Sparda-Banken wollen Negativzinsen für Kunden abschaffen
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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Sparda-Banken in Deutschland wollen die Negativzinsen für Kunden bald abschaffen. Der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Sparda-Banken, Florian Rentsch, verwies am Mittwoch in Frankfurt auf die angekündigten Leitzinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB). "Die Sparda-Banken werden die Kundinnen und Kunden an der positiven Entwicklung teilhaben lassen und die Verwahrentgelte zeitnah wieder abschaffen", kündigte er laut Mitteilung an. Damit folgt der Verband, der elf Sparda-Banken mit vier Millionen Kunden vertritt, den Schritten anderer Geldhäuser, auf die Negativzinsen meist bei vermögenden Privatkunden zu verzichten.
Der EZB-Rat hat beschlossen, am 21. Juli die Leitzinsen im Euroraum um je 0,25 Prozentpunkte anzuheben. Im September hat die EZB einen weiteren - womöglich größeren Zinsschritt - in Aussicht gestellt. Noch müssen Banken 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Gelder bei der EZB parken. Die Kosten dafür geben viele Geldhäuser an Kunden weiter.
Die Direktbank ING (ING Group) Deutschland hatte schon im Mai angekündigt, zum 1. Juli die Negativzinsen für fast alle ihre Privatkunden abzuschaffen. Die Deutsche Bank hat ferner in Aussicht gestellt, die Verwahrentgelte für ihre Privatkunden bis Herbst ganz abzuschaffen.
Die Sparda-Banken haben 2021 unterdessen deutlich weniger Gewinn erzielt. Der Jahresüberschuss lag bei 55,2 Millionen Euro nach 70,7 Millionen Euro im Vorjahr, wie der Verband am Mittwoch weiter mitteilte. Er verwies auf die Niedrigzins-Politik der EZB, die Corona-Pandemie und ein Urteil zu Gebührenerhöhungen bei Banken. Vor Steuern wuchs der Überschuss um 4,5 Prozent auf 132,4 Millionen Euro. Während der Zinsüberschuss in etwa stagnierte, stieg das Provisionsergebnis um 7,1 Prozent dank eines boomenden Fondsgeschäft.
Wie sich die steigenden Zinsen auf die Immobilienpreise auswirken und damit das wichtige Geschäft der Sparda-Banken mit Baufinanzierungen, erklärte Michael Voigtländer, Immobilienexperte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Der Boom bei Wohnimmobilien sei wegen fallender Reallöhne und steigender Zinsen erst einmal vorbei. "Auf den Boom folgt aber kein Crash, sondern eher eine Phase mit langsamen oder stagnierenden Mieten und Preisen", prognostizierte er./als/DP/jha
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