Verhandlungen über Autonomie für Korsika gehen in entscheidende Phase
PARIS (dpa-AFX) - In Frankreich gehen die Verhandlungen über Autonomie für die Mittelmeerinsel Korsika in eine entscheidende Phase. Innenminister Gérald Darmanin empfängt am Montagabend in Paris eine Delegation korsischer Politikerinnen und Politiker, um am Text für eine entsprechende Verfassungsreform zu arbeiten. Bei einem Treffen vor rund zwei Wochen hatte Darmanin sich optimistisch geäußert, auf gutem Weg hin zu einer Einigung zu sein. Der Prozess solle innerhalb von zwei Wochen abgeschlossen werden, sagte er damals.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Korsika im Herbst Autonomie in Aussicht gestellt. Das Verhältnis zwischen der beliebten Ferieninsel und der Regierung in Paris gilt seit Langem als schwierig. Jahrzehntelang kämpften korsische Separatisten für mehr Eigenständigkeit, oft mit Gewalt. Die Untergrundorganisation FLNC legte 2014 vorübergehend die Waffen nieder. Etwa zeitgleich gewannen gemäßigte Nationalisten politisch an Bedeutung. Mittlerweile haben sie die Mehrheit im Regionalparlament und fordern einen Autonomiestatus. Vor zwei Jahren waren die Spannungen bei gewaltvollen Protesten wieder deutlich zutage getreten. Auch Anschläge von Militanten gab es in der jüngeren Vergangenheit wieder.
Nachdem die Mitte-Regierung in Paris und die politischen Spitzen der Insel sich auf einen Reformtext geeinigt haben, müssen noch beide französischen Parlamentskammern dem Vorhaben zustimmen. Eine Mehrheit in der Nationalversammlung gilt als sicher. Die konservativen Republikaner, die im Oberhaus die Mehrheit haben, stehen mehr Rechten der Inselpolitik bei der Gesetzgebung aber kritisch gegenüber. Je nach Reformtext könnten daher schwierige Verhandlungen mit dem Senat folgen.
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