Aktien im Blick: UniCredit bereitet Commerzbank-Offerte für Anfang Mai vor
UniCredit-Chef Andrea Orcel zeigt sich im Ringen um die Commerzbank unbeirrbar und will schon nächste Woche ein offizielles Übernahmeangebot abgeben.
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"Der Prozess ist nicht mehr aufzuhalten", sagte Orcel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). "Ich bin zuversichtlich, dass es am Ende so kommen wird, weil die industrielle Logik klar ist und man am Ende des Tages nicht gegen die Schwerkraft ankommt." Das sei die Realität des Marktes.
Ein offizielles Übernahmeangebot solle am 5. Mai veröffentlicht werden, kündigte Orcel an. "Wir planen mit einer vierwöchigen Annahmefrist, die möglicherweise um zwei Wochen verlängert wird, sollte es zu Anpassungen kommen." Der Manager betonte: "Ein kompletter Rückzug kommt aktuell nicht infrage, und die Zahlen stützen diese Haltung."
Zugleich hielt sich Orcel eine Nachbesserung des aktuellen Tauschangebots für die Commerzbank-Aktionäre offen: "Ja, wir haben uns immer das Recht vorbehalten, die Bedingungen zu überprüfen. Wenn es in den nächsten Wochen noch Gespräche gibt und es zu einem Kompromiss kommt, dann könnte sich etwas ändern."
"Unser Ziel ist nicht Zerstörung"
Die Commerzbank kämpft seit Monaten gegen eine feindliche Übernahme durch die UniCredit, die im September 2024 bei dem DAX-Konzern eingestiegen war und nun 29,99 Prozent der Anteile kontrolliert. Auch der Bund, der rund 12 Prozent an der Commerzbank hält, lehnt die Pläne der UniCredit ab.
Im März hatten die Italiener ein rund 35 Milliarden Euro schweres, freiwilliges Tauschangebot für sämtliche Commerzbank-Aktien ankündigt und darin für sämtliche Commerzbank-Aktien je 0,485 neue UniCredit-Papiere geboten. Am 4. Mai sollen die UniCredit-Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der dazu nötigen Kapitalerhöhung zustimmen.
In der "FAZ" warb Orcel erneut für eine Übernahme und trat Befürchtungen vor einem Kahlschlag bei der Commerzbank entgegen. "Natürlich wird es Anpassungen und Überschneidungen geben. Aber unser Ziel ist nicht Zerstörung", sagte Orcel. Erst kürzlich hatte er der Commerzbank strukturelle Schwächen vorgeworfen. Er rechnete in einem Szenario vor, bei einer Übernahme würden in Deutschland rund 7.000 Vollzeitstellen wegfallen.
Die UniCredit-Aktie verliert im Mailänder Handel zeitweise 0,27 Prozent auf 65,59 Euro. Für die Papiere der Commerzbank geht es via XETRA derweil um XX Prozent nach unten auf XX Euro.
/als/DP/jha
FRANKFURT/MAILAND (dpa-AFX)
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