+15% - Milliardenhoffnung für die Humana-Aktie: Warum Anleger plötzlich wieder zugreifen
Humana überrascht mit einer deutlichen Erholung bei den Medicare-Sterne-Bewertungen – die Aktie springt daraufhin kräftig an.
Werte in diesem Artikel
- Stark verbesserte Sterne-Bewertungen kehren den Abwärtstrend der Vorjahre um.
- Analysten heben ihre Kursziele und Einstufungen deutlich an.
- Ein Teil der Zusatzeinnahmen ist nicht dauerhaft.
Der US-Gesundheitskonzern Humana meldet einen wichtigen Erfolg: Bei den offiziellen Sterne-Bewertungen (den sogenannten CMS-Ratings) für das Jahr 2027 hat sich das Unternehmen deutlich verbessert. Die Aktie reagierte mit kräftigen Kursgewinnen und sprang im vorbörslichen US-Handel zeitweise rund 15 Prozent auf 445,05 US-Dollar an. Finanziell zahlt sich der Sprung vor allem im Jahr 2028 aus, da die Noten die staatlichen Bonuszahlungen bestimmen.
Deutliche Verbesserung bei den Noten
Nach eigenen Angaben sind nun wieder 95 Prozent der Mitglieder in sogenannten "Medicare-Advantage"-Tarifen versichert, die mit mindestens 4,0 von 5 Sternen bewertet wurden (42 Prozent erreichen sogar 4,5 Sterne). Insgesamt kommen 18 Humana-Verträge auf vier oder mehr Sterne – das sind elf Verträge mehr als noch im Vorjahr.
Die Kehrtwende war dringend nötig: In den Jahren zuvor war der Anteil der Top-bewerteten Mitglieder drastisch von 94 Prozent (2024) auf nur noch 20 Prozent (2026) abgestürzt.
Finanzieller Rückenwind für 2028 – mit einem Haken
Die besseren Bewertungen schlagen sich erst zeitversetzt im Jahr 2028 in höheren staatlichen Erstattungen nieder. Humana betont jedoch, dass ein Teil dieser Zusatzeinnahmen einmalig sein wird. Der Konzern kündigte an, die Ausgaben entsprechend vorsichtig zu planen. Genauere Details dazu soll es spätestens mit dem Finanzausblick für 2028 geben.
Für das Jahr 2026 bestätigte das Management seine Prognose von mindestens 9,00 US-Dollar bereinigtem Gewinn je Aktie (bereits im Juli hatte Humana für das dritte Quartal einen bereinigten Verlust von etwa 1,00 US-Dollar je Aktie in Aussicht gestellt). Ab dem 15. Oktober startet die Wechselphase, in der Kunden ihre Tarife für 2027 wählen können.
Analysten heben Kursziele an – doch Risiken bleiben
Baird stufte die Aktie daraufhin von "Neutral" auf "Outperform" hoch und erhöhte das Kursziel kräftig von 390 auf 596 US-Dollar. Cantor Fitzgerald hatte bereits am 6. Oktober, vor Veröffentlichung der Ratings, auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 300 auf 460 US-Dollar angehoben.
Trotz der Euphorie sollten Anleger die Risiken im Blick behalten: Die Erwartungen an die Aktie sind nach dem Kurssprung hoch. Zudem droht rechtlicher Ärger: Die Regulierungsbehörde CMS nutzte für die Sternenvergabe eine Berechnungsmethode, die bereits im Mai von einem Bundesgericht im Fall des Konkurrenten Clover bemängelt wurde. CMS hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Weitere Klagen in der Branche sind daher möglich. Auch künftige staatliche Kürzungen bei den Medicare-Erstattungssätzen bleiben ein Unsicherheitsfaktor.
Was die Rating-Wende für Anleger bedeutet
Für Anleger wird entscheidend sein, wie nachhaltig sich die verbesserten Bewertungen auf die Ertragslage auswirken. Dabei sollten sie den Finanzausblick für 2028 sowie die regulatorischen Risiken im Blick behalten.
Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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