Studie: Klimaneutrale Stahlproduktion kann sich rentieren


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DÜSSELDORF/MANNHEIM (dpa-AFX) - Eine klimaneutrale Stahlproduktion in Deutschland ist laut einer Studie unter bestimmten industriepolitischen Bedingungen international wettbewerbsfähig. Zu diesem Ergebnis kommen Berechnungen von Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Mannheim, die von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gefördert wurden.

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Deutsche Stahlunternehmen können bestehen, wenn die Rahmenbedingungen für den Umbau der Industrie hin zu einer klimaneutralen Stahlproduktion stimmen, wie die Studienautoren Tom Krebs und Patrick Kaczmarczyk schreiben. Dafür notwendig sei unter anderem ein längerfristig gedeckelter Industriestrom- sowie Wasserstoffpreis. Auch müsse es eine staatliche Förderung von Investitionen in eine klimaneutrale Produktion geben, die an Standortzusagen geknüpft werde.

Studie: Nötig ist Industriestrompreis bis 2035

Die Autoren schlagen mehrere Maßnahmen für den Erhalt der Grundstoffindustrie und insbesondere der Stahlindustrie in Deutschland vor. So müsse bis 2035 ein garantierter Industriestrompreis von 60 Euro pro Megawattstunde (MWh) für alle energieintensiven Unternehmen gelten, inklusive Netzentgelte und aller Umlagen. Für Unternehmen mit Tarifbindung empfehlen die Wissenschaftler eine zusätzliche Reduktion des Strompreises um 10 Euro je MWh.

Auch für klimaneutral erzeugten Wasserstoff müsse es bis 2035 einen garantierten Bezugspreis geben. Der "Industriewasserstoffpreis" solle bei 140 Euro je MWh liegen und ebenfalls für alle energieintensiven Unternehmen gelten. Tarifgebundene Firmen sollen hier eine Ermäßigung um 20 Euro je MWh bekommen.

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Autoren halten auch Investitionsförderung für nötig

Nötig sei auch eine gezielte Investitionsförderung. Stahlunternehmen, die in "zukunftsfeste" Produktionsanlagen investierten und eine Standort- und Beschäftigungsgarantie abgäben, sollten direkte Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite in Höhe von 50 Prozent der Investitionssumme erhalten, tarifgebundene Unternehmen noch etwas mehr.

Darüber hinaus sollten staatliche Aufträge bevorzugt an inländische Produzenten vergeben werden. Auch eine Staatsbeteiligung an strategisch wichtigen Unternehmen der Stahlindustrie halten die Studienautoren zur Senkung der Kapitalkosten für denkbar.

"Die klimaneutrale Stahlproduktion ist ein tragfähiges Geschäftsmodell - aber nur unter der Voraussetzung, dass die Politik ihre Zusagen einhält", stellen die Autoren fest. "Die vier identifizierten Instrumente Energiepreisabsicherung, Investitionsförderung, Nachfragestimulierung und öffentliche Beteiligungen sind notwendige Bedingungen für die Wirtschaftlichkeit der Transformation." Der Energiepreisabsicherung komme dabei die größte Hebelwirkung zu.

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IG-Metall-Vize Kerner: Stahl hat Zukunft in Deutschland

Die IG Metall sieht sich durch die Studie bestätigt. "Stahl hat Zukunft - hier bei uns in Deutschland", sagte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Jürgen Kerner, der Deutschen Presse-Agentur. "Damit Stahlproduktion in Deutschland wirtschaftlich und klimafreundlich möglich ist, braucht es verlässliche industriepolitische Rahmenbedingungen, wie die Studie herausgearbeitet hat." Die Bundesregierung müsse sich klar zur Stahlproduktion in Deutschland bekennen, indem sie jetzt zügig solch einen politischen Rahmen schaffe./tob/DP/zb

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