Verschlechtertes Marktumfeld

Commerzbank-Aktie verliert: Commerzbank mit Milliarden-Abschreibung und weiterer Risikovorsorge


Commerzbank-Aktie verliert: Commerzbank mit Milliarden-Abschreibung und weiterer Risikovorsorge

Eine Milliardenabschreibung und weitere Vorsorge für mögliche Rückschläge in der Corona-Pandemie verhageln der Commerzbank das Krisenjahr 2020 vollends.

Werte in diesem Artikel
Aktien

41.17 EUR 0.11 EUR 0.27 %

Eine Milliardenabschreibung und weitere Vorsorge für mögliche Rückschläge in der Corona-Pandemie verhageln der Commerzbank das Krisenjahr 2020 vollends. "Nach dieser bilanziellen Maßnahme sehen wir uns gut für den weiteren Weg gerüstet", erklärte der seit 1. Januar des laufenden Jahres amtierende Vorstandschef Manfred Knof am Freitag. "Unser Ziel ist es, die Bank nachhaltig profitabler zu machen."

Werbung

Im Gesamtjahr 2020 rechnet der Frankfurter MDAX-Konzern nun mit einer Risikovorsorge von mindestens 1,7 Milliarden Euro. Im Herbst hatte das Geldhaus noch eine Vorsorge für mögliche Kreditausfälle zwischen 1,3 Milliarden und 1,5 Milliarden Euro für 2020 prognostiziert.

Die Commerzbank-Anleger reagierten enttäuscht auf die Nachricht. Die Aktie ist mit einem Minus von 3,33 Prozent der drittschwächste MDax-Wert.

In der nun höheren Summe seien bereits rund 500 Millionen Euro zusätzliche Vorsorge für mögliche Kreditausfälle infolge der Corona-Krise im Jahr 2021 enthalten, teilte die Bank mit. Außerdem würden "mit dem höheren Risikoergebnis auch die derzeit erwarteten Auswirkungen des zweiten Lockdowns" antizipiert.

Werbung

Belastet wird das Jahresergebnis 2020 zudem dadurch, dass das Institut 1,5 Milliarden Euro abschreibt, weil sich übernommene Geschäfte von Dresdner Bank und der polnischen MBank nicht so gut entwickelten wie seinerzeit erhofft. Die Commerzbank begründete die Abschreibung dieses sogenannten Goodwills mit dem - seit geraumer Zeit extrem niedrigen - Zinsniveau im Euroraum und verschlechterten Bedingungen in Polen.

Die Abschreibung habe keine Auswirkungen auf die Eigenkapitalquote, betonte der Vorstand. Diese werde zum Jahresende 2020 weiterhin bei rund 13 Prozent erwartet. Eigenkapital ist für Banken ein wichtiger Puffer für Krisenzeiten.

Knof hat den Konzernumbau zur Chefsache erklärt. Im Laufe des ersten Quartals will der von der Deutschen Bank gekommene Manager eine neue Strategie vorstellen. Insider halten es für wahrscheinlich, dass dies bei der Aufsichtsratssitzung am 10. Februar der Fall sein wird - am Tag vor der Bilanzvorlage für das noch von Knofs Vorgänger Martin Zielke verantwortete Geschäftsjahr 2020. Analysten gehen davon aus, dass die Commerzbank erst 2022 wieder die Gewinnzone erreichen wird.

Werbung

Seit Monaten wird bei dem Institut, dessen größter Anteilseigner seit der Finanzkrise 2008/2009 der deutsche Staat ist, um eine Verschärfung des im Herbst 2019 verkündeten Sparkurses gerungen. Erwartet werden angesichts fortschreitender Digitalisierung weitere drastische Einschnitte im Filialnetz sowie erneute Stellenstreichungen. Kurz nach Weihnachten hatten sich Management und Betriebsräte auf den Abbau weiterer 2300 Vollzeitstellen geeinigt. Dafür bildet das Geldhaus Rückstellungen in Höhe von 610 Millionen Euro im Schlussquartal 2020, die das Jahresergebnis ebenfalls belasten.

Knof hatte kurz nach seinem Amtsantritt im Intranet der Bank einen tiefgreifenden Konzernumbau angekündigt: "Das wird kein bequemer Weg sein, und ohne Zweifel wird die Transformation, die wir brauchen, auch mit noch mehr harten Entscheidungen und weiteren Restrukturierungsmaßnahmen verbunden sein. Aber sie sind nötig, und je schneller wir damit beginnen, desto besser!"

Commerzbank fallen weiter - Hohe Abschreibung belastet

Die Aktien der Commerzbank sind am Freitag nach der Ankündigung einer Milliardenabschreibung zusätzlich unter Druck geraten. Mit einem Minus im XETRA-Handel von zeitweise 3,29 Prozent auf 5,52 Euro zählten sie zu den größten Verlierern im MDAX.

FRANKFURT (Dow Jones / dpa-AFX Broker)

Bildquellen: mf

Aktuelle Commerzbank Aktie News

Werbung

Commerzbank Analysen

Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für Commerzbank nach folgenden Kriterien zu filtern.

Alle: Alle Empfehlungen

Buy: Kaufempfehlungen wie z.B. "kaufen" oder "buy"
Hold: Halten-Empfehlungen wie z.B. "halten" oder "neutral"
Sell: Verkaufsempfehlungn wie z.B. "verkaufen" oder "reduce"
Datum Rating Analyst
08.09.26 Commerzbank Neutral JP Morgan Chase & Co.
07.08.26 Commerzbank Buy Deutsche Bank AG
07.08.26 Commerzbank Neutral JP Morgan Chase & Co.
06.08.26 Commerzbank Kaufen DZ BANK
06.08.26 Commerzbank Neutral JP Morgan Chase & Co.

Information


Die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit werden für Finanzinstrumente von der Finanzen.net Zero GmbH als vertraglich gebundener Vermittler der DonauCapital Wertpapier GmbH (§ 3 Abs. 2 WpIG) bereitgestellt; bei Kryptowerten werden die Handels- und Depotfunktionen in diesem Broker Cockpit ausschließlich von der DonauCapital Wertpapier GmbH bereitgestellt. Die Finanzen.net GmbH stellt ausschließlich den technischen Rahmen bereit und ist in die Wertpapier- und Kryptodienstleistung nicht einbezogen.