Pharma-Aktien - Chancen zu allen Zeiten

Wenn es kriselt, rücken häufig Pharma-Aktien in den Fokus zahlreicher Anleger - und dafür gibt es einige gute Gründe.
Richtig ist aber auch: Viele Pharma-Unternehmen haben eine besondere Story zu liefern, sie werden mehr und mehr zu "Tech-Konzernen". Über Pharma-Aktien wird gerne geschrieben, wenn es an der Börse auf den ersten Blick nicht ganz so rund läuft. Da macht die aktuelle Situation keine Ausnahme.
Während es am Aktienmarkt seit Beginn des Iran-Krieges volatiler geworden ist, nahm auf der anderen Seite die Berichtserstattung über die Pharmabranche zu. Das ist auch völlig richtig. Denn Pharma-Aktien können tatsächlich helfen, ein Depot langfristig zu stabilisieren - und mehr noch. Pharma ist mehr als nur ein "Stabilisator", ein "Rettungsanker in unsicheren Zeiten". Pharma ist auch Wachstum, Künstliche Intelligenz (KI), neue Technologien und und und.
Spätestens mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms und dem Fortschritt in der Computer-/Informationstechnologie hat die medizinische Forschung quasi einen Quantensprung nach vorne gemacht. Was früher in mühsamer "Handarbeit" erforscht, nicht selten dem Zufall überlassen wurde, wird heute gezielt angesteuert: die Entdeckung neuer Wirkstoffe dank moderner Technologien.
Big Data und KI könnten Pharma-Aktien stützen
Bei vielen komplexen Erkrankungen sind zwar die molekularen Zusammenhänge und Abläufe bei der Krankheitsentstehung im Detail noch nicht vollständig erfasst, doch es ist ersichtlich, dass sich die Erkrankungen in irgendeiner Weise auf molekularer Ebene abspielen. Um die zu verstehen, kommen verstärkt sogenannte "Omics-Technologien" zum Einsatz, die sich mit der Erforschung der Genomik (Gene), der Proteomik (Proteine) und der Metabolomik (Stoffwechselprodukte) befassen. Dabei fallen extrem große Datenmengen an, da die Gesamtheit aller Gene, Proteine und Stoffwechselprodukte und ihr Zusammenspiel im menschlichen Körper berücksichtigt werden.
Die klassische Medizinforschung ist dabei mit der Datenmenge völlig überfordert, neue Technologien wie Big Data und KI, entwickelt von großen US-Techkonzernen wie Alphabet und Microsoft, helfen hier weiter. Erkenntnisse aus dem Zusammenwirken der Genomik, Proteomik und Metabolomik tragen am Ende entscheidet zur Entwicklung neuer Arzneien bei.
Viele neue Medikamente in kurzer Zeit
Es kommt also nicht von ungefähr, dass es verstärkt zu Kooperationen zwischen Pharma-Konzernen und den Technologieunternehmen aus dem Silicon Valley kommt. Manche Big Techs sind dabei sogar selbst in die Pharma-Forschung eingestiegen, so wie einige Pharmaunternehmen mehr und mehr Kompetenzen in Sachen neue Technologien aufbauen.
Kurzum: Unter dem Strich verwischen mehr und mehr die Grenzen zwischen Pharma und Technologie. Dies, so die Hoffnung einiger Experten, sollte nicht nur zur Entwicklung neuer hochwirksamer Medikamente beitragen, mit denen Volkskrankheiten wie bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs behandelt werden können, sondern auch zu einer erheblichen Verkürzung der Entwicklungszeiten. Die gesamte Pharmaforschung soll schneller und effektiver werden. Noch braucht es laut dem Fraunhofer Institut durchschnittlich 13,5 Jahre, bis ein neues Medikament entwickelt und in den Markt eingeführt ist. Klinische Studien, bei denen ein Wirkstoffkandidat an Patientengruppen getestet wird, machen davon allein sieben Jahre aus. Mehr als zwei Milliarden Euro kostet es im Schnitt, ein Medikament bis zur Marktreife zu entwickeln. Mit Hilfe der neuen Technologien könnte schon bald ein großer Teil der Kosten eingespart und die gesamte Entwicklungszeit drastisch reduziert werden.
Das wird den Pharmamarkt umkrempeln, viele neue Medikamente dürften in nicht allzu weiter Ferne in kurzer Zeit auf den Markt drängen. Allein in den zurückliegenden zehn Jahren hat sich die Anzahl der in der Erforschung und Entwicklung befindlichen Medikamente auf über 21.000 verdoppelt. Ein Trend, der weitergehen dürfte.
Pharma-Aktien - eine besondere Story
Pharma für unsichere Zeiten? Ja, natürlich, Menschen werden auch krank und wollen behandelt werden, wenn die Konjunktur schwächelt und es an der Börse ein wenig turbulenter zugeht. Auch in solchen Phasen generieren Pharma-Konzernen stetige Einnahmen. Einige Pharma-Unternehmen haben sich mittlerweile sogar zu "halben" Tech-Konzernen entwickelt, was die Pharma-Story erst so richtig interessant macht. Bitte beachten
Von Dr. Markus C. Zschaber, Gründer der V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft in Köln, www.zschaber.de
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