Verband: Umsatz im Bauhauptgewerbe sinkt 2023 real um 6 Prozent


Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Der Umsatz im deutschen Bauhauptgewerbe dürfte in diesem Jahr inflationsbereinigt um 6 Prozent im Vorjahresvergleich zurückgehen. Damit bestätigte der Verband Die Bauindustrie seine Prognose von Ende Februar. Besonders betroffen wird demnach der Wohnungsbau sein. Hier wird mit einem Umsatzrückgang von 9 Prozent gerechnet. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen dürfte in diesem Jahr bei 250.000 liegen, deutlich unter dem von der Bundesregierung anvisierten Ziel von 400.000. Für 2024 erwartet die Bauindustrie ohne große Änderungen der Rahmenbedingungen noch schlechtere Fertigstellungszahlen.

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Der negative Ausblick dürfte Thema auf dem Tag der Bauindustrie werden, zu dem am Mittwoch Regierungsvertreter wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) und Bundesbauministerin Klara Geywitz erwartet werden.

Auch mit Blick auf die Auftragseingänge zeigte sich die Bauindustrie pessimistisch. Im ersten Quartal 2023 gingen die Auftragseingänge um 18,6 Prozent zurück, nach einem realen Minus von 9,7 Prozent im Vorjahr. Der Auftragsbestand habe Ende März 2023 zwar (nominal) nochmals um 2 Milliarden Euro höher als ein Jahr zuvor gelegen. Dies sei jedoch auf die stark gestiegenen Baupreise zurückzuführen. Real war laut der Bauindustrie Ende März ein Minus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verbuchen. Besonders ausgeprägt sei hier der Rückgang im Wohnungsbau mit minus 21 Prozent.

Der Verband verwies in dem Zusammenhang auf die Reichweite der Auftragsbestände, die sich im Mai auf lediglich 4,0 Monate verringert hat. Im Februar 2022 habe die Reichweite noch bei 5,0 Monaten gelegen.

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Große Sorgen bereitet der Bauindustrie außerdem der Verkehrswegebau. So stünden 2023 von der Bundesregierung für Straßen, Schienen und Wasserwege mit 18,6 Milliarden Euro knapp 800 Millionen weniger an Verkehrsinvestitionsmittel zu Verfügung als im Vorjahr. Dieser deutliche Rückgang werde durch steigende Preise vervielfacht, so der Verband.

Ähnlich problematisch sehe es bei den Kommunen aus, die nach wie vor etwa 60 Prozent der öffentlichen Baunachfrage stellen. Zwar planten die Kommunen für 2023 mit einem Investitionsplus von 4,4 Prozent. "Durch steigende Preise ergibt sich jedoch ein reales Minus und damit ein tendenziell weiter steigender Investitionsrückstand", kritisiert die Bauindustrie.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/mgo

(END) Dow Jones Newswires

June 13, 2023 05:00 ET (09:00 GMT)

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