Verkauf bestätigt

Milliarden-Deal perfekt: Continental verkauft ContiTech - Conti-Aktie gibt nach


Milliarden-Deal perfekt: Continental verkauft ContiTech - Conti-Aktie gibt nach

Continental trennt sich im Rahmen seiner strategischen Neuausrichtung von ContiTech. Der Verkauf bringt Milliarden ein und könnte Spielraum für Schuldenabbau und Kapitalrückflüsse bringen.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Continental verkauft ContiTech für 4,0 Milliarden Euro an Lone Star
  • Der Vollzug soll bis Ende des Jahres 2026 erfolgen
  • Rund 2,5 Milliarden Euro sollen an Aktionäre zurückfließen
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Die Continental AG hat den Verkauf ihres Unternehmensbereichs ContiTech an den Finanzinvestor Lone Star Funds vertraglich besiegelt. Der vereinbarte Unternehmenswert liegt laut der Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens bei 4,0 Milliarden Euro, hinzu kommen mögliche erfolgsabhängige Zahlungen von bis zu 250 Millionen Euro in den Folgejahren.

Reifengeschäft wird zum alleinigen Kern

Mit der Transaktion bringt Continental die eigene strategische Neuaufstellung zum Abschluss. Das Unternehmen hatte den Verkauf der Sparte bereits vor geraumer Zeit in Aussicht gestellt. Nachdem der Konzern bereits seine Autozuliefersparte AUMOVIO ausgegliedert hat, konzentriert sich das Unternehmen künftig ganz auf sein traditionelles Reifengeschäft, das als einziger Bereich im Konzern verbleibt. ContiTech beschäftigt weltweit mehr als 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon rund 7.700 in Deutschland.

ContiTech wird bereits mit dem Halbjahresfinanzbericht als nicht fortgeführte Aktivität ausgewiesen, der Ausblick für das Reifengeschäft bleibt von der Transaktion unberührt. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen, insbesondere der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden, und könnte laut Unternehmensangaben noch zum Ende des Jahres 2026 erfolgen.

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Gewerkschaft droht mit Widerstand bei weiterem Stellenabbau

Continental hatte bereits im Mai 2026 angekündigt, bei ContiTech weltweit 3.000 Stellen zu streichen, davon 1.600 in Deutschland; betriebsbedingte Kündigungen sollen laut der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) bis mindestens Ende 2030 vermieden werden. Sollte es über diesen vereinbarten Umfang hinaus zu weiterem Stellenabbau kommen, kündigte Francesco Grioli, Mitglied des Continental-Aufsichtsrats und des geschäftsführenden IGBCE-Hauptvorstands, "entschiedenen Widerstand" an, setze zunächst aber auf den Dialog mit dem neuen Eigentümer. Ein zwischen Continental und Lone Star vereinbartes Eckpunktepapier verpflichtet den Käufer laut dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden und Konzernbetriebsratschef Hasan Allak zu Investitionen, zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Bereitstellung von Ausbildungsplätzen in Deutschland.

Milliarden für Schuldenabbau und Aktionäre

Nach eigenen Angaben rechnet Continental beim Vollzug mit einem Mittelzufluss von rund 3,1 Milliarden Euro. Damit will der Konzern zunächst die eigene Finanzverschuldung reduzieren und zusätzlich rund 2,5 Milliarden Euro an die Aktionäre zurückgeben, entweder über eine Sonderdividende oder eine Kombination aus Aktienrückkäufen und Sonderdividende. Die endgültige Höhe hängt von üblichen Mechanismen zur Kaufpreisanpassung und vom genauen Zeitpunkt des Vollzugs ab.

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Wie sich der Verkauf auf die Jahresprognose auswirkt, prüft Continental derzeit noch und will die Zahlen zu einem späteren Zeitpunkt anpassen. Klarheit dürfte spätestens der Halbjahresfinanzbericht am 4. August 2026 bringen, in dem ContiTech erstmals als nicht fortgeführte Aktivität ausgewiesen wird.

So reagieren Anleger und Analysten

Die Aktien von Continental haben sich nach ihrem Jahreshoch vom Freitag bei 77,50 Euro zu Wochenbeginn abwärts bewegt. Im XETRA-Handel am Montag verlor das Papier letztlich 2,16 Prozent auf 74,34 Euro.

Analyst Michael Foundoukidis von Oddo BHF rechnete vor, dass eine vollständige Sonderdividende 12,50 Euro je Conti-Aktie entspräche. Im Falle einer hälftigen Sonderausschüttung und hälftigen Aktienrückkäufen, würde der Anteil der IHO Holding der Familie Schaeffler auf über 50 Prozent steigen. Nach seinem Verständnis müsse durch einen passiven Anstieg dennoch kein Pflichtangebot für eine Komplettübernahme erfolgen, da die dafür maßgebliche 30-Prozent-Schwelle bereits im Jahr 2013 überschritten worden sei. Ein Besitz der Hälfte sei eher firmenintern von Bedeutung als formaljuristisch.

Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquellen: 360b / Shutterstock.com, Continental

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06.07.26 Continental Buy Jefferies & Company Inc.
06.07.26 Continental Market-Perform Bernstein Research
06.07.26 Continental Overweight JP Morgan Chase & Co.
02.07.26 Continental Buy UBS AG
02.07.26 Continental Buy Deutsche Bank AG