Tarifverhandlungen

Deutsche Bank-Aktie sinkt: Union Investment lobt Stabilität, mahnt aber Kostendisziplin an - Verdi-Streiks bei Postbank


Deutsche Bank-Aktie sinkt: Union Investment lobt Stabilität, mahnt aber Kostendisziplin an - Verdi-Streiks bei Postbank

Die Deutsche Bank steht laut Union Investment stabiler da als noch vor sieben Jahren zur Zeit der bislang letzten Präsenz-Hauptversammlung 2019.

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"Damals nannte ich die Deutsche Bank einen 'Koloss auf tönernen Füßen'", heißt es im vorab verbreiteten Manuskript der Rede, die Fondsmanagerin Alexandra Annecke auf dem Aktionärstreffen der Deutschen Bank am Donnerstag halten wird. "Wer auf das Rekordjahr 2025 blickt, sieht: Diese Zeiten sind vorbei. Die Bank steht heute wesentlich stabiler da." Angesichts des schwierigen Makro-Umfelds stünden nun vor allem die Kosten im Blick.

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"Worauf es jetzt ankommt, ist strikte Kostendisziplin", so Annecke. "Wer seine Kosten im Griff hat, reduziert die Abhängigkeit vom Makroumfeld." Es sei im aktuellen Umfeld eine unsicherere Prognose als bisher, die Erträge um 5 Prozent im Jahr steigern zu wollen.

Die Deutsche Bank hatte im November im Rahmen des Kapitalmarkttages angekündigt, "operative Effizienzen" von rund 2 Milliarden Euro zu erzielen. Jetzt sieht die Bank noch größeres Potenzial, was Vorstandschef Christian Sewing laut seinem in der vergangenen Woche veröffentlichten Redemanuskript für die Hauptversammlung auch mit KI begründet. "Gerade im Bereich der Künstlichen Intelligenz übertrifft das Tempo die Erwartungen deutlich", so Sewing.

Neben Kostendisziplin brauche es für eine höhere Bewertung am Kapitalmarkt laut Annecke einen soliden Ertragsmix. "Erträge aus den stabilen Geschäftsbereichen Unternehmensbank, Privatkundenbank und Assetmanagement sind aus Sicht des Kapitalmarkts wertvoller als Erträge aus der Investmentbank, die letztes Jahr der Haupttreiber des Wachstums war", so die Fondsmanagerin von Union Investment.

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Für die Ziele der Strategie 2028, die die Deutsche Bank vergangenes Jahr ausgegeben hat, gebe es keine Vorschusslorbeeren, wie der seit Jahresbeginn deutlich gesunkene Aktienkurs zeige. "Trotz des Rekordjahres 2025 und der erzielten Fortschritte glaubt der Markt noch nicht, dass die Deutsche Bank für stürmische Zeiten schon genug Wasser unter dem Kiel hat", sagte Annecke.

Verdi schaltet bei Warnstreiks bei der Postbank einen Gang höher

Kundinnen und Kunden der Postbank müssen sich wegen Warnstreiks erneut auf Einschränkungen einstellen.Weil es in den Tarifverhandlungen für die zum Deutsche Bank-Konzern gehörenden Beschäftigten keinen Fortschritt gibt, hat die Gewerkschaft Verdi für die nächsten Tage eine Ausweitung der Proteste angekündigt.

Zunächst soll es an diesem Mittwoch (27.5.) das Backoffice treffen, in dem Bankgeschäfte wie Zahlungsverkehr abgewickelt werden. Von Donnerstag (28.5.) bis Samstag (30.5.) sind dann bundesweit die Beschäftigten in den Postbank-Filialen sowie in den Callcentern aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen.

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Zudem will die Gewerkschaft die Hauptversammlung der Deutschen Bank am Donnerstag nutzen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen: Verdi hat zu einer Demonstration auf dem Frankfurter Messegelände aufgerufen.

"Die Beschäftigten haben kein Verständnis dafür, dass von den Rekordgewinnen der Deutschen Bank nur die Aktionäre profitieren sollen, während die Bank in der Tarifrunde einen Reallohnverlust durchdrücken will", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck.

Verdi fordert für etwa 9.000 Beschäftigten der Postbank acht Prozent mehr Geld, mindestens aber 300 Euro pro Monat. Auszubildende sollen 200 Euro mehr bekommen. Zudem will die Gewerkschaft eine Beschäftigungs- und Standortsicherung sowie einen verbindlichen Rechtsanspruch auf Weiterbildung zum Beispiel bei KI erreichen. Für den 15. Juni ist die dritte Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern in Frankfurt angesetzt.

Die Deutsche Bank-Aktie notiert im XETRA-Handel zeitweise 1,57 Prozent tiefer bei 28,82 Euro.

DOW JONES/FRANKFURT/BONN (dpa-AFX)

Bildquellen: Nessluop / Shutterstock.com, D K Grove / Shutterstock.com

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09.07.26 Deutsche Bank Outperform RBC Capital Markets
03.07.26 Deutsche Bank Overweight JP Morgan Chase & Co.
20.05.26 Deutsche Bank Kaufen DZ BANK
12.05.26 Deutsche Bank Neutral Goldman Sachs Group Inc.