Umfrage: EZB-Zinsentscheidung für Analysten teilweise überraschend


Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die regelmäßig von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragten geldpolitischen Analysten sind von den Beschlüssen des EZB-Rats am 9. Juni teilweise überrascht worden. Wie die aus dem jetzt veröffentlichten Survey of Monetary Analysts hervorgeht, sahen die 29 Analysten im Vorfeld der Sitzung zwar eine Anhebung des Bankeinlagensatzes im Juli um 25 Basispunkte kommen, nicht aber eine Anhebung der beiden anderen Leitzinsen, des Haupt- und des Spitzenrefinanzierungssatzes, wie sie am 9. Juni für Juli angekündigt wurde.

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EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte bereits am 23. Mai Zinsanhebungen für Juli und September angekündigt. Die Befragung fand zwischen 23. und 26. Mai statt. Die Analysten erwarteten ferner, dass der Bankeinlagensatz von minus 0,50 Prozent zum Zeitpunkt der Befragung auf 0,25 Prozent im Dezember steigen würde. Sie sahen diesen Satz langfristig (nach 2029) bei 1,25 Prozent, den Hauptrefinanzierungssatz bei 1,00 und den Spitzenrefinanzierungssatz bei 1,50 Prozent.

Der Rat hatte am 9. Juni für September einen Zinsschritt von 50 Basispunkten für den Fall in Aussicht gestellt, dass sich der Inflationsausblick nicht verändert. Lagarde hatte im Anschluss von einer Serie von Zinserhöhungen gesprochen, vor denen die EZB stehe.

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