Lufthansa-Aktie höher: Analyst sieht neuen Rückenwind und setzt Kursziel hoch
Die Lufthansa-Aktie erhält zum Wochenstart erneut Unterstützung von Analystenseite, dieses Mal von einem Experten von Deutsche Bank Research.
Werte in diesem Artikel
• Deutsche Bank erhöht Lufthansa-Kursziel
• Bewertung bleibt "Hold"
• Analyst sieht Entlastung bei Treibstoffkosten
Nach der aktualisierten Einschätzung von JPMorgan am Freitag hat sich zum Wochenstart nun auch Deutsche Bank Research neu zur Lufthansa geäußert. Dabei hat Analyst Jaime Rowbotham das Kursziel für den Kranich-Konzern angehoben und reagiert damit ebenfalls vor allem auf die zuletzt deutlich gesunkenen Ölpreise und die daraus resultierenden Entlastungen bei den Treibstoffkosten.
Die positive Anpassung fällt allerdings vergleichsweise vorsichtig aus: Zwar erhöht die Deutsche Bank das Kursziel für die Lufthansa-Aktie von 7,00 auf 8,00 Euro, die Einstufung bleibt jedoch unverändert bei "Hold" und auch das neue Kursziel liegt unter dem aktuellen Kursniveau der Lufthansa-Aktie auf XETRA, wo das Papier am Montag zeitweise 0,24 Prozent auf 9,09 Euro gewinnt. Der Analyst sieht damit zwar mehr Wertpotenzial als zuvor, aber noch keinen ausreichenden Grund für eine Kaufempfehlung.
Ölpreisrückgang verändert die Kostenperspektive
Der zentrale Faktor hinter der neuen Bewertung sind die aktuellen Entwicklungen am Energiemarkt. So hat Rowbotham seine Prognose für die Lufthansa-Treibstoffkosten im Jahr 2026 gesenkt, nachdem die Ölpreise aufgrund der Gespräche zwischen den USA und dem Iran zuletzt deutlich nachgegeben hatten. Für Fluggesellschaften gehört Kerosin traditionell zu den größten Kostenblöcken - entsprechend stark können sich Veränderungen beim Ölpreis auf die Gewinnentwicklung auswirken.
Damit greift die Deutsche Bank ein Thema auf, das bereits in der vergangenen Woche auch JPMorgan-Analyst Harry J. Gowers in den Mittelpunkt seiner Analyse gestellt hatte. Er hatte angesichts der Ölpreisentwicklung darauf verwiesen, dass die tatsächlichen Treibstoffkosten der Lufthansa niedriger ausfallen könnten als vom Konzern ursprünglich kalkuliert.
Zwei Analysten sehen Entlastung bei Kerosinkosten, bleiben aber dennoch vorsichtig
Die jüngsten Analystenkommentare zeichnen damit ein ähnliches Bild: Die Lufthansa könnte von einem Kostenumfeld profitieren, das besser als erwartet ausfällt. Noch im ersten Quartalsbericht 2026 hatte der Konzern auf erhebliche Belastungen durch gestiegene Kerosinpreise hingewiesen. Die Lufthansa hatte damals mit zusätzlichen Treibstoffkosten von rund 1,7 Milliarden Euro gerechnet, nachdem die Kalkulation von den damaligen hohen Ölpreisen beeinflusst worden war. Der inzwischen niedrigere Ölpreis dürfte hier für Entlastung sorgen und könnte die Ergebnisentwicklung verbessern.
Doch trotz der positiven Signale blieben beide Experten bei Kursziel und Bewertung noch zurückhaltend. Für Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Zwar spricht die Kostenentwicklung wieder mehr für die Lufthansa-Aktie, doch Aufwärtspotenzial sehen die Experten dennoch momentan noch nicht. Sie warten offenbar noch auf den Beleg, dass die günstigeren Rahmenbedingungen tatsächlich nachhaltig in höhere Gewinne und bessere Margen übersetzt werden können.
Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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| 02.07.26 | Lufthansa Market-Perform | Bernstein Research |
