Speicherbetreiber fordern Entlastung für Gas-Einspeicherung


BERLIN (dpa-AFX) - Angesichts niedriger Füllstände in Gasspeichern fordern die Betreiber der Anlagen Regeländerungen, damit ihre Speicher voller werden. Der Branchenverband Initiative Energien Speichern (Ines) legte ein Papier vor, in dem er etwa günstigere staatliche Kredite einfordert. Außerdem sollten längerfristige staatlich organisierte Anreize - sogenannte Long-Term-Options (LTO) - dafür sorgen, dass Gashändler trotz aktuell ungünstiger Marktbedingungen Gas für den Winter einspeichern.

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Des Weiteren sprechen sich die Betreiber für ein Umdenken bei bestimmten Kostenblöcken aus: Netzentgelte sollen für das Einspeichern von Gas sinken und für andere Netzpunkte steigen. Dadurch soll das Speichern attraktiver gemacht werden.

Normalerweise ist Gas im Sommer recht billig zu haben, derzeit ist es aber ungewöhnlich teuer - das liegt an den Folgen des Iran-Kriegs und anderen Ursachen. Dadurch lohnt es sich für Gasfirmen kaum oder gar nicht, jetzt Gas einzukaufen und im Speicher für den Winter zwischenzulagern.

"Für eine verlässliche Gasversorgung in Deutschland brauchen wir im Winter gut gefüllte Gasspeicher", sagt Ines-Geschäftsführer Sebastian Heinermann. Deshalb sollten vermeidbare Kosten gesenkt und gezielt Anreize für zusätzliche Befüllung geschaffen werden. "Der Speichermarkt braucht Rahmenbedingungen, die verhindern, dass Versorgungssicherheit ein marktwirtschaftliches Zufallsprodukt ist."

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Reicht das Gas für den Winter?

Deutschlands Gasspeicher sind im Vergleich zu den Vorjahren relativ leer, sie sind nur gut zur Hälfte gefüllt. Die Frage, ob die bis zur Heizperiode im Herbst eingespeicherten Gasmengen reichen, sollte der Winter sehr kalt werden, sorgt für Unruhe in der Politik und Wirtschaft.

Allerdings kann ein Vergleich zu den Vorjahren etwas in die Irre führen, da Industrie und Haushalte längst nicht mehr so stark auf die Speicher angewiesen sind wie früher. Über neue Flüssigerdgas-Terminals (LNG) an Deutschlands Küsten, die als Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine installiert wurden, können recht zügig Extra-Kapazitäten vom Weltmarkt beschafft werden. Außerdem bekommt Deutschland Gas über Pipelines, etwa aus Norwegen. Das Bundeswirtschaftsministerium ist der Ansicht, dass der Markt die Gasversorgung regeln sollte. Branchenexperten zufolge würde ein staatlich angeordneter Gaseinkauf eine teure Sache werden./wdw/DP/jha

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