Umfrage: Viele Menschen in existenziellen Nöten wegen hoher Inflation


FRANKFURT/BONN (dpa-AFX) - Die zuletzt stark gestiegenen Teuerungsraten werden für viele Menschen zur Belastungsprobe: Jeder neunte Deutsche kann nach eigenen Angaben kaum noch seine Lebenshaltungskosten bezahlen, wie eine YouGov-Umfrage im Auftrag der Postbank ergab. Von den Befragten aus Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 2500 Euro gaben sogar 17 Prozent an, sie seien wegen gestiegener Preise kaum noch in der Lage, die regelmäßigen Ausgaben zu stemmen.

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In den vergangenen Monaten haben die Inflationsraten kräftig angezogen. In Deutschland lagen die Verbraucherpreise im Dezember vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes zufolge um 5,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit erreichte die Teuerungsrate in Europas größter Volkswirtschaft den höchsten Stand seit Juni 1992. Im Euroraum insgesamt erreichte die Inflation mit 5 Prozent das höchste Niveau seit der Euro-Einführung. Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro weniger kaufen können als zuvor.

In der Umfrage zeigten sich 44 Prozent der 2102 Befragten sehr beunruhigt aufgrund der vergleichsweise hohen Inflationsraten. Fast genauso viele (43 Prozent) sagten, sie seien "etwas" beunruhigt. "Der starke Anstieg der Inflation sorgt in großen Teilen der Bevölkerung für Verunsicherung", fasste Postbank-Chefvolkswirt Marco Bargel zusammen. "Da sich Lebensmittel, Energie und Kraftstoffe erheblich verteuert haben, die Einkommen mit der Preisentwicklung aber nicht Schritt halten können, schrumpft der finanzielle Spielraum."

Eine wachsende Gruppe, inzwischen ein Viertel der Befragten, gab an, dass sie nichts sparen könne (22 Prozent) oder wolle (3 Prozent). "In den unteren Einkommensgruppen fehlen die finanziellen Reserven, um Geld langfristig und gewinnbringend anzulegen", sagte Bargel. "Auf dem Giro- oder Sparkonto verlieren Ersparnisse durch die Inflation jedoch kontinuierlich an Wert - was den finanziellen Spielraum für einkommensschwächere Haushalte noch weiter verkleinert."/ben/DP/zb

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