Unfairer Wettbewerb

Sandoz-Chef spricht Warnung vor Antibiotika-Dumping aus China aus


Sandoz-Chef spricht Warnung vor Antibiotika-Dumping aus China aus

Der Schweizer Generikahersteller Sandoz schlägt Alarm: Die europäische Antibiotika-Produktion steht nach Einschätzung von Chef Richard Saynor zunehmend unter Druck durch internationale Preisverzerrungen und unfaire Wettbewerbsbedingungen.

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Besonders kritisch sieht der Unternehmenschef dabei die Rolle chinesischer Anbieter, die den Markt mit stark subventionierten und sehr günstigen Antibiotika beeinflussen, wie er am Donnerstag im Gespräch mit der Schweizer Finanz-Nachrichtenagentur AWP betonte. "Ich denke nicht, dass die Politik das ignoriert", sagt Saynor. Vielmehr seien viele Entscheidungsträger in Europa "über zu lange Zeit zu zögerlich gewesen".

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In der Gesundheitspolitik werde häufig "nur der Preis eines Medikaments gesehen, nicht der Wert, den es schafft". Genau darin liege das grundlegende Problem. "Antibiotika werden systematisch unterschätzt, obwohl sie eine zentrale Rolle für die breite Gesundheitsversorgung spielen."

Sandoz kämpft derzeit darum, die letzte verbleibende Antibiotika-Fabrik in Europa am Leben zu halten. Die Rede ist von der Produktionsstätte im österreichischen Kundl, deren 80-jähriges Jubiläum am Berichtstag gefeiert wird. Gleichzeitig fordert Saynor faire Wettbewerbsbedingungen.

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Schritte gegen chinesische Marktverzerrung

Um sich gegen die Marktverzerrungen chinesischer Anbieter zu wehren, hat Sandoz bei der Europäischen Kommission einen wegweisenden Entwurf für eine Anti-Dumping-Beschwerde gegen chinesische Importe des Antibiotika-Wirkstoffs Amoxicillin eingereicht. Dies kündigte der Konzern am Donnerstag an. Ob tatsächlich Dumping vorliege, müsse nun geprüft werden, betonte der Sandoz-Chef.

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Zudem beschreibt der Sandoz-Chef komplexe Lieferketten, über die chinesische Wirkstoffe zunächst nach Indien gelangen, dort verarbeitet und anschließend als günstige Fertigarzneimittel nach Europa exportiert werden. Dies führe zu einem "doppelten Effekt", der europäische Produzenten zusätzlich unter Druck setze.

Mit Blick auf die EU seien beim Thema Antibiotika-Versorgung zwar Fortschritte zu erkennen, etwa im Rahmen des sogenannten Alpbach Communiqués und des geplanten Critical Medicines Act, doch bleibe die Umsetzung unklar.

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Das Alpbach Memorandum sieht vor, dass europäische Staaten mindestens 30 Prozent ihrer Medikamente von vertikal integrierten Herstellern beziehen. Auch der Critical Medicines Act gehe grundsätzlich in die richtige Richtung, konkrete Details fehlten jedoch noch. "Jetzt brauchen wir nicht nur Gespräche, sondern Handlungen", so Saynor.

/hr/cg/AWP/men

BASEL (dpa-AFX)

Bildquellen: Konektus Photo / Shutterstock.com

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Datum Rating Analyst
05.10.23 Sandoz Buy Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank)
05.10.23 Sandoz Overweight Morgan Stanley
05.10.23 Sandoz Overweight JP Morgan Chase & Co.

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