegen die Muskelkrankheit Myotone Dystrophie Typ 1. Im Schweizer Handel verliert das Papier zeitweise 8,8 Prozent auf 114,42 Franken.
Die Studie namens Harbor untersuchte über 54 Wochen rund 150 Patienten und maß als Hauptziel die Zeit, die Betroffene benötigen, um ihre Hand zu öffnen - ein Maß für die typische Muskelsteifigkeit bei dieser Erkrankung. Wie es in einer Mitteilung vom Dienstag hieß, zeigte das Medikament jedoch in sekundären Endpunkten und ergänzenden Analysen Hinweise auf eine klinische Wirksamkeit.
Analyst Michael Leuchten hatte in einer Studie vom Sonntag geschrieben, die Harbor-Studie müsse nun "liefern", es gebe allerdings "Restrisiken" mit Blick auf den Ausgang der Studie. Die Übernahme des Entwicklers des Wirkstoffes, des US-Unternehmens Avidity Biosciences, habe die Schweizer 12 Milliarden US-Dollar gekostet. "Um diesen Preis zu rechtfertigen, muss die Harbor-Studie klappen", schrieb der Experte.
Am Montag hatte der Misserfolg mit dem Herzmedikament Pelacarsen gleich mehrere Aktien unter Druck gesetzt, darunter auch die von Novartis. Die Schweizer sind Lizenznehmer dieses Produkts.
DOW JONES / dpa-AFX
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