Statistik entkräftet Angst

S&P 500-Index: Warum die Crash-Angst vor Oktober historisch unbegründet ist


S&P 500-Index: Warum die Crash-Angst vor Oktober historisch unbegründet ist

Jedes Jahr im Herbst wächst die Sorge vor einem Crash am US-Aktienmarkt, doch die Datenlage seit 1957 zeichnet ein anderes Bild.

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  • Historische Muster zeigen, der Oktober ist selten der gefürchtete Crash-Monat
  • Wall Street-Strategen bleiben trotz Turbulenzen mehrheitlich zuversichtlich
  • Steigende Anleiherenditen und Ölpreise sorgen im Herbst für Nervosität
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Die Furcht vor einem Börsencrash im Oktober treibt viele Anleger im US-Aktienmarkt um, doch laut MarketWatch-Kolumnist Mark Hulbert ist das Risiko in diesem Monat statistisch nicht erhöht. Historische Daten seit 1957 und aktuelle Wall Street-Kursziele für den S&P 500 zeichnen ein differenzierteres Bild als die verbreitete Crash-Angst.

Saisonale Angst ohne statistische Basis

Mark Hulbert, US-Marktkolumnist bei MarketWatch, widerspricht der verbreiteten Annahme, der Oktober berge ein erhöhtes Crash-Risiko für den S&P 500. Seit der Einführung des Index im Jahr 1957 habe der S&P 500 in 93 Prozent der Jahre das Jahresende höher beendet als sein jeweiliges Oktober-Tief. Der durchschnittliche Anstieg vom Tief bis Jahresende habe bei 7,4 Prozent gelegen, fast doppelt so hoch wie in den übrigen elf Monaten.

Hulbert stützt sich zudem auf verschiedene Experten: Die Studie von Harvard-Ökonom Xavier Gabaix beziffert die Wahrscheinlichkeit eines Tageseinbruchs im Ausmaß des Crashs von 1987 auf 0,06 Prozent. Für einen Rückgang wie 1929 nennt sie 0,30 Prozent, wobei diese geringen Wahrscheinlichkeiten laut Gabaix für jeden Monat gelten. Auch eine andere Untersuchung von Robin Greenwood, Andrei Shleifer und Yang You zeigte keine signifikante Abweichung vom historischen Durchschnitt.

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Wall Street-Experten mit Zielen für den S&P 500 uneinig

Mitte September senkte Ed Yardeni von Yardeni Research sein Jahresendziel für den S&P 500 von 8.400 auf 7.900 Punkte, nachdem er es im August noch von 8.250 auf 8.400 angehoben hatte. Ohsung Kwon von Wells Fargo kappte sein Ziel in derselben Woche von 7.950 auf 7.700 Punkte, wohingegen Michael Purves von Tallbacken Capital Advisors sene Einschätzung nach oben revidierte und mit 8.500 Punkten den derzeit höchsten Zielwert am Markt nennt.

US-Aktienmarkt: Belastungsfaktoren treffen auf niedrige Volatilität

Der Volatilitätsindex VIX fiel Mitte September unter die Marke von 15 Punkten, ausgerechnet in einer Jahreszeit, in der die Schwankungsbreite saisonal eher zunimmt. CNBC-Kommentator Mike Santoli bezeichnete die Lage als "eerie complacency", zu Deutsch unheimliche Sorglosigkeit. Gleichzeitig klettern derzeit die Renditen von US-Staatsanleihen, während die US-Staatsverschuldung auf rund 40 Billionen US-Dollar steigt.

Nach Angaben der Bespoke Investment Group von Anfang September verlor der S&P 500 in den zehn abgeschlossenen September-Monaten von 2016 bis 2025 im Schnitt rund 1,2 Prozent. In Zwischenwahljahren wie 2026 verschlechtert sich diese Bilanz auf durchschnittlich minus 1,3 Prozent.

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Zusätzlich belasteten derzeit ein anziehender Ölpreis infolge der Eskalation zwischen den USA und dem Iran sowie ein hohes Emissionsvolumen bei Unternehmensanleihen von schätzungsweise 215 bis 250 Milliarden US-Dollar allein für den September die Stimmung am US-Aktienmarkt.

Ob sich die historische Oktober-Statistik auch dises Jahr bestätigt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen, sobald erste Handelstage des Monats vorliegen und weitere Wall Street-Strategen ihre Jahresendziele für den S&P 500 nachjustieren.

Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

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