Stille im Radio: MDR reagiert auf AfD-Kündigungspläne


LEIPZIG (dpa-AFX) - Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) beleuchtet in seinen Angeboten, was eine Kündigung der Rundfunkstaatsverträge durch die AfD bei einer Regierungsbeteiligung für Sachsen-Anhalt bedeuten könnte. Am Ende der Rundfunknachrichten von MDR Sachsen-Anhalt übergab ein Nachrichtensprecher am Morgen an eine Kollegin - zunächst war jedoch rund fünf Sekunden lang nichts zu hören. Dann sagte die Journalistin: "Wie Sie hören, hören Sie nichts. Keinen MDR mehr in Sachsen-Anhalt? Und damit auch kein MDR Sachsen-Anhalt, mein Radio, mein Zuhause? Das könnte passieren." Anschließend verwies sie auf weitere Informationen des Senders.

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Auch auf der Internetseite von MDR Sachsen-Anhalt greift der Sender das Thema auf. Bei mehreren regionalen Beiträgen sind anstelle der üblichen Bilder schwarze Kacheln zu sehen. Damit verweist der MDR auf mögliche Folgen einer Kündigung der Rundfunkstaatsverträge.

AfD will Rundfunkstaatsverträge kündigen

Hintergrund ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Die AfD hat angekündigt, im Falle einer Regierungsübernahme die Rundfunkstaatsverträge zu kündigen.

MDR-Intendant Ralf Ludwig hatte erst kürzlich vor den Folgen eines solchen Schritts gewarnt. Im Fernsehen gebe es dann etwa kein "Sachsen-Anhalt heute" mehr, ebenso wenig das Radioprogramm "MDR Sachsen-Anhalt" aus dem Funkhaus in Magdeburg, sagte Ludwig der "Mitteldeutschen Zeitung".

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Der Intendant kündigte zugleich juristischen Widerstand für den Fall einer Kündigung an. "Wenn die Kündigung kommen sollte, werden wir juristisch dagegen vorgehen", sagte Ludwig.

In Umfragen zur Landtagswahl kommt die AfD derzeit auf Werte von mehr als 40 Prozent der Zweitstimmen und liegt damit deutlich vor der CDU. Die Christdemokraten kommen auf etwa 24 Prozent./svv/DP/mis

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