Stimmung bei Dienstleistern trübt sich noch weiter ein - DIHK-Umfrage
BERLIN (Dow Jones)--Im Dienstleistungssektor hat sich die Stimmung zu Jahresbeginn nochmals verschlechert. So fällt der Einbruch der Geschäftslage in der aktuellen Corona-Krise viel drastischer aus, als dies während der Finanzkrise im Jahr 2009 der Fall war, so das Ergebnis einer Sonderauswertung der aktuellen Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Insgesamt haben sich sowohl die Bewertung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen Anfang 2021 nochmals eingetrübt.
Danach beurteilten 38 Prozent dieser Unternehmen ihre Geschäftslage als schlecht, 26 Prozent als gut. Der Saldo aus "gut"- und "schlecht"-Antworten lag damit deutlich unter dem der Vorumfrage (minus 12 Punkte nach minus 3 im Herbst 2020).
"Dabei zeichnet sich für die Dienstleister am aktuellen Rand noch keine Erholung ab - im Gegenteil: Angesichts des Lockdowns im Winter sind Geschäftslage und -erwartungen gegenüber der Vorumfrage erneut gesunken", erklärte der DIHK.
Ein Drittel der Reiseveranstalter sehen vor Insolvenz
Die personenbezogenen Dienstleister wie etwa Kinos oder Reisebüros berichten sehr viel häufiger von einer schlechten Geschäftslage (Saldo minus 51 Punkte) als die unternehmensbezogenen, beispielsweise Software-Entwicklung oder Consulting (Saldo 12 Punkte).
Insgesamt verzeichneten 55 Prozent der Dienstleistungsunternehmen negative Auswirkungen auf die Finanzlage, was die Investitionspläne bremst. Dabei machten insbesondere Eigenkapitalrückgang und Liquiditätsengpässe den Unternehmen zu schaffen. Vor allem personenbezogene Dienstleister zeigten sich pessimistisch.
In den Branchen Gastgewerbe, Reisevermittlung sowie die Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstalter wurden bei den Einschätzungen zur Geschäftslage neue Tiefststände erreicht. Fast ein Drittel der Reiseveranstalter seien von Insolvenz bedroht, warnte der DIHK.
Obwohl der Bedarf an digitalen Dienstleistungen und Kommunikationsmedien in der Pandemie gestiegen sei, habe sich die Corona-Krise im vergangenen Jahr dennoch negativ auf die Geschäftslage der drei Bereiche IT-, Telekommunikations- und Informationsdienstleistungen ausgewirkt - wenngleich der Effekt weniger stark ausfiel als im Durchschnitt aller Dienstleister.
An der DIHK-Befragung zu Jahresbeginn haben sich knapp 14.000 Betriebe aus dem Dienstleistungssektor beteiligt.