Trennung nach Jahren

Paukenschlag bei Comcast: NBCUniversal kommt nach 15 Jahren eigenständig an die Börse - Aktie mit Höhenflug


Paukenschlag bei Comcast: NBCUniversal kommt nach 15 Jahren eigenständig an die Börse - Aktie mit Höhenflug

Comcast will NBCUniversal und Sky in eine eigenständige börsennotierte Gesellschaft ausgliedern. Anleger honorieren den Schritt.

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• Comcast plant Abspaltung von NBCUniversal und Sky
• Börse setzt auf Ende des Konglomeratsabschlags
• Abschluss der Transaktion voraussichtlich innerhalb eines Jahres, vorbehaltlich der Genehmigungen

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Der Medienkonzern Comcast zerlegt sich selbst, und der Markt belohnt es. Der US-Konzern plant eine Abspaltung seines Mediengeschäfts rund um NBCUniversal und den europäischen Anbieter Sky in eine eigene, separat börsennotierte Gesellschaft, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die Comcast-Aktie sprang daraufhin an der NASDAQ um 5,53 Prozent auf 24,22 US-Dollar, nur wenige Tage, nachdem sie so tief notiert hatte wie zuletzt vor zehn Jahren. Für die Einordnung ist genau dieser Kontrast der Schlüssel: Nicht das operative Geschäft hat sich über Nacht verbessert, sondern die Struktur, in der es bewertet wird.

Der Konglomeratsabschlag fällt weg

Unter einem Dach steckten zuletzt zwei Welten mit gegensätzlicher Logik. Auf der einen Seite das reife Kabel-, Breitband- und Mobilfunkgeschäft, das stabile Zahlungsströme liefert, aber mit schrumpfendem TV-Geschäft und wachsendem Wettbewerb im Breitband kämpft. Auf der anderen Seite NBCUniversal mit den Universal-Filmstudios, den Themenparks samt dem neuen Epic Universe, den Sendern NBC und Telemundo, dem Streamingdienst Peacock und Sky. Der Markt bewertete dieses Gemisch zuletzt mit einem einstelligen Kurs-Gewinn-Verhältnis, also fast wie einen reinen Auslaufwert. Die Aufspaltung erlaubt es, beide Teile nach eigenen Maßstäben zu bewerten: das wachstumsorientierte Medien- und Parkgeschäft höher, den cashstarken Netzbetreiber als Dividendenwert. Diese Aussicht auf eine Höherbewertung der Summe der Teile treibt den Kurs.

Brian L. Roberts, Chairman und Co-Chief Executive Officer von Comcast, betont: "Dies ist ein sehr spannender Tag für unser Unternehmen. Die Transaktion, die wir heute bekannt geben, wird einen stärker unternehmerisch geprägten Managementansatz ermöglichen und für jeden der Geschäftsbereiche eine Vielzahl neuer Chancen eröffnen. Ich freue mich sehr darauf, unser gemeinsames Wachstum in diesem nächsten Kapitel mitzugestalten."

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Das zweite Zerschlagungsstück in sechs Monaten

Der Schritt ist Teil einer größeren Strategie: Erst Anfang Januar hatte Comcast seine Kabel-Nachrichten- und Unterhaltungssender in eine eigene Börsengesellschaft ausgegliedert. Nun folgt mit NBCUniversal das weitaus größere Stück, und der über 15 Jahre aufgebaute Medienkonzern wird methodisch zerlegt. Dahinter steht der Druck der Branche: Kabelkündigungen, der teure Wettlauf im Streaming und eine Konsolidierungswelle, in der Größe und Fokus über die Verhandlungsposition entscheiden. Zwei getrennte Firmen können eigene Zukäufe, Partnerschaften und Kapitalentscheidungen verfolgen, statt miteinander um Investitionen zu konkurrieren. Personell bleibt die Gründerfamilie an Bord: Co-CEO Mike Cavanagh soll NBCUniversal führen, der frühere Finanzchef Michael Angelakis übernimmt Comcast, und Brian Roberts bleibt in beiden Häusern aktiv. Über die identische Doppel-Aktienstruktur sichert sich die Familie auch im neuen Medienkonzern die Kontrolle. Die zunächst gehaltenen bis zu 19,9 Prozent an NBCUniversal will Comcast über die Zeit zu Geld machen.

So überzeugend die Logik klingt, der Beifall der Anleger nimmt die Vorteile vorweg. Die Trennung braucht die Zustimmung von Aufsichtsrat und Regulierern und soll erst in rund einem Jahr abgeschlossen sein. Die eigentliche Frage stellt sich danach: ob ein kleinerer Netzbetreiber gegen Telekom- und Funkkonzerne und ein eigenständiges NBCUniversal gegen die Streaming-Riesen mit genug Schlagkraft antritt.

Claudia Stephan, Martina Köhler, Benedict Kurschat, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Gil C / Shutterstock.com

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13.11.18 Comcast Overweight Barclays Capital
02.10.18 Comcast Buy Pivotal Research Group
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27.10.17 Comcast Overweight Barclays Capital
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