Lufthansa-Aktie gibt nach: Maschine muss in Schottland runter - VC-Piloten laut Umfrage weiter streikbereit
Eine Lufthansa-Maschine ist am Donnerstag auf dem Weg von Frankfurt am Main nach Chicago außerplanmäßig in Schottland gelandet.
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Grund war ein medizinischer Notfall an Bord, wie die Lufthansa auf Nachfrage berichtet. Zuvor hatte RTL berichtet. An Bord der Boeing 747-8 waren nach Angaben der Fluggesellschaft 358 Passagiere.
"Aufgrund der medizinisch bedingten Dringlichkeit wurde Luftnotlage erklärt", sagte eine Sprecherin. Durch eine "priorisierte Landung" sollte der Passagier schnellstmöglich einem Notarzt zugeführt werden. Die Boeing 747-8 sei sicher in Glasgow gelandet. "Nach der Versorgung des erkrankten Passagiers und Auftanken des Flugzeuges wird der Flug nach Chicago fortgesetzt", hieß es zunächst.
Am frühen Abend wurde dann mitgeteilt, dass der Flug aufgrund der langen Bodenzeit in Glasgow nicht durchgeführt werden könne - die Crew würde die gesetzlichen Dienstzeiten überschreiten. "LH430 kehrt nach Frankfurt zurück und endet dort." Die Passagiere würden auf alternative Flüge umgebucht. "Lufthansa bedauert die außergewöhnliche Situation für ihre Fluggäste."
VC-Piloten laut Umfrage weiter streikbereit
Trotz des zähen Tarifkonflikts bei der Lufthansa geben sich die in der Vereinigung Cockpit (VC) organisierten Piloten weiterhin kämpferisch. Bei einer Mitgliederbefragung hätten 70 Prozent der Teilnehmer angegeben, dass sie einem Streikaufruf der Gewerkschaft im Rahmen von Tarifauseinandersetzungen ohne Zögern folgen würden, teilte die VC mit."Die hohe Streikbereitschaft zeigt die große Geschlossenheit unserer Mitglieder und die breite Unterstützung für den eingeschlagenen tarifpolitischen Kurs", erklärt dazu VC-Vorstandsmitglied Oliver Löwe. Tarifliches Topthema bleibe die betriebliche Altersvorsorge.
Umfassende Schlichtung vereinbart
Die VC hat die Piloten der Lufthansa Kernmarke im laufenden Jahr bereits an sieben Tagen zum Streik aufgerufen. Vor wenigen Tagen gaben beide Seiten bekannt, eine umfassende Schlichtung für Tariffragen in den Flugbetrieben Lufthansa, Lufthansa Cargo, Lufthansa Cityline und Eurowings vereinbart zu haben. Darüberhinaus soll es eine übergreifende Mediation geben, um Konflikte dauerhaft beizulegen.
Nach weiteren Umfrageergebnissen sieht fast jede und jeder Zweite (47 Prozent) die eigene berufliche Situation verschlechtert. Nur noch 24 Prozent würden den Beruf des Piloten heute weiterempfehlen, während zwei Drittel (66 Prozent) eher davon abraten. Immerhin zwei Drittel der Beschäftigten zeigten sich mit ihrer aktuellen beruflichen Situation grundsätzlich zufrieden.
Die Lufthansa-Aktie verlor am Donnerstag im XETRA-Handel letztlich 2,98 Prozent auf 7,62 Euro.
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FRANKFURT (dpa-AFX)
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