Trotz Ukraine-Krieg

Fraport-Aktie zieht an: Verträge in St. Petersburg können nicht gekündigt werden


Fraport-Aktie zieht an: Verträge in St. Petersburg können nicht gekündigt werden

Die Fraport AG ist weiterhin an der Betreibergesellschaft des Flughafens Pulkovo in St. Petersburg beteiligt.

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Zwar ruht diese Beteiligung seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, doch da es zwischenzeitlich belastbare Hinweise über eine militärische Nutzung des Flughafens gibt, ist das zum Politikum geworden und Gegenstand einer Sondersitzung des Haushaltsausschusses im hessischen Landtag. Das Land Hessen hält 30 Prozent an Fraport, die Stadt Frankfurt indirekt weitere 20 Prozent.

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Fraport-Chef Stefan Schulte sagte dem Haushaltsausschuss am Donnerstag, dass der Konzern seine bestehenden Verträge im Zusammenhang mit der Pulkovo-Beteiligung nicht einfach kündigen könne, wie die Fraport AG mitteilte. Eine Ausstiegsklausel sei nicht vorgesehen und auch ein Sonderkündigungsrecht bestehe laut dem juristischen Gutachten einer auf internationales Recht spezialisierten Kanzlei nicht. Einen Käufer für die Beteiligung zu finden, sei in der aktuellen Situation schwierig.

"Wir sind insbesondere aus Haftungsgründen unseren Anteilseignern, darunter dem Land Hessen und der Stadt Frankfurt, sowie den vielen tausenden Kleinanlegern verpflichtet, diese Werte nicht dem russischen Aggressor zu überlassen", sagte Schulte laut der Mitteilung. "Daher verfolgen wir das Ziel eines vertragskonformen Ausstiegs. Dazu beobachten wir den Markt weiterhin intensiv und prüfen eng abgestimmt mit dem Aufsichtsrat der Fraport AG mögliche Handlungsoptionen."

Zu den betroffenen Vermögenswerten zählen eine offene Darlehensforderung sowie der Wert der Minderheitsbeteiligung von 25 Prozent an dem Flughafen. Einem Verkauf müssten zudem die russischen Behörden zustimmen und die bestehenden Sanktionen gegen Russland engen den möglichen Käuferkreis ein.

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Für den Fall, dass Fraport die Verträge einseitig kündigen und somit vertragsbrüchig werden würde, drohen zudem hohe Schadenersatzforderungen der weiteren an der Betreibergesellschaft beteiligten internationalen Unternehmen.

Schulte bekräftigte, dass der Fraport-Konzern den Angriffskrieg auf das Schärfste verurteilt und die Sanktionen der Europäischen Union unterstützt.

Via XETRA steigt die Fraport-Aktie zwischenzeitlich um 0,64 Prozent auf 48,59 Euro.

FRANKFURT (Dow Jones)

Bildquellen: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com, Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com

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DatumRatingAnalyst
23.06.26 Fraport Market-Perform Bernstein Research
16.06.26 Fraport Neutral Goldman Sachs Group Inc.
12.06.26 Fraport Buy Jefferies & Company Inc.
12.06.26 Fraport Overweight Barclays Capital
20.05.26 Fraport Neutral JP Morgan Chase & Co.