Die größten Aktien-Flops der letzten zehn Jahre – Buffett-Favorit Kraft Heinz an der Spitze
Kraft Heinz kostete Anleger mehr als jede andere US-Aktie der Dekade, doch Morningstar sieht darin nun eine der günstigsten Chancen im Markt.
Werte in diesem Artikel
- Kraft Heinz führt Morningstars Liste der größten Wertvernichter der Dekade an
- Vier der 15 Verliereraktien tragen ein Fünf-Sterne-Rating von Morningstar
- Elf der 15 Werte haben laut Morningstar keinen ökonomischen Burggraben
Morningstar hat ermittelt, welche US-Aktien Anlegern im vergangenen Jahrzehnt am meisten Kapital gekostet haben, und ausgerechnet der Spitzenreiter der Verliererliste zählt nach Einschätzung der eigenen Analysten inzwischen zu den günstigsten Titeln im Markt. Portfoliostrategin Amy Arnott identifizierte die 15 US-Aktien mit dem größten Rückgang der Marktkapitalisierung der Jahre 2016 bis 2025, bereinigt um ausgezahlte Dividenden und Spin-off-Werte. An der Spitze steht die Kraft Heinz-Aktie mit einer Wertvernichtung von rund 36 Milliarden US-Dollar.
Kraft Heinz-Aktie führt die Verlustliste an
Ausschlaggebend für den Absturz war vor allem die Übernahme von Heinz, die eine Firmenwert-Abschreibung von mehr als 15 Milliarden US-Dollar nach sich zog. Dazu kamen ein stagnierendes Markenportfolio und ein schwaches organisches Wachstum. Als Gruppe vernichteten die 15 Aktien der Verliererliste rund 217 Milliarden US-Dollar an Aktionärsvermögen, ein Bruchteil der rund 27 Billionen US-Dollar, die im gleichen Zeitraum durch die 15 wertschaffendsten Aktien entstanden.
Auch Biogen, Perrigo und American Airlines unter den größten Verlierern
Biogen, Perrigo und American Airlines landen auf den Plätzen zwei bis vier der 15 größten Wertvernichtern, wenn auch mit unterschiedlichen Ursachen. Bei Biogen blieb der erhoffte Nachfolger für die alternden Multiple-Sklerose-Medikamente aus: Ein neues Alzheimer-Präparat sollte die schrumpfenden Umsätze auffangen, doch die klinische Entwicklung stockte wiederholt, bis das Unternehmen die Studien einstellte. Perrigo gehört wie Kraft Heinz zu den Unternehmen, deren große Übernahmen laut Morningstar nicht den erhofften Mehrwert brachten. American Airlines wiederum kämpfte nach der Fusion mit US Airways im Jahr 2013 mit der Integration der beiden Fluggesellschaften und wurde zusätzlich von den Reisebeschränkungen der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 hart getroffen.
Vier Fünf-Sterne-Kandidaten unter den größten Verlierern
So groß der Verlust in der Vergangenheit war, so überraschend fällt der Blick nach vorn aus. Vier der 15 Aktien erhalten von Morningstar aktuell ein Fünf-Sterne-Rating, was aus Sicht der Analysten einen deutlichen Abschlag zum geschätzten fairen Wert bedeutet. Neben Kraft Heinz zählen dazu die Bath & Body Works-Aktie, die VF Corp-Aktie und die Vornado Realty Trust-Aktie. Drei weitere Werte aus der Liste kommen auf ein Vier-Sterne-Rating und gelten damit als moderat unterbewertet.
Für Morningstar bedeutet ein niedriger Kurs allein noch keine Kaufgelegenheit, das Rating ist vorausschauend und beruht auf Schätzungen des künftigen Cashflows, nicht auf der Kursvergangenheit. Ein Wert, der über zehn Jahre Aktionärsvermögen vernichtet hat, kann demnach dennoch als unterbewertet gelten, wenn die Geschäftsaussichten sich gebessert haben oder der Markt die Risiken übertrieben einpreist.
Fehlender Burggraben als gemeinsamer Nenner
Ein Muster zieht sich durch die gesamte Verliererliste: Elf der 15 Aktien haben laut Morningstar keinen ökonomischen Burggraben, verfügen also über keinen dauerhaften Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten. Bei Kraft Heinz zeigte sich das in einem Markenportfolio, das mit veränderten Konsumgewohnheiten nicht Schritt hielt, bei anderen Werten der Liste in gescheiterten Übernahmen oder im Verlust von Marktanteilen an neue Wettbewerber. Nur vier Werte der Liste tragen überhaupt einen sogenannten schmalen Burggraben, ein deutlicher Kontrast zu den zwölf von 15 wertschaffenden Aktien mit breitem Burggraben auf der Gewinnerliste.
Ob sich die Fünf-Sterne-Bewertung von Kraft Heinz bestätigt, dürfte sich an den kommenden Quartalszahlen zeigen, an denen sich ablesen lässt, ob sich das Umsatzwachstum stabilisiert und die Markenerneuerung erste Wirkung zeigt.
Die Einstufung als unterbewertet ist eine Analystenmeinung und keine Garantie für eine Kurserholung, zumal ein fehlender Burggraben und Jahre rückläufiger Umsätze strukturelle Probleme signalisieren, die sich nicht von selbst auflösen.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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